Belize – Schnorcheln zwischen Haien, Rochen und Schildkröten

Tropische Temperaturen, faszinierende Unterwasserwelten und entspannte Vibes. Das alles und noch vieles mehr vereint das kleine Land Belize, welches an der Karibikküste südlich von Mexiko liegt. Lasst euch von Bloggerin Isabella in dieses Paradies mit seiner herrlichen Unterwasserwelt entführen.

Meine Reise nach Belize beginnt im Norden des Landes mit der Grenzüberquerung von Mexiko mit einem öffentlichen Bus. Glücklicherweise verläuft die Grenzüberquerung ohne größere Probleme, obwohl mir der Einreisebescheid von Mexiko im Pass fehlt. Das sorgt kurzfristig für Herzklopfen und ein bisschen Wartezeit, aber glücklicherweise lassen mich die Grenzbeamten durch. Meine paar Brocken Spanisch überzeugen und vielleicht auch ein bisschen meine männliche Begleitung.

Karibikparadies Belize © Isabella Falter

Die Fahrt von der Grenze in die Hauptstadt Belize City dauert insgesamt ca. fünf Stunden. Im klapprigen, rosaroten Bus mit kaputten Fenstern fahren wir durch kleine Dörfer, außerdem führt uns die Straße der Küste entlang. Das karibische Flair ist sofort spürbar und zieht mich in seinen Bann: Häuser, die auf Holzpfählen gebaut sind, in allen erdenklichen Farben gestrichen. Der Duft von frisch gegrilltem Fleisch, Menschen auf der Straße, hupende Autos und Mopeds, Rauch, streunende Hunde und Katzen.

© Isabella Falter

Die Karibikinsel Caye Caulker

Das Ziel Belize City ist nun erreicht. Jetzt geht es nach kurzer Wartezeit und einem landestypischen Snack vom Straßenstand per Schnellboot weiter auf die kleine Insel Caye Caulker. Dieses Karibikparadies wurde mir von anderen Reisenden wärmstens empfohlen, unter Backpackern wird Caye Caulker auch gern „Reggae Insel“ genannt. Das liegt nicht zuletzt an der entspannten, entschleunigten Atmosphäre und dem landestypischen Slang der Einheimischen.

© Isabella Falter

Caye Caulker ist außerdem als Kitesurfer-Paradies bekannt, es weht nämlich fast ganzjährig ein konstanter Wind. Seit im Jahr 1961 die Insel durch einen Hurrikane in zwei Hälften geteilt wurde, ist nur noch eine Hälfte der Insel bewohnt. In der Mitte der bewohnten Hälfte befindet sich ein einziger großer Stromgenerator – was zur Folge hat, dass der Strom hier mehrmals täglich für ein paar Stunden einfach ausfällt. Diese kleinen Unannehmlichkeiten hindern jedoch die Touristen nicht daran, Caye Caulker einen Besuch abzustatten. Hier lockt nämlich eine unglaublich tolle Unterwasserwelt, denn das zweitgrößte Riff der Welt befindet sich direkt vor den Toren Caye Caulkers.

Belize © Isabella Falter

Caye Caulker © Isabella Falter

Belize Barrier Reef – Von Haifischen und Krabbencocktails

Das Belize Barrier Reef ist bekannt für seine vielen Haie, Rochen, Schildkröten, großen Seekühe, und und und. Außerdem lockt etwas weiter draußen das bei TaucherInnen aus der ganzen Welt bekannte „Blue Hole“. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte „Cenote“, eine Art Krater der tief ins Erdinnere führt. Hier wagen sich nur erfahrene TaucherInnen hinunter, da es nicht ganz ungefährlich werden kann. Es tummeln sich mehrere Haiarten und viele andere Meeresbewohner dort.

Blue Hole © Shutterstock.com

Da ich selbst keinen Tauchschein besitze beschließe ich, die „light“ Variante zu wählen – und mit den Riffhaien, Schildkröten und anderen Meerestieren schnorcheln zu gehen. Da die Schnorchelausflüge sehr beliebt sind bei BackpackerInnen in meinem Alter, ist es auch nicht besonders schwer geeignete Anbieter zu finden. Fast jedes Restaurant und Hostel bietet eine Art Touristeninformation an, die Angebote sind alle ähnlich.

Ich entscheide mich, den Schnorchelausflug mit dem coolen „Steve“ und seinem Team zu machen, da sie die einzigen auf der Insel sind, die mit einem Segelboot ohne Motor raus fahren. Außerdem hat er mich netterweise mit einer gratis Portion frischem „Ceviche“, einem inseltypischen, leckeren Essen aus frischen Krabben, Tomatensauce, Chili, frischem Koriander und Zitronensaft, überzeugt.

Mit dem Segelboot geht es raus aufs Meer © Isabella Falter

Möwen © Isabella Falter

Relax! Auf Tuchfühlung mit Haien

„Don´t be afraid, they can smell it. The shark is your friend, your homie. It won´t bite you, it´s a good boy! Just relax!“ Mit diesen Worten gelingt es Steve, mich etwas zu beruhigen. Ich sitze an der Kante des Bootes und schaue ins Wasser zu den Haien. Es sind ungefähr zehn Riffhaie, die friedlich ums Boot schwimmen. Ein paar mutige Mitmenschen sind schon im Wasser und bestaunen die Haie aus nächster Nähe. Der größte ist an die drei Meter lang. In mir sträubt sich in diesem Moment so ziemlich alles dagegen, in das wunderschön türkise Wasser zu springen. Aber du lebst nur einmal, ist meine Devise. Und schon schwimme ich.

Steve lockt die Haie an © Isabella Falter

Mit etwas Sicherheitsabstand betrachtet sind diese Haie wirklich wunderschöne Wesen. Sie bewegen sich sehr anmutig, manche haben sogar kleine Putzerfische an der Unterseite. Außerdem tummeln sich nebenbei noch einige Stechrochen und viele andere Fischarten. Sogar ein paar Schildkröten schwimmen entspannt am mit Seegras bedeckten Meeresboden entlang. Ich bin zwar schon öfter in tropischen Meeren geschnorchelt, so eine Artenvielfalt wie im Riff vor Caye Caulker durfte ich jedoch bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestaunen. Die in allen möglichen Farben leuchtenden Korallen und ihre Bewohner, die kleinen Anemonenfische, tun ihr übriges um mich beim nächsten Stopp aus dem Staunen nicht mehr herauszubringen.

Meeresschildkröten beehren die Schnorchler © Shutterstock.com

Fischschwarm © Shutterstock.com

Steve springt ebenfalls ins Wasser, um einen Hai vorsichtig festzuhalten. Das Tier bleibt ganz ruhig und lässt sich geduldig von uns abenteuerlustigen SchnorchlerInnen streicheln. Als der Hai gemächlich davon schwimmt, holt Steve sehr geschickt noch einen Rochen vom Meeresboden herauf, damit wir auch diesen berühren können. Ein Erlebnis, das ich sicher nie wieder vergessen werde. Außerdem weiß ich seitdem, dass Haie es doch nicht riechen können, wenn man ein bisschen Angst vor ihnen hat.

Die Riffhaie © Shutterstock.com

Alle guten Dinge haben ein Ende

Auf der Rückfahrt zur Insel gibt’s Cocktails und Snacks für uns hungrigen AbenteurerInnen und wir kommen gut beschwingt an Land an. Perfekt, um mit ein paar Bier den Tag ausklingen zu lassen. Selbstverständlich zu live-Reggae-Musik und guten Gesprächen übers Reisen und die Welt.

Caye Caulker © Isabella Falter

Als ich die Insel verlasse, verabschiedet mich ein netter Anwohner mit den Worten „Yo, darlin. Nice that you were here, hope to see ya again soon! Enjoy da sun!“ Bye Bye Caye Caulker, bye bye Belize. Es war wirklich wundervoll mit dir!