Apulien: Unterwegs am Stiefelabsatz Italiens

Glasklares Wasser, traumhafte Buchten und entzückende Dörfer – das ist der Stiefelabsatz Italiens. Bloggerin Mela macht Lust auf einen Sommerurlaub in „Bella Italia“, abseits von Lignano & Co.

Es sind vor allem drei Farben, welche das Landschaftsbild Apuliens dominieren: weiß, blau und grün. Weiß aufgrund der weißen Dörfer wie etwa Ostuni oder Otranto, aber auch dank der vorherrschenden Trulli im Valle d’Itria. Blau dank des glasklaren Wassers, welches sich vor allem an der Küste im Salento von seiner allerbesten Seite zeigt. Und dann zeigt sich die südliche Region auch noch bis zum Sommerende hin überraschend grün und abwechslungsreich.

Alberobello © Mela Mörtenbäck

Unterwegs im Valle d’Itria

Sie sind nicht zu übersehen. Immer wieder ragen zwischen dem Grünen spitz zusammenlaufende Dächer hervor. Die Rede ist von den Trulli, den typischen Bauten im Itriatal. Nicht umsonst wird das Valle d’Itria oftmals auch einfach Tal der Trulli genannt. Denn es ist genau jenes Bild, welches man vor Augen hat, denkt man an Apulien.

Trulli © Mela Mörtenbäck

Vor allem ein Besuch von Alberobello darf bei einer Reise nach Apulien nicht fehlen. Denn als Symbol der landestypischen Trulli wurde das Dorf 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Im historischen Stadtkern, monti genannt, finden sich immerhin 1.300 Trulli – alle ähnlich und doch jedes einzigartig. Sogar einen „siamesischen“ Trulli gibt es hier zu bestaunen. Und auch die Chiesa di Sant’Antonio lohnt eine Besichtigung, handelt es sich hierbei doch um eine Trulli-Kirche. Alberobello mag zwar voll an Souvenirländen und Touristen sein, viele Läden bieten neben der Souvenirs jedoch auch Einblick in das normale Leben eines Trulli, Dachterrassen offenbaren zudem einen Blick über das Dorf.

Blick auf Alberobello © Mela Mörtenbäck

Touristen schlendern durch Alberobello © Mela Mörtenbäck

Nur wenige Autominuten weiter liegt Cisternino. Der Ort gibt an vielen Stellen einen tollen Blick über das Itriatal und die zahlreichen Trulli frei; die engen Gassen laden zudem zum sich verlieren und treiben lassen ein. Besonders empfehlenswert ist das Dorf jedoch aufgrund der typischen Art des Abendessens. Beinahe an jeder Ecke gibt es eine so genannte macellerie, eine Mischung aus Metzgerei und Restaurant. Bevor man sich also überhaupt an einen Tisch setzt, sucht man zunächst an der Fleischtheke aus, was später am Spieß gegrillt auf dem Teller landen soll. Einzigartig! Gemeinsam mit dem naheliegenden Dorf Locorotondo zählt Cisternino übrigens zu den schönsten Ortschaften Italiens, den borghi più belli d’Italia.

Cisternino © Mela Mörtenbäck

Ebenfalls nicht verpassen sollte man einen Stadtbummel durch Ostuni – die weiße Stadt. Ostuni verdankt seinen Beinamen der Tatsache, dass der historische Kern einst gänzlich in weißem Kalk angestrichen und somit von oben bis unten weiß war. Heute stimmt diese Bezeichnung zwar nicht mehr zur Gänze, ein Spaziergang durch die Gassen lässt aber immer noch erkennen, was es mit dem Beinamen auf sich hat. In Ostuni lässt man sich am treiben, genießt die Ausblicke, die sich an manchen Ecken bis aufs Meer eröffnen und verbringt die Mittagshitze bei regionalen Spezialitäten in den schattenspendenden Gassen.

Ostuni © Mela Mörtenbäck

Salento – am Stiefelabsatz Italiens

Nicht nur das Valle d’Itria steht stellvertretend für die Region Apulien. Auch das Salento, am südlichsten Ende Italiens, prägt mit türkisfarbenem Wasser und traumhaften Stränden das Bild der Region. Neben ausgiebigen Zwischenstopps zum Baden, lohnen auch Besuche der Städte Lecce oder Otranto.

Was bei der Einfahrt nach Lecce auffällt: die Architektur ist anders als in anderen apulischen Städten. Nicht umsonst wird Lecce auch als Florenz des Südens bezeichnet. Denn im Zentrum befinden sich viele Bauten aus Tuffstein, welcher im Umland von Lecce abgebaut wird und die Bauweise des Lecceser Barocks begünstigte.

Lecce © Mela Mörtenbäck

Und tatsächlich: Bei einem Stadtbummel könnte man doch tatsächlich meinen, durch eine toskanische Stadt zu Flanieren. Bei einem Spaziergang passieren wir Kirchen und Amphitheater, lassen uns in der Enogastronomia Povera mit süditalienischen Leckereien verwöhnen und bummeln durch die Einkaufsstraßen zurück zu unserem Mietauto. Nicht aber, ohne zuvor auf Empfehlung im Caffé Alvino für ein typisch Lecceser Pasticciotto anzustehen.

Lecce © Shutterstock.com

Nächstes Ziel: die Bucht Torre dell’Orso. Denn bei meiner Suche nach sehenswerten Orten und schönen Stränden in Apulien, landete ich schnell bei den prägnanten Klippen Le due Sorelle in der Bucht Torre dell’Orso. Der Strand ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt, nicht zuletzt da das Wasser besonders sauber ist und wiederholt mit der Bandiera blu ausgezeichnet wurde. Und von der schroff abfallenden Küste am südlichen Ende hat man eindeutig den besten Blick auf Le due Sorelle, der bekannten Felsformation im Meer. Ähnlich eindrucksvoll liegt nur wenige Autominuten die Grotta della Poesia, eine Ausgrabungsstätte, welche vor allem im Sommer große Relevanz erlangt und wagemutige zum meterhohen Sprung ins kühle Nass animiert.

Torre dell’Orso / Le due Sorelle / Grotta della Poesia © Mela Mörtenbäck

Le Due Sorelle © Mela Mörtenbäck

Um den Tag gebührend ausklingen zu lassen, lohnt sich die Weiterfahrt in das Fischerdorf Otranto. Hauptanziehungspunkt für Urlauber ist die Kathedrale Santa Annunziata, mit dem berühmten Bodenmosaik aus rund zehn Millionen Steinen. Nach einem Bummel durch die hübschen Gassen von Otranto, landen wir schlussendlich im Ristorante Acmet Pascià, wo wir bei einer unglaublich leckeren Fischsuppe nicht nur den Tag, sondern auch den Urlaub in Apulien ausklingen lassen…

Otranto © Mela Mörtenbäck


Hast du jetzt Lust auf Apulien bekommen oder warst du sogar schon mal dort? Wie hat es dir gefallen?