Insidertipp: Unbekanntes Amsterdam

Reisebloggerin Kathi hat sich nach Amsterdam begeben, doch statt Grachtenfahrt und Rotlichtbezirk, hat sie sich nach den Geheimtipps der holländischen Metropole umgesehen.

Romantische Grachten gesäumt von windschiefen Fachwerkhäusern, ein buntes Tulpenmeer neben geschichtsträchtigen Denkmälern, einschlägiges Unterhaltungsprogramm oder neue und alte Meister im Museum – Amsterdam muss sich als europäische Metropole schon lange nicht verstecken und hat sich zum richtigen Kurzurlaubsmagneten gemausert.

Das Anne-Frank-Haus, eine Bootsfahrt auf den Grachtenkanälen und ein Abstecher zum Blumenmarkt gehören zum Amsterdamer Pflichtprogramm genauso dazu wie holländische Pfannkuchen und ein Glas Bier in der Heinekenbrauerei. Doch was liegt abseits der von Tausenden an Touristen ausgetretenen Pfade?

Bootfsahrt © Katharina Kamleitner

Amstedam © Katharina Kamleitner

Hier sind meine besten Tipps, um Amsterdam von seiner unentdeckten Seite zu erleben:

De Pijp – Am Puls der Stadt

Südlich des Stadtzentrums, in De Pijp, kann man noch das echte Amsterdam finden. Das Viertel ist der multikulturelle Schmelztiegel der Stadt, früher ein Arbeiterbezirk, heute ein tolles Beispiel an städtischem Zusammenleben. Nicht umsonst ziehen hier auch gerade viele junge Familien und Kreative hin, und verleihen der Nachbarschaft den Flair der Bohème. Lebhafte Märkte, erschwingliche Restaurants, in die auch Einheimische gehen und Amsterdamer, die am Nachmittag ihre Küchenbank auf den Gehsteig stellen und die Sonne genießen.

De Pijp © Katharina Kamleitner

Viele kleine Lokale säumen das Straßenbild von Amsterdam © Katharina Kamleitner

Die Straßen Albert Cuypstraat und Ferdinand Bolstraat sind die Hauptschlagadern von De Pijp, und idealer Ausgangspunkt jeder Entdeckungstour. Hier findest du zahlreiche Geschäfte und Restaurants mit Spezialitäten aus aller Welt – ob marokkanisch, syrisch oder indonesisch, authentische Küche ist das A und O. An so ziemlich jeder Ecke befindet sich ein typisches Amsterdamer Pub, und in einem bestimmten, De Groene Vlinder, kann man besonders gut zwei landestypische Delikatessen probieren: Bitterballen, also frittierte Fleisch-Kartoffel-Bällchen, und Kipsate, holländisch-indonesische Hühnerspieße mit Erdnusssoße.

Entlang der Albert Cuypstraat befindet sich außerdem einer der beliebtesten Märkte der Stadt: der Albert Cuyp Markt. Es gibt über 300 Stände mit allerhand Essbarem und Gebrauchsgegenständen, und der Markt zählt zu den günstigsten und vielfältigsten Märkten Amsterdams. Markttage sind Montag bis Samstag ab 9:30 Uhr.

Frisches Obst und Gemüse © Katharina Kamleitner

Ebenfalls an der Albert Cuypstraat befindet sich ein wahres Burgerjuwel: The Butcher. Man kann hier natürlich an einem Tisch Platz nehmen und im kleinen Restaurant speisen, oder aber, so wie die Einheimischen, frisches Fleisch kaufen und „zuhause“ braten!

Schmackhafte Burger im "The Butcher" © the-butcher.com

Ein mit eineinhalb Jahren noch eher junges Lokal, ist das CT Coffee & Coconut jedoch schon längst ein Fixstern im Amsterdamer Brunchgeschehen. Das Lokal befindet sich in einem ehemaligen Kino aus den 1920ern und nutzt die einzigartige Architektur des Gebäudes voll aus. Besonders beliebt ist es bei der jungen In-Crowd, und man wartet schon mal eine Weile auf einen freien Tisch. Allein die gesunden Fruchtsmoothies sind es aber allemal wert!

Im CT Coffee & Coconuts kann man besonders gut brunchen © Katharina Kamleitner

De Pijp muss aber auch abseits dieser Hauptschlagadern entdeckt werden, und das geht am besten zu Fuß. Jede noch so kleine Nebenstraße hat das Potential, dort sein neues Lieblings-Vintagegeschäft zu entdecken, oder eine coole Bar, oder eine besondere ansehnliche Amsterdamer Häuserfront. Eine meiner Entdeckungen ist die Eerste Sweelinckstraat. Denn da befinden sich das Het Kaufhaus, ein tolles Second-Hand-Geschäft, das De Emaillekeizer, in dem es wie der Name verrät wunderschöne Emaillegegenstände für zuhause gibt und die gemütliche Bar Collins – alles auf einem Häuserblock.

Second Hand Kaufhaus © Katharina Kamleitner

Buchhandlung © Katharina Kamleitner

Generell ist De Pijp die beste Adresse um einzigartige Vintagemode zu erstehen, denn hier befindet sich auch eine Branche des legendären Kiloshops (Cafe und Vintagegeschäft in einem), in dem man seine Einkäufe per Kilo bezahlt, und die hübsche Vintageboutique Carnaby Street, in der es besonders kunstvoll verzierte Kimonos aus Japan gibt.

Noor © Katharina Kamleitner

Farbenfrohe Mode © Katharina Kamleitner

Vondelpark – Ab ins Grüne

De Pijp hat mit dem Sarpathipark seinen eigenen grünen Rückzugsort vom Trubel der Straßen, doch um es wie die Amsterdamer zu tun, schweift mein Blick in den Westen, zum Vondelpark. Unter den Einheimischen ist der Park natürlich kein Geheimnis, und an einem sonnigen Tag wimmelt es auf den Wegen und in den umliegenden Kaffeehäusern nur so von Studenten und jungen Familien. Den Vondelpark erreicht man von De Pijp am besten mit dem Fahrrad – und so eine Fahrradtour gehört zum Amsterdam-Urlaub auch dazu! Das Fahrrad ist bei weitem das beliebteste Verkehrsmittel der Metropole und versteht sich als ganz selbstverständlich – so selbstverständlich, dass sich Fahrradanfänger zunächst ein wenig überfordert fühlen können. Vor allem auf die Motoroller, die in Amsterdam die Fahrradwege benutzen dürfen, muss man Acht geben.

Fahrräder © Katharina Kamleitner

Unterwegs mit dem Fahrrad © Katharina Kamleitner

Im Park geht es aber ruhiger zu, und so kann man sich an die zwei Räder in aller Ruhe gewöhnen. Zur Belohnung gibt es dann ein Stück Kuchen im ‚T Blauwe Theehuis  mitten im Park.

Kaffee... © blauwetheehuis.nl

... genießen im Gastgarten © blauwetheehuis.nl

Centrale Bibliotheek Amsterdam – Die beste Aussicht

Mit dem Fahrrad liegt dir ganz Amsterdam zu Füßen und die Fahrt in den Norden der Stadt wird zum Kinderspiel – mal abgesehen von den vielen unbeeindruckten Touristen auf den Straßen des Stadtzentrums. Doch warum in den Norden fahren? Ganz einfach: Für die beste Aussicht der Stadt!

Die Centrale Bibliotheek Amsterdam liegt nördlich des Stadtzentrums, gleich neben dem Hauptbahnhof und ist die größte der öffentlichen Bibliotheken in Amsterdam. Sie hat 10 Stockwerke und ist frei zugänglich. Im 7. Stock befindet sich ein Cafe mit südseitiger Aussichtsterrasse, von der aus man die Aussicht über den Oosterdok-Kanal und das Stadtzentrum genießen kann!

Amsterdam / Shutterstock.com

Selfie © Katharina Kamleitner

Amsterdam ist und bleibt ein City Trip-Klassiker sondergleichen und die Straßen entlang der  Kanäle sind in fester Touristen-Hand. Doch es gibt noch ein anderes, unentdecktes Amsterdam – man muss nur an den richtigen Orten suchen!

Tulpen aus Amsterdam © Katharina Kamleitner


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