Die Färöer Inseln – Naturparadies im Nordatlantik

Regenjacke, Windstopper, Fotoausrüstung, Wanderschuhe: Das sind die wichtigsten Utensilien für eine Reise zu den Färöer Inseln. Die Inselgruppe im Nordatlantik ist schroff, wild, aber auch gleichzeitig authentisch und wunderschön.

Streymoy, Sandoy und Kunoy – noch nie gehört? Dann geht es euch wie den meisten Menschen. Es handelt sich hierbei um 3 von 18 Inseln, die zu den Färöer Inseln gehören. Die Inselgruppe liegt im Nordatlantik, irgendwo zwischen Island und Norwegen. Diese abgeschiedene Lage ist vermutlich auch der Grund, warum das Naturparadies vom Massentourismus bisher verschont blieb.

Die Färöer Inseln liegen im Nordatlantik © Jürgen Garneyr

Ich habe mir für eine Woche ein Auto gemietet, um die zu Dänemark gehörenden Färöer Inseln zu erkunden. In diesen sieben Tagen erlebte ich extreme Wetterverhältnisse, freundliche Färinger, kulinarische Leckerbissen und eine Unzahl an niedlichen Locals – dem Hauptgrund meiner Reise.

Nichts für Weicheier

Um diese „Einheimischen“ zu treffen fuhr ich mit meinem Mietwagen nach Sorvagur, einem Hafenörtchen auf der Insel Vagar. Von hier ging es weiter mit einem Boot – zu meinem Ziel, der Insel Mykines. Die Überfahrt war kein Vergnügen, soviel vorweg. Die Wellen prallten ständig mit voller Wucht gegen das Boot und wir wurden unentwegt von links nach rechts geschleudert. 50 Minuten dauerte die Tortur bis zur westlichsten Insel und ich war heilfroh – und vermutlich kreidebleich – als ich wieder Land unter den Füßen hatte.

Kleine Hafenörtchen sind auf den Färöer Inseln keine Seltenheit © Jürgen Garneyr

Meet the Locals

Mykines selbst besteht aus einem kleinen Dorf mit geschätzten 20 Häusern, einer Jugendherberge, einer Kirche und einem Leuchtturm. Es gibt mehr oder weniger eine Wanderroute, die vom Ort zum Leuchtturm führt – und wieder retour. Der Weg ist anstrengend, da es ständig bergauf und bergab geht und der starke Wind lässt den Wohlfühlfaktor auch nicht wirklich steigen. Doch die Strapazen lohnen sich, sobald der Wind nachlässt und die Wolken lichter werden. Die Landschaft ist phänomenal: mit steilen Klippen, saftigen Wiesen und tausenden Vögeln.

Idylle pur © Jürgen Garneyr

Wandern erreicht hier eine neue Dimension © Jürgen Garneyr

Sie sind auch der Grund meiner Reise – die Papageientaucher. Die niedlichen Vögel mit ihren weißen Bäuchen, den bunten Schnäbel und den trolligen Augen wollte ich immer schon in Natura sehen. Jetzt war es endlich soweit. Diese einmalige Erfahrung ließ mich auch vergessen, dass wieder eine äußerst unangenehme Rückfahrt nach Sorvagur auf mich wartete.

Papageientaucher © Jürgen Garneyr

Nordische Tierwelt © Jürgen Garneyr

Entspannter Roadtrip

Nachdem ich nun den Papageientauchern begegnet war, wollte ich mehr von den Färöer Inseln sehen. Dank einer „Google-Suche“ wusste ich in etwa, welche Ecken der Inseln ich erkunden wollte. Der Großteil der Inseln ist mit dem Auto gut zu erreichen. Verfahren sowie Staus sind außerhalb Torshavns unmöglich, hupende Autos undenkbar. Autofahren auf den Färöer Inseln ist wie die Färinger selbst: tiefenentspannt. Es macht auch nichts, wenn es draußen stürmt und regnet. Das Wetter kann hinter der nächsten Kurve wieder komplett anders sein.

Eines macht Autofahren hauf den Färöer Inseln nicht, zum Stress ausarten © Jürgen Garneyr

Sehenswerte Orte sind etwa Saksun, Gjogv und Gasadalur. Aber egal, wo ich gerade unterwegs war: Ich fuhr kaum einen Kilometer, bei dem ich nicht mindestens zwei Fotostopps einlegte – so beeindruckend ist die Natur.

Eines ist sicher, bis zu den angeschriebenen Ortschaften kommt man nicht ohne Fotostopp © Jürgen Garneyr

Es gibt viele Wasserfälle zu entdecken © Jürgen Garneyr

Fermentierter Fisch und andere Leckerbissen

Wie es sich für echte Skandinavier gehört, ernähren sich die Färinger von Fisch, Meeresfrüchten und Fleisch. Sehr zu empfehlen ist in der Hauptstadt Torshavn etwa das Sushi Restaurant „Etika“ oder das „Barbara Fish House“. Bei letztgenannter Gaststätte werden sogar österreichische Weine zu den jeweiligen Fischgerichten serviert. Ein ganz besonderes Erlebnis war für mich auch die Einladung zum „Heimablidni“. Dabei laden die Hausherren Anna & Oli in ihr Heim in der Nähe von Torshavn ein und bewirten die Gäste mit typischen lokalen Gerichten. Fünf Gänge im authentischen Ambiente samt Blick über die Küste: nicht nur kulinarisch ein außergewöhnlicher Abend. Oder wer durfte schon mal einen fermentierten Fisch mit Kartoffeln im Schafsfett probieren?

Stadttreiben © Jürgen Garneyr


Infobox: Färöer Inseln

Die Färöer Inseln sind eine Inselgruppe im Nordatlantik und gehören zu Dänemark. Derzeit leben etwa 50.000 Menschen und 100.000 Schafe auf den 18 Inseln. Die Hauptstadt ist Torshavn mit rund 13.000 Einwohnern (menschlichen natürlich). Direktflüge sind unter anderem mit Atlantic Airways von Kopenhagen aus möglich – Flugzeit etwas mehr als 2 Stunden. Nähere Informationen zu den Färöer Inseln unter: www.visitfaroeislands.com