Paris vs. London: Welche ist die Top-Stadt Europas? Teil 1

London und Paris sind wohl unumstritten DIE beiden Metropolen Europas, aber welche Stadt gewinnt das Kopf-an-Kopf Rennen? Bloggerin Maria lässt die beiden Großstädte gegeneinander antreten. Teil 1: Essen, Shopping & Party.

Lange Zeit hat London die Liste meiner Lieblingsstädte angeführt – kein Wunder, da ich dort schon unzählige Male war. Kürzlich zeigte mir eine Freundin ihre Lieblingsecken von Paris und ich nahm danach die Chance wahr, den 2-stündigen Zugtrip nach London zu nehmen. Im Direktvergleich war ich mir dann nicht mehr so sicher, beide Städte haben ihren eigenen, multikulturellen Charme – da hilft wohl nur ein Wettbewerb!

Essen: Wo gibt es die leckerste Küche?

Paris – Als ich das erste Mal mit 17 Jahren Paris besuchte, klapperten ich und meine Begleitung alle Must-Sees vom Eiffelturm bis zur Champs-Élysées ab. Das bedeutet leider auch – essen in überteuerten Brasserien und Cafés. Daher mein Tipp: Lieber einmal in die Seitengasse abbiegen und dem unscheinbaren Bistro eine Chance geben. Oder noch besser: dort essen gehen, wo auch Pariser zu finden sind.

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Die Stadt hat Kulinarisches jeder erdenklichen internationalen Küche zu bieten, wer zum Beispiel Lust auf asiatische Küche hat, sollte sich in das Viertel Belleville begeben und ein herrliches Pho in einem der zahlreichen Imbisse verspeisen. Traditionelle sowie moderne französische Restaurants bieten meist 3-gängige Menüs in wählbaren Kombinationen an und eins ist mir überall aufgefallen – Franzosen sind beim Essen gern gesellig, gesprächig sowie geduldig – ein Dinner dauert meist mehrere Stunden, inklusive reichlichem Weinkonsum.


Paris Restaurants

  • Bistro Volnay: 8 Rue Volney, 75002 Paris (2./Bourse) – Traditionelles französisches Bistro
  • La Cantine de Belleville: 108 Boulevard de Belleville, 75020 Paris (20./Ménilmontant) – Moderne Brasserie im Trend-Viertel
  • Ladurée Bonaparte: 21 Rue Bonaparte, 75006 Paris (6./Luxembourg) – Wunderschöner Teesalon & die besten Makronen Frankreichs

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London – Auch hier gibt es natürlich Touristenfallen, vor allem im Zentrum rund um Piccadilly Circus, Leicester Square und Trafalgar Square. Egal ob im lokalen Sainsbury’s oder einer der unzähligen Caffè Nero, Pret A Manger und Wasabi Filialen – alles ist plastikverpackt und ,ready for Takeaway‘. Hier heißt es beim Essen: sich für ein Viertel entscheiden und vorab informieren – am Borough Market oder in Covent Garden gibt es frische Waren und Bio-Lokale, garantiert plastikfrei. Sogar im Glutamat-Quartier Chinatown finden sich authentische Restaurants wie in Südchina. Abraten würde ich wiederum von dubiosen Speisen am Camden Market und den meisten indischen Restaurants auf der Brick Lane.

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Für eine etwas andere kulinarische Erfahrung empfehle ich einen Trip in den Süden nach Brixton, wo Einflüsse aus der karibischen, kreolischen und afrikanischen Küche ihre köstlichen Spuren hinterlassen haben. Im überdachten Markt Brixton Village schlägt das bunte Herz des Viertels mit frischen Marktwaren, Live Events und hippen Essenslokalen vom Bio-Burger-Laden bis zum Pakistani-Fusion-Café.


London Kulinarik-Tipps

  • Dishoom: 12 Upper St Martin’s Lane, London WC2H 9FB (Covent Garden Tube) – Hervorragende Indische Küche im Zentrum
  • Carpenter’s Arms: 73 Cheshire St., London E2 6EG (Liverpool St. Tube) – Hippes Pub mit britischen Klassikern (Sunday Roast!)
  • Brixton Village: Brixton Station Road, London SW9 8JX (Brixton Tube)

Fazit: Durchschnittlich ist Paris wohl um einiges teurer, wenn es ums Essen gehen oder alkoholische Getränke geht, auf der anderen Seite steht Genuss und Qualität bei den Franzosen nun einmal an erster Stelle. Obwohl ich die Vielfalt und Innovation der Londoner Kulinarikszene sehr schätze, geht das goldene Croissant bzw. der Punkt hier an Paris.

Paris: 1 – London: 0

Party: Wo kann man am besten die Nacht durchfeiern?

Paris – Sowohl London als auch Paris haben eine ausgeprägte und abwechslungsreiche Musikszene – DJ Kollektive und Electro Labels wie 2manydjs, Boysnoize oder Kitsuné haben sogar eine eigenen ‚Pariser Sound‘ entwickelt. Dementsprechend hoch ist die Anzahl an (Techno & House) Tanzclubs: mittlerweile eine Institution ist etwa der Rex Club, zu den besten neuen Partyspots gehört der Zig Zag Club im Zentrum. Deutlich kleiner ist die Rock- und Indie-Musikszene der Stadt. Ich habe ein wunderbares Konzert auf dem Bootclub Batofar erlebt, auch im La Flèche d’Or herrscht eine gemütliche Atmosphäre zu den Klängen internationaler Bands & Djs.

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Eines haben die Locations gemeinsam: hohe Getränkepreise (in den Clubs bei alkoholischen Drinks ab 10 Euro), ein Konzertticket kostet in etwa so viel wie der Eintritt in einen der erwähnten Clubs. Für gemütliche Drinks nutzt man am besten die Happy Hours (vor 22 Uhr), viele nette Lokale finden sich im Viertel zwischen Metro-Stationen Oberkampf und Arts et Métiers.

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London – Ausgehen in London, wo soll man da anfangen? Ich wage jetzt einmal zu behaupten, das an jedem Abend der Woche mindestens zehn interessante Konzerte, Clubnächte oder anderweitige Veranstaltungen stattfinden. Natürlich gibt es auch hier die überteuerten Tanzclubs und jedes Lokal in Mayfair. Da sich die Szene in London andauernd verändert, würde ich Besuchern auf jeden Fall raten, aktuelle Events auf Timeout oder Resident Advisor nachzusehen. Zurzeit sind Pop-up-Märkte, -Clubs oder -Festivals besonders en vogue – im Boxpark Shoreditch zum Beispiel findet man temporäre Shops, kulinarische Trends, Bars, Musikevents und Workshops. Immer einen Besuch wert sind die Lock Tavern Camden für legere Drinks und kleine Konzerte oder der Bethnal Green Working Men’s Club für ausgefallene Tanznächte.

Fazit: Wenn man nicht gerade Happy Hours nutzt oder zu Studentenparties geht, wird man wohl in beiden Städten beim Ausgehen mehr Geld ausgeben als hierzulande. Paris ist in dieser Hinsicht meiner Erfahrung nach jedoch noch um einiges exklusiver und auch teurer. Die Entscheidung fällt mir hier nicht schwer: London hat, was das Nachtleben angeht, einfach eine weit größere Auswahl an Stilen & Preisklassen zu bieten.

Paris: 1 – London: 1

Shopping: Welche City kann modisch punkten?

Paris –  ist als Modestadt schlechthin bekannt. Dementsprechend haben hier Designer von Chanel bis Gaultier ihre Hauptquartiere. Aber wie sieht es abseits des Luxus-Segments aus?

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Neben den obligatorischen Modeketten wie H&M oder Mango sollten Fashionistas lieber in die schicken Shops des Marais gehen. In den Boutiquen Sandro und Maje gibt es die neuesten, eleganten Trends zu mittleren bis hohen Preisen. Im ganzen Viertel kann man von einer zur anderen Boutique wandeln, staunen, und sich dann in vielen Fällen nach dem Blick auf das Preisschild seufzend abwenden. Schaut man genau hin, tauchen im 3. Arrondissement auch einige Second-Hand-Shops auf – hier lohnt sich stöbern, zwischen den Pelzen alter Pariser Damen stößt man auch auf das eine oder andere Chanel Kostüm für Spottpreise. Ein paar moderne Boutiquen für erschwingliche Preise habe ich dann doch gefunden, Mode & Beauty Highlights gibt es in & other Stories, ausgefallene Papierwaren im Papier Tigre und (zu viele) schöne Schuhe in André Shops.

London – Das Pendant zu den Pariser Einkauffstraßen Champs-Élysées oder Boulevard Haussmann sind wohl Oxford Street und Bond Street. Auch die britische Metropole braucht sich in Sachen hochkarätige Designer nicht zu verstecken – neben lokalen Klassikern wie Burberry oder Vivienne Westwood ist das junge Designlabel House of Holland gerade in aller Munde. Wenn ich im Stadtzentrum bin, kann ich es mir nie verkneifen, einen (stundenlangen) Blick in den Topshop Flagshipstore zu werfen. Ein paar Schritte weiter ist Urban Outfitters ein weiteres Must auf der Shopping Liste – trotz des mehrstöckigen Areals strahlt dieser Trendstore Boutique Flair aus, die Kleidungsstücke sind qualitativ, aber leistbar.

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Außerhalb des Zentrums findet man in London vor allem eines: Vintage vom 1-Pfund-Wühltisch bis zum exklusiven Laden mit Original 30er-50er Jahre Kleidern (Revival Retro). Mein Favorit im mittleren Preisbereich bleibt jedoch Beyond Retro im East End. Läden kleiner Designer sind über ganz London verteilt, mein absoluter Lieblingsshop ist jedoch die winzig-kleine Boutique Lik+Neon an der Brick Lane. Das Sortiment umfasst ausschließlich liebevoll ausgesuchte Stücke kleiner Labels, allesamt exzentrisch. Das Highlight sind jedoch die 3 Katzen der Besitzerin, die im Laden friedlich herumtapsen oder schlafen.

Fazit: Im Bereich Vintage/Second Hand hat London sicherlich die Nase vorn, allerdings besitzt Paris auch viele charmante Antiquitätenläden und jede Designboutique ist ein Kunstwerk für sich – im Shoppingbereich sind die Städte wohl gleichauf.

Paris: 2 – London: 2

 

Es bleibt spannend! Wie das Rennen der Städte ausgeht, seht ihr im 2. Teil des Blogs.

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