China und seine Reisterrassen: Honghe Hani  

Reisterrassen zählen zu den berühmtesten Landschaftsbildern in China, dem Reich der Mitte. Sie erstrecken sich beeindruckend von Horizont zu Horizont und bieten eine traumhafte Fotokulisse.

Vor einigen Jahren besuchten wir die atemberaubenden Dragon’s Backbone Reisterrassen in Dazhai. Bis heute sind wir von deren faszinierender Schönheit beeindruckt. Als Reisefotografen sind es gerade diese vom Menschen erschaffenen Wunder, die uns antreiben. Als wir dann also von den Honghe Hani Reisterrassen, die seit 2013 auch zum UNESCO Weltkulturerbe zählen, hörten, war klar wohin die nächste Reise gehen würde.

Reisterrasse in Yunnan © Nisa Maier

Wenn man in China reist, soll sich einer mal auskennen…

Von Bangkok ging es mit AirAsia nach Kunming, der Hauptstadt der Provinz Yunnan und dem Ausgangspunkt für einen Besuch der Reisterrassen. Von hier an wurde es mit jedem Umstieg schwieriger, denn Englisch wird selbst in den großen Städten Chinas fast nicht gesprochen. Nach viel Recherche war klar, dass wir nach Xinjie müssen.

Xinjie © Nisa Maier
Xinjie

6-7 Stunden dauerte die Fahrt mit dem Bus, welcher von der südlichen Busstation in Kunming losfuhr. Passt jedoch gut auf wenn ihr euer Ticket kauft, denn Xinjie ist auch bekannt als Old bzw. New Yuangyang. Ihr solltet also schon vorab wissen ob ihr nach Old oder New Yuangyang wollt.

Zum Verständnis: Xinjie ist Old oder New Yuanyang. Wenn man in Nansha ist, dann ist man in Yuanyang und Yuangyang Old Town ist Xinjie. Wenn man in Xinjie ist, dann ist man in Yuanyang und Yuangyang New City ist Nansha. Logisch, oder? Ja, es ist mehr als verwirrend, aber, wenn man einmal weiß wie es in China rennt, dann tut man sich (etwas) leichter. Der Einfachheit halber, bleiben wir einfach bei Xinjie.

Je näher Xinjie rückt, desto mehr bekommt einen guten Eindruck von dem, was einen noch erwarten wird © Nisa Maier
Je näher Xinjie rückt, desto mehr bekommt einen guten Eindruck von dem, was einen noch erwarten wird

Tradition wird in Xinjie großgeschrieben

Je näher Xinjie rückt, desto interessanter wird auch die Landschaft und man bekommt einen guten Eindruck von dem, was einen noch erwarten wird. Xinjie selbst ist eine gepflegte, süße Ortschaft mit sehr spannendem Marktleben und einer lebhaften Gemeinde, die gerne am Abend den Marktplatz füllt. Einmal pro Woche kommen die Bewohner der größeren Dörfer in der Umgebung zusammen und dann wuselt es so richtig am Markt. Besonders spannend zu beobachten sind die vielen ethnischen Gruppen in ihren traditionellen Kostümen. Tradition wird hier großgeschrieben!

Markt inXinjie © Nisa Maier

Frau in Xinjie © Nisa Maier© Nisa Maier

Marktreiben in Xinjie © Nisa Maier© Nisa Maier© Nisa Maier

Für die Region speziell ist auch das Rauchen von großen, selbstgemachten Pfeifen. Fotomotive gibt es definitiv genug.

Ein Mann raucht aus einer selbstgeschnitzten Pfeiffe © Nisa Maier

Zwischen Reisterrassen und ländlichen Dörfern

Reisterrassen zieren viele von Chinas Hügeln und erstrecken sich beeindruckend von Horizont zu Horizont. Nirgendwo sonst fasziniert eine von Menschenhand gestaltete Landschaft so sehr wie hier. Die Honghe Hani Reisterrassen wurden vor über 1.300 Jahren von der Hani Minderheit, die die Region bereits seit 2.000 Jahren besiedelt haben, in die Berge geschnitzt. Die Reisterrassen verteilen sich am ganzen südlichen Ufer des Hong He und es bedarf schon einige Tage um alle Aussichtspunkte zu erreichen.

Die Duoyishu-Reisterrassen sind besonders beliebt und bieten gerade zum Sonnenaufgang umwerfend schöne Bilder. Aber auch die Laohuzui- und Yuanyang-Reisterrassen lassen nicht zu wünschen übrig. Mit 12,6 tausend Hektar sind letztere auch die größten Terrassen.

Duoyishu-Reisterrassen, China © Nisa Maier

Duoyishu-Reisterrassen sind besonders beliebt © Nisa Maier

Zwischen den steilen Wänden findet man kleine Dörfer, in denen die Zeit wahrhaftig still zu stehen scheint. Hier wird zusammen gekocht und Essen getauscht. Ethnische Völker leben im Einklang miteinander, während die Reisterrassen gepflegt und die Gemüsefelder bewirtschaftet werden. Enten und Büffel leben ebenso bei den Familien, wie auch die Fische in den Reisteichen. Man fühlt sich zurückversetzt in eine Zeit in der das Leben von den Gezeiten gesteuert wird und unsere westlichen Anschauungen nichts verloren haben. Stress kennt man hier wahrhaftig nicht!

Duoyishu-Reisterrassen, China © Nisa Maier

 

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