Die Victoriafälle – Abenteuer Sambia

Wer die Victoriafälle in Sambia besucht merkt schnell, dass man in Afrika neben einer Kamera und Insektenspray auch eine gute Portion Flexibilität mitbringen muss. Doch es lohnt sich, auf ins Abenteuer!

So hatte ich mir den ersten Abend unserer Vater-Tochter-Reise nach Afrika nicht vorgestellt – der Papa bereits im Hotel in Lusaka, Sambias Hauptstadt, und ich in einem schummrigen Hotelzimmer in Dubai. Anschlussflug verpasst. Das einzig Gute daran: schlimmer konnte es nicht mehr werden – und wahrlich, der Fehlstart war vergessen sobald unser Sambiaabenteuer so richtig los ging.

Man kann die Victoriafälle bereits erahnen © Kathi Kamleitner
Man kann die Victoriafälle bereits erahnen

Das Abenteuer kann beginnen: Anreise zu den Victoriafällen

Die meisten Touristen verlassen sich in Sambia auf Inlandsflüge, die die Hauptstadt mit den meisten Nationalparks verbinden und Besucher auf bequemem Wege von Attraktion zu Attraktion bringen. Wir entschieden uns für das Abenteuer Bus, denn wir wollten mehr vom Land sehen und dabei auch ein wenig vom lokalen Leben mitbekommen. Eine 6- bis 7-stündige Busfahrt nach Livingstone an den Victoriafällen hört sich zwar nicht sonderlich glamourös an, macht aber Spaß und kostet nur 20 US-Dollar pro Person. Die Tickets gibt es problemlos am Vortag oder mindestens eine Stunde vor Abfahrt am Morgen am Busbahnhof in Lusaka zu kaufen. Freundliche Einheimische stehen bereit um beim Finden des richtigen Schalters oder mit dem Gepäck zu helfen.

Die Busticket kostet nur 20 US-$ pro Person © Kathi Kamleitner
Die Busticket kostet nur 20 US-$ pro Person

Einmal in Livingstone angekommen, die Kleinstadt am Sambesi auf sambischer Seite, beginnt der zweite Teil unserer Anreise: eine rumpelnde Jeepfahrt zu unserem Hotel hoch über dem Sambesi. Der Fluss und die Victoriafälle bilden die Grenze zwischen Sambia am Nordufer und Simbabwe auf der anderen Seite. Während das Wasser sich vor den Fällen trügend ruhig durch die Landschaft schlängelt, verwandelt es sich danach in einen reißenden Fluss mit wilden Stromschnellen und engen S-förmigen Kurven. Links und rechts ragen Felsen hunderte Meter in die Höhe – und oben auf einer solchen Klippe sitzt die Taita Falcon Lodge, unser Zuhause für die nächsten Tage.

Taita Falcon Lodge © Kathi Kamleitner

Das Bett der Taita Falcon Lodge sieht doch richtig gemütlich aus © Kathi Kamleitner
Das Bett der Taita Falcon Lodge sieht doch richtig gemütlich aus

 48 Stunden an den Victoriafällen

Die Victoriafälle können bestens von beiden Seiten besucht werden; jedoch wird ein besonderes Einmal-Visum für Simbabwe benötigt, welches man am Grenzübergang kaufen kann.

Hi Kathi! © Kathi Kamleitner
Hi Kathi!

Da unsere Reise bereits ungeplant um einen Tag verkürzt wurde, beschränkten wir uns auf Tagesausflüge auf der sambischen Seite. Gemeinsam mit unseren Guides von Livingstone’s Adventures geht es frühmorgens flussaufwärts. 30km vor den Fällen ist der Sambesi breit und ruhig genug für eine spannende Kanu-Safari, denn auf den verschlungenen Wasserwegen lassen sich die Tiere am Ufer bestens und ungestört beobachten. Die Victoriafälle sind immer im Blickfeld, denn die Gischt steigt so hoch, dass man die weiße Wolke bereits von weit her sehen kann. Im Doppelkanu und mit viel Unterstützung des Guides im Sitz hinter uns, paddeln wir also vorbei an Krokodilen und Nilpferden, beobachten verschiedenste Vögel in den Bäumen und warten auf Fische, die an der Wasseroberfläche nach Insekten jagen. Nach ein paar Stunden ist unser Abenteuer leider schon wieder vorbei, doch der Tag ist noch jung.

Hier in Sambia muss man selbst vom Boot aus Fotos machen, so schön ist alles © Kathi Kamleitner
Hier in Sambia muss man selbst vom Boot aus Fotos machen, so schön ist alles
Kanu-Safari © Kathi Kamleitner
Kanu-Safari

Das absolute Highlight unseres ersten Tages liegt noch vor uns – ein Flug mit einem Ultraleichtflugzeug, das uns etwa 450m über den Victoriafällen durch die Luft gleiten lässt. Zurück also zum Livingstone’s Adventures Hauptquartier außerhalb von Livingstone und rein ins Vergnügen. Trotz meiner Skepsis, ob so ein motorisierter Hängegleiter auch wirklich ein sicheres Fortbewegungsmittel ist, nehme ich im Sitz vor meinem Piloten Platz. Andy hat über 20 Jahre Flugerfahrung und versichert mir eine spektakuläre Aussicht auf die Fälle und den Sambesi – und genau das bekomme ich auch! Wir brausen hoch über dem Fluss hin zur Kante, drehen Kreise über den Fällen – mal höher, mal tiefer – und fliegen zu guter letzt noch über dem simbabwischen Ufer. Dort beobachten wir eine Elefantenherde und entdecken einige Zebras zwischen den Bäumen. Niemals hätte ich gedacht, diese Tiere einmal aus der Vogelperspektive zu sehen – wie eine Folge ‘Universum’, nur in echt!

Allen Mut zusammennehmen ... © Kathi Kamleitner
Allen Mut zusammennehmen …
... und ab geht's in die Luft ... © Kathi Kamleitner
… und ab geht’s in die Luft …
... um einen atemberaubenden Ausblick zu genießen © Kathi Kamleitner
… um einen atemberaubenden Ausblick zu genießen
Zugegeben, keine Vogelperspektive, aber Zebras © Kathi Kamleitner
Zugegeben, keine Vogelperspektive, aber Zebras

Den Abend lassen wir gemütlich bei einem Glas Wein in der Lodge ausklingen. Der Sonnenuntergang taucht unsere Gesichter in einen goldenen Glanz und mit den letzten Sonnenstrahlen ziehen wir uns in unser Chalet zurück.

Der etwas andere Balkon in der Taita Falcon Lodge © Kathi Kamleitner
Der etwas andere Balkon in der Taita Falcon Lodge
Das Glas Wein genießt man hier bei bester Aussicht © Kathi Kamleitner
Das Glas Wein genießt man hier bei bester Aussicht

Am zweiten Tag kommen wir den Wasserfällen noch viel näher – fast zu nahe, denn wer hier direkt nach der Regenzeit hin kommt, muss sich auf eine ordentliche Dusche gefasst machen. Ein kleines Netzwerk an Wegen führt nicht nur zu zahlreichen Aussichtspunkten ober- und unterhalb der Victoriafälle, sondern auch zum sogenannten Danger Point, einem Felsvorsprung, den man nur über eine rutschige Hängebrücke erreichen kann. Die Gischt der Wasserfälle ist hier so stark, dass sich auf dem Vorsprung ein kleiner Regenwald gebildet hat und Besucher auf Wunsch mit Gummistiefeln und Regenponchos ausgerüstet werden. Es gab an diesem heißen Tag jedoch nichts Schöneres als sich von den Victoriafällen ins Gesicht regnen zu lassen.

Bei den Waterfall Trails sollte man nicht aus Zucker sein © Kathi Kamleitner
Bei den Waterfall Trails sollte man nicht aus Zucker sein …
... schließlich strömen hier gigantische Wassermassen von oben herab © Kathi Kamleitner
… schließlich strömen hier gigantische Wassermassen von oben herab

Der Besuch der Victoriafälle dauert in etwa 2 Stunden und neben dem Regenwald Trail ist vor allem der Photographic Trail sehr empfehlenswert. Von hier aus sieht man die Brücke, die den Grenzübergang nach Simbabwe bildet und auch unter Adrenalinjunkies zum Bungee-Jumping beliebt ist.

Der Photographic Trail ist sehr empfehlenswert © Kathi Kamleitner
Der Photographic Trail ist sehr empfehlenswert
Auf der Suche nach mehr Sambia Abenteuern? Nur Geduld © Kathi Kamleitner
Auf der Suche nach mehr Sambia Abenteuern? Nur Geduld