Schaurig–schön: Auf Geisterjagd durch Schottland

Habt ihr rund um die Herbstferien und Halloween schon einmal daran gedacht, eine kleine Geisterreise zu unternehmen? Hier sind unsere 10 gruseligsten TRICKS und TREATS für eine schaurig schöne Rundfahrt durch das mystische Schottland. Leihauto und starke Nerven empfohlen. 

1. Vampire in Glasgow

Hoch über der Stadt erhebt sich ein Friedhof der ungewöhnlichen Art: Die Nekropolis (= „Stadt der Toten“) von Glasgow ist ein viktorianischer Gartenfriedhof mit Aussicht. Während man auf federndem Gras zwischen hohen, dunklen Gräbern wandelt, gewinnt man nicht nur eine morbide Sicht auf Glasgow, man begegnet möglicherweise dem über 2 Meter großen, kinderfressenden Gorbals Vampir, der vor allem in den 50er-Jahren zwei kleine Buben auf dem Gewissen gehabt haben soll.

Tagsüber wirkt die Stadt der Toten verschlafen ... © Katharina Serles
Tagsüber wirkt die Stadt der Toten verschlafen …
... aber wer oder was schlummert in den Gräbern? © Katharina Serles
… aber wer oder was schlummert in den Gräbern?

2. Geister in Inveraray

Das schmucke Dörfchen Inveraray kommt auf ersten Blick ganz unschuldig daher, dafür sind paranormale Aktivitäten hier keine Seltenheit: Das hübsche, grünstichige Schloss war nicht nur Schauplatz einer Weihnachtsepisode von Downton Abbey, es wurde immer wieder von guten wie bösen Geistern heimgesucht.

Draußen scheint alles in Ordnung ... © Katharina Serles
Draußen scheint alles in Ordnung …

Unser persönlicher Favorit war der im 17. Jahrhundert im Bett des Fürsten brutal ermordete, irische Harfenspieler, der angeblich heute immer noch schadenfroh aufspielt, wenn ein Mitglied des Clans stirbt. Quasi gleich um die Ecke findet ihr im selben Ort das ebenfalls uralte und angeblich gruseligste Gefängnis Schottlands, in dem ihr die tragischen Geschichten seiner Insassen erforschen könnt. Ganz besonders Mutige können sich über Nacht im Gefängnis einsperren lassen und eine private Geistertour buchen.

... drinnen spukt ein irischer Harfenspieler © Katharina Serles
… drinnen spukt ein irischer Harfenspieler

3. Druiden in Kilmartin

Immer wieder begegneten uns auf unserer Schottlandreise prähistorische Kultstätten, eine besonders große und beeindruckende bilden die Nether Largie Standing Stones in der Nähe von Kilmartin. Bis heute weiß man nicht genau, ob Druiden hier Rituale vollzogen oder die Steine zur Mondbeobachtung dienten. Allerdings soll es jedenfalls Unglück bringen, die Steine zu berühren – ob das vielleicht ein paar Ungeheuer heraufbeschwört?

Schafe streicheln erlaubt ... © Katharina Serles
Schafe streicheln erlaubt …
... Steine berühren verboten! © Katharina Serles
… Steine berühren verboten!

4. Pokémon in Oban

Da es ja noch keine Pokémonreiseführer gibt, ist das Folgende ein absoluter Geheimtipp: In der alten Hafenstadt und Fisch- und Meeresfrüchtehochburg Oban, von wo täglich Fähren auf die Inneren und Äußeren Hebriden abgehen, lässt es sich nicht nur im Waterfront Fishhouse Restaurant direkt am Kai ausgezeichnet Fisch essen, seltene Pokémonfänge nah am Wasser sind garantiert! So habe ich meine ersten Tentachas und ein Amonitas eingesammelt – ganz zu schweigen von den vielen Karpadors, die mich ein großes Stück näher zur Entwicklung eines Garados gebracht haben. Ganz in der Nähe kann man übrigens im Barcaldine Castle übernachten, in dem der Geist Donald Campbells umgehen soll.

Oban und der nie vollendete McCaig's Tower © Katharina Serles
Oban und der nie vollendete McCaig’s Tower
Hafen und Pokémon Hotspot © Katharina Serles
Hafen und Pokémon Hotspot

5. Mörderische Geschichten auf Mull

Auf der Isle of Mull (die schönere und weniger touristische Alternative zur Isle of Skye), eine etwa 45minütige Überfahrt mit der Fähre von Oban entfernt, befindet sich das mittelalterliche Duart Castle. Wenn ihr Glück habt, ist der offizielle Geschichtenerzähler des Clans (auf gälisch „Seanachaidh“) vor Ort und erzählt mit Harfe und Musikbegleitung von der blutigen Vergangenheit rund um die Burg. Von den Türmen aus sieht man den berühmten Lady’s Rock mitten im Wasser, auf dem ein Schlossherr im 16. Jahrhundert seine Frau ankettete, um sie loszuwerden.

Einsam trotzt es seit hunderten Jahren Wind und Wetter © Katharina Serles
Einsam trotzt es seit hunderten Jahren Wind und Wetter
Das Duart Castle auf Mull © Katharina Serles
Das Duart Castle auf Mull
Verlies im Duart Castle © Katharina Serles
Verlies im Duart Castle

Übernachten könnt ihr im viktorianischen Western Isles Hotel, das hoch über die Bucht von Tobermory hinausragt und indem man (sofern es draußen windet und stürmt) die Geister der Insel heulen hören kann.

Über den bunten Häusern von Tobermory thront das herrschaftliche Western Isles Hotel © Katharina Serles
Über den bunten Häusern von Tobermory thront das herrschaftliche Western Isles Hotel

6. Zaubern in Glenfinnan

Harry Potter-Fans kommen auf dem Rückweg von Mull zum Festland auf ihre Kosten: Auf der „Road to the Isles“ befindet sich das Glenfinnan Viadukt, das Schauplatz einiger Harry Potter-Filme wurde: Über diese atemberaubende Brücke fährt täglich einmal vormittags und einmal nachmittags der Hogwarts Express (in Wirklichkeit der Jacobite Steam Train, eine wunderschöne alte Dampflok). Man muss allerdings gar kein Zugticket kaufen, um den Anblick zu genießen: Hunderte Fans versammeln sich täglich auf den Hügeln hinter dem Parkplatz zum Glenfinnan Monument um das perfekte Foto zu schießen und ein wenig Hogwarts-Luft zu schnuppern.

Mehr Schottland-Tipps für Harry Potter-Fans gibt es übrigens hier: Alohomora! Schottland für Harry Potter Fans

Glenfinnan Viadukt © Katharina Serles
Glenfinnan Viadukt
Jacobite Steam Train © Katharina Serles
Jacobite Steam Train

7. Blutige Schlachten in Culloden

Die Geister der Geschichte findet ihr am Schlachtfeld von Culloden – dort fand der finale Kampf zwischen den englischen Regierungstruppen und den Jakobiten statt, die in einem Massaker der besiegten Jakobiten endete. Im modernen Museum könnt ihr in einem 360°-Film hautnah in die Horrorerlebnisse des Kampfes eintauchen.

Erinnerung an einen blutigen Kampf © Shutterstock.com
Erinnerung an einen blutigen Kampf © Shutterstock.com

Top Tipp: Historische Bücher findet ihr auch in der bezaubernden Buchhandlung „Leakey’s Second Hand Books“ in einer alten Kirche in Inverness. Und nach so viel Geschichtsunterricht sollte man ein Abendessen ebenfalls in einer alten Kirche gleich um die Ecke nicht auslassen. Reservieren empfohlen!

Schmökern und Speisen in alten, aufgelassenen Kirchen in Inverness © Katharina Serles
Schmökern und Speisen in alten, aufgelassenen Kirchen in Inverness

8. Seemonster in Loch Ness

Zu den bekanntesten Monstern gehört wohl das Ungeheuer von Loch Ness, das mal als riesige Seeschlange, mal als Plesiosaurus beschrieben wurde.

Nessie © Katharina Serles
Nessie

Im prämierten Loch Ness Centre kann man sich multimedial über die verschiedenen Phasen der Nessie-„Forschung“ informieren und Augenzeugenberichte nachhören. Von dort kann man auch verschiedene Bootsfahrten auf den See buchen und mit sonaren Instrumenten die Untiefen des Loch Ness abhören. Die beste Sicht vom Ufer aus hat man von der Burgruine Urquhart – wer am Ende dieser Tour nichts Verdächtiges auf der Wasseroberfläche gesehen hat, hat nicht genau geschaut!

Auf Jagd nach Nessie im See ... © Katharina Serles
Auf Jagd nach Nessie im See …
... und in der umfassenden Nessie-Ausstellung im Loch Ness Centre © Katharina Serles
… und in der umfassenden Nessie-Ausstellung im Loch Ness Centre

9. Alte Spirits in Speyside

Zu einer vollständigen Schottlandreise gehört unbedingt der Besuch einer Whiskey Destillerie – hier lassen sich die hochprozentigeren Geister finden 😉 Auf dem Malt Whiskey Trail im Osten der Highlands hat man die Qual der Wahl: Eine der schönsten und ältesten ist die Strathisla Destillerie, in der die Geschichte einer besonderen Katze erzählt wird, die sich auf der Überfahrt von Kentucky in ein Fass gesperrt 4 Wochen nur von Whiskey ernährte und überlebte. In den meisten Brennereien kann man Führungen und kleine Verkostungen buchen; ein Muss!

Strathisla Destillerie - eine der ältesten Destillerien der Highlands © Katharina Serles
Strathisla Destillerie – eine der ältesten Destillerien der Highlands
Whiskey-Verkostung - auch nichts für schwache Mägen © Katharina Serles
Whiskey-Verkostung – auch nichts für schwache Mägen

Übernachtungs-Tipp: Wer danach nicht mehr den ganzen Weg nach Edinburgh fahren kann/will, sollte entweder auf halbem Weg im The Cross, einer alten Mühle, übernachten und haubenkochverdächtig speisen. Oder im The Fitzroy in Perth – bei den besten B&B Gastgebern, die uns auf unserer Reise untergekommen sind. Auch hier unbedingt vorreservieren!

10. Gänsehaut in Edinburgh

Perfekt abgerundet wird die Rundfahrt mit einer der vielen Geistertouren durch Edinburgh. Von Geisterbussen, Zombietouren bis Untergrundführungen gibt es alles, was das Horror-Herz begehrt. Edinburgh hat nämlich nicht nur gruselige, finstere Gässchen und ein paar Geschichten über Serienkiller zu bieten, unter der Stadt liegt eine unterirdische Stadt um die sich alle möglichen Gruselgeschichten ranken (hier lebten die Ärmsten der Armen und Kriminellsten der Kriminellen).

Nachts in Edinburgh © Katharina Serles
Nachts in Edinburgh

Von allen Tour-Anbietern war für unseren Geschmack die von den „The Cadies & Witchery Tours“ am schauerlichsten (unser Tourguide war der bereits verstorbene Adam Lyal) – es gibt aber z. B. auch deutsche Führungen bei „Dark Tales and Terrors“. Pub-Tipp: Wer dann noch nicht genug hat, beendet die Reise mit einer Portion Haggis in Edinburghs ältestem Pub – The White Hart. Gruselig gut!

Unterwegs in alten Gemäuern © Katharina Serles
Unterwegs in alten Gemäuern

Die Route

Wir haben auf dieser Thementour richtig viel von Schottland gesehen und von seiner reichen Geschichte gelernt. Die nebelig-melancholischen Hügellandschaften der Highlands waren die perfekte Hintergrundlandschaft für fantasievolle Ausflüge und den ein oder anderen wohligen Schauer überm Rücken 😉

Unsere Rundreise zum Nachmachen:

Mit Aufenthalten ist diese Rundreise in ca. 7 - 10 Tagen sehr entspannt möglich
Mit Aufenthalten ist diese Rundreise in ca. 7 – 10 Tagen sehr entspannt möglich
Mystisches Schottland © Katharina Serles
Mystisches Schottland

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