Istrien – Taucherparadies Sveta Marina

Kroatien ist nicht nur an Land ein Urlaubsparadies, sondern hat auch unter Wasser einiges zu bieten. Bloggerin Christine nimmt euch mit in die schillernde Unterwasserwelt von Istrien.

Kroatien ist bei Tauchern ein besonders beliebtes Reiseziel. Zum einen wegen der relativ kurzen Anreisezeit, zum anderen natürlich wegen der zahlreichen Steilwände und dem Fischreichtum. Besonders abwechslungsreich sind die Tauchgänge auf der kroatischen Halbinsel Istrien, hier warten zahlreiche Tauchplätze und Wracks auf begeisterte Taucher. Hier finden sowohl Einsteiger als auch fortgeschrittene Taucher den passenden Tauchspot.

Sveta Marina, ein kleines Fischerdorf südlich von Rabac, an der Ostküste Istriens, ist ein besonderer Ort für alle Tauchfans. Hier sorgen abwechslungsreiche Tauchspots dafür, dass es schon mal eng im Wasser wird. Rund um den Campingplatz Marina liegen drei Steilwände, die innerhalb von zwei bis sechs Minuten über leichte Einstiege zu erreichen sind. Die Wände zeigen in Tiefen von zwölf bis über 50 Meter die ganze Pracht der Unterwasserwelt.

Rund um Sveta Marina © Christine Gruber

Blick zur Tauchbasis und Campingplatz © Christine Gruber

Madonnenstatue zum Schutz

In 14 Metern Tiefe findet sich an der rechten Steilwand eine kleine Madonnenstatue, diese soll die Taucher beschützen. Nach einem kurzen Hallo lohnt sich ein Abstieg entlang der Steilwand auf 40 Meter. Dabei sollte man nicht vergessen, immer wieder einen Blick in die Felswand zu werfen, dort versteckt sich gern das ein oder andere Getier wie etwa Oktopusse und Drachenköpfe. Die linke Steilwand reicht bis auf etwa 50 Meter Tiefe. Auch hier trifft man auf zahlreiche Meeresbewohner. Mit viel Glück sieht man auch eine Steckmuschel oder Nacktschnecken. In etwa 22 Metern findet man einen kleinen Platz, an dem mehrere Skulpturen-Köpfe verankert sind.

Wracktauchen

Ein besonderes Erlebnis ist ein Tauchgang zur „Lina“, einem italienischen Frachter, der 1914 in Folge eines Schneesturms am Nordende der Insel Cres gesunken ist. Das knapp 90 Meter lange Schiff steht aufrecht in einer Tiefe von 27 bis 52 Meter. Das Wrack erreicht man nach einer einstündigen Bootsfahrt von der Tauchbasis aus, diese organisiert mehrmals in der Woche Fahrten zur „Lina“. Beim Abtauchen erahnt man noch nichts vom Wrack, erst kurz vor der 30 Meter-Marke überrascht einen der mächtige Bug, der scheinbar aus dem Nichts auftaucht. Taucht man am Oberdeck entlang, gelangt man zu den gefahrlos betauchbaren Laderäumen. Das Wrack ist sehr gut erhalten und zählt zu einem der beliebtesten Tauchspots im Mittelmeer.

Auch ein Ausflug zur etwa 45 m² großen Nikolaigrotte, die in 24 Metern Tiefe zu finden ist, ist mehr als empfehlenswert.  Hier warten Krebse und Langusten auf die Taucher, vor der Grotte wechseln sich gelbe und rote Gorgonienfächer mit bunt schillernden Weichkorallen und Krustenanemonen ab.

Seestern © Christine Gruber

Fisch © Christine Gruber

Nachttauchen

Neben den abwechslungsreichen und beeindruckenden Tauchgängen tagsüber hat man auch die Möglichkeit, die Tauchplätze bei Nacht zu erkunden. Die Dunkelheit sorgt für besonderen Nervenkitzel, hier sollte jeder Taucher über eine eigene Tauchlampe verfügen, da man sich so besser auf die Unterwasserwelt konzentrieren kann. Hier begegnet man den tagsüber selten gesehenen Langusten, Krabben, Drachenköpfen und bestimmten Arten von Seesternen. Unter Rohren und großen Felsen lohnt es sich ebenfalls einen Blick zu werfen.  Hier verstecken sich gerne Krabben und Langusten, aber auch verschiedene Fischarten.

Artenvielfalt

Ein Tauchgang in Sveta Marina besticht vor allem durch die großen Fischschwärme, die mittlerweile schon an die Taucher gewöhnt sind und einen recht nahe an sich heranlassen. Manchmal hat man auch das Glück Thunfische, Seezungen und Hummer zu sehen. Aber auch Streifenbrassen, Krebse und diverse Nacktschneckenarten sind keine Seltenheit. Außerdem finden sich unter Wasser zahlreiche Arten von Seesternen, Seeigeln und Korallen, sowie Anemonen und Schwämme, die den Blick des Tauchers auf sich ziehen.

Fischschwärme © Christine Gruber

Seestern © Christine Gruber

Fisch © Christine Gruber

Rabac und Labin – mehr als nur tauchen

Sollte das Wetter mal nicht mitspielen, dann lohnt es sich den Städten Rabac und Labin einen Besuch abzustatten. In Rabac sind es vor allem die lange Promenade mit ihren kleinen Cafés und Restaurants, die für eine willkommene Abwechslung beim Tauchurlaub sorgen. Auf dem Berg oberhalb von Rabac thront das liebliche Städtchen Labin. Die kleinen Gassen der Altstadt laden zu einem Spaziergang ein und vermitteln einem das Gefühl eine Reise in eine längst vergangene Zeit unternommen zu haben.

Labin © Christine Gruber

 

Blick von Labin auf Rabac © Christine Gruber

Naturjuwel Cres

Sowohl zum Tauchen als auch zum Erkunden lädt die Insel Cres, die sich vor der Halbinsel Istrien befindet, ein. Highlights der gebirgigen Insel sind die gleichnamige Hauptstadt Cres sowie der Süßwassersee Vrana, dessen Oberfläche über jener des umliegenden Meeres liegt und damit zu einem außergewöhnlichen Naturphänomen zählt. Für Taucher sind vor allem die Blaue Grotte sowie die zahlreichen Steilwände rund um die Insel ein wahres Erlebnis. Ähnlich wie an den Tauchplätzen rund um Sveta Marina lohnt es sich auch hier, immer zwei mal hinzusehen. Man weiß nie, was sich in den zahlreichen kleinen Löchern und unter Felsen alles versteckt!

"Hi" © Christine Gruber

Fische © Christine Gruber