5 Insidertipps für deine Städtereise nach Helsinki

Wenn es um den hohen Norden geht, sind die ersten und beliebtesten Adressen für Städtetrips meist Stockholm oder Kopenhagen. Warum Helsinki hier aber auf keinen Fall fehlen darf, verraten wir euch im Blog.

Warum Helsinki bei Städtereisen immer ein bisschen auf der Strecke bleibt, kann ich mir nicht ganz erklären, denn die Stadt ist wirklich mehr als eine Reise Wert. Viel Wasser, viel Grün und ins Landesinnere ist es auch nicht wirklich weit, sodass schnell mal ein Tagestrip dorthin eingeschoben werden könnte. Zudem ist hier, im Gegensatz zu den anderen Hauptstädten, deutlich ein russischer Flair zu spüren, welcher Helsinki noch interessanter macht. Andererseits ist es von Vorteil, dass die großen Touristenmassen (noch) nicht in die Stadt strömen – so kann man in Ruhe durch die Gassen schlendern und alles auf sich wirken lassen, ohne vor jeder Attraktion ewig lange in der Schlange stehen zu müssen.

Hi © Mika Koeb

Was ihr euch nicht entgehen lassen solltet, wenn ihr in meiner Geburtsstadt seid? Ich verrate es euch.

1. Kultur & Sehenswürdigkeiten
2. Shopping
3. Restaurants
4. Kaffeeklatsch
5. Outdoor

1. Kultur & Sehenswürdigkeiten:

Kultur & Sehenswürdigkeiten in Helsinki © Mika Koeb

Tuomiokirkko: Wer Bilder aus Helsinki kennt, erinnert sich mit Sicherheit an die wunderschöne, weiße Kirche, die ein bisschen oberhalb der Stadt thront. Nicht nur das Gebäude an sich, sondern auch der Vorplatz sind ein Magnet für Touristen und Einheimische. Im Sommer sind die Stufen vor der Kirche voll mit Leuten, die bis spät nachts essen, trinken und das warme Wetter genießen.

Temppeliaukion Kirkko: Nicht noch eine Kirche… Doch! Die ist aber auch wirklich sehenswert, versprochen! Nur ein paar Gehminuten von der Innenstadt entfernt befindet sich ein von außen unscheinbar wirkender Felshaufen. Man würde nicht erwarten, dass sich im Inneren eine Kirche befindet – und dazu noch eine der schönsten, die ich kenne. Komplett in den Felsen geschlagen, dazu Bänke aus Holz und ein Kupferdach.

Kiasma: Für Kunstinteressierte birgt das Kiasma an der Mannerheimintie zeitgenössische Kunst in einem der modernsten und gleichzeitig umstrittensten Gebäude der Innenstadt.

Alvar Aalto: Wer ein bisschen was für Architektur übrig hat, dem ist der Name des wohl bekanntesten, finnischen Architekten sicherlich geläufig. Unzählige Gebäude in Helsinki wurden von ihm entworfen. Wer sich einige davon anschauen will, dem empfehle ich die Finlandia Halle, das Stora Enso Gebäude („Zuckerstück“) oder aber die Aalto Universität.

Linnanmäki: Alte Vergnügungsparks mitten in der Stadt sind irgendwie ein nordisches Phänomen. Wie auch in Stockholm oder Kopenhagen gibt es auch in Helsinki nur ein paar Gehminuten von der Innenstadt entfernt ein Gelände voller Achterbahnen und anderer Attraktionen. Wer während eines Loopings die Stadt von oben sehen will, der sollte hier vorbeischauen!

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2. Shopping:

Shopping in Helsinki © Mika Koeb

Marimekko / Iittala / Artek / Fiskars: Neben meiner Wenigkeit stammen auch ein paar namhafte Firmen aus Finnland. Finnisches Design besticht vor allem durch gutes Handwerk sowie simple, zeitlose Formen und Farben. Wer sich oder sein Heim neu einkleiden möchte, schaut am besten bei Marimekko vorbei. Das weltbekannte Unikko-Muster macht sich nicht nur auf Klamotten, sondern auch auf Servietten, Geschirr, Regenschirmen oder Taschen gut. Iittala setzt vor allem auf zeitloses, klassisches Geschirr und Dekogegenstände und bei Artek finden sich Designs von Alvar Aalto, die mittlerweile überall auf der Welt verkauft werden. Wer gerne Papier oder Stoffe schneidet, der wird im großen Fiskars-Sortiment fündig. Für alle Mumins-Fans gibt es beispielsweise eine eigene Edition mit einer der beliebtesten Zeichentrickfamilien.

Mumins: Wer kann sich nicht mehr an die fröhliche, nilpferdähnliche Familie aus den frühen Kindertagen erinnern? Wer noch immer Fan ist oder einfach nur ein Stück Vergangenheit aus Helsinki mit in die Heimat bringen will, der sollte einem der vielen Moomin-Shops einen Besuch abstatten. Mein Favorit? Die Mumins aus dünnem Holz, die man selber ausstanzen und dann zusammenstecken kann.

Stockmann: Es ist das größte Warenhaus im Norden Europas und gleichzeitig ein altehrwürdiges Gebäude mitten in der Innenstadt. Von den tollsten Delikatessen über Dekogegenstände bis hin zu Kleidung findet sich hier alles, was das Herz jedes Shoppers nur so begehren kann. Auch das dazugehörige Buchgeschäft (Akateeminen Kirjakauppa) kann sich sehen lassen. Hier finden sich die tollsten, finnischen Kinderbücher – viele davon auch ins Englische oder Deutsche übersetzt.

Aleksanterinkatu / Pohjois- & Eteläesplanadi / Annankatu & Fredrikinkatu: Aleksanterinkatu ist eine der bekanntesten Einkaufsstraßen in Helsinki. Man schlendert gemütlich an vielen Cafés und Shops vorbei und landet am Ende auf dem Vorplatz der Tuomiokirkko. Pohjois- & Eteläesplanadi befinden sich beidseitig des schönen Parks, der sich von der Innenstadt bis zum Meer zieht. Hier finden sich Filialen von Marimekko, Iittala & Konsorten, aber auch Shops der bekannten, großen Modeketten.

Annankatu & Fredrikinkatu liegen nur wenige Minuten entfernt, der Touristenstrom findet hier aber meistens nicht her. In dieser Gegend befinden sich unzählige kleine Shops und Boutiquen, Second Hand Geschäfte und Läden für Möbel Und Dekogegenstände.

Kauppahalli & Kauppatori: Wer die Esplanadi runterschlendert, landet direkt am Meer. Auf dem großen Vorplatz befindet sich der Markt (Kauppatori), auf dem jeden Tag frisches Obst, Gemüse, Fisch und allerlei kuriose, finnische Gegenstände verkauft werden. Nur ein paar Meter davon entfernt liegt die alte Markthalle (Vanha Kauppahalli), in der unter anderem viele typisch finnische Köstlichkeiten verkauft werden (beispielsweise Bärenwurst, Urks.)

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3. Restaurants:

Restaurants in Helsinki © Mika Koeb

Farang: Alles andere als ein typisch finnisches Restaurant. Das Farang gehört zwei der bekanntesten Köche der Stadt und ist eine Fusion aus asiatischem Essen und allen möglichen Einflüssen. Es gibt ein Tasting Menu, das entweder mit Fleisch  und Fisch oder vegetarisch zu haben ist und einem die Möglichkeit gibt, sich einmal quer durch die Speisekarte zu futtern. Nom Nom.

Story / Vanha Kauppahalli: In der Mitte der alten Markthalle befindet sich das Story, das von einem schnellen Lunch bis hin zu Snacks oder finnischem Gebäck alles im Sortiment hat. Die tolle Atmosphäre der alten Markthalle obendrauf.

Sandro: Zwei Restaurants gibt es davon in Helsinki. Mittags bekommt man immer ein wechselndes Menü angeboten, abends wird à la Carte bestellt. An den Wochenenden gibt’s samstags einen vegetarischen und veganen Brunch, am Sonntag läuft das Ganze unter dem Motto „Marrakech Madness Brunch“ – unbedingt probieren!

The Cock: Schon beim Durchklicken der Speisekarte läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Angefangen beim köstlichen Frühstück, über das Mittagessen bis hin zum Dinner könnte ich den ganzen Tag in diesem wunderhübschen Laden verbringen und mir einen Gang nach dem anderen in den Mund schieben.

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4. Kaffeeklatsch:

Kaffeeklatsch in Helsinki © Mika Koeb

Johann & Nyberg: Vor Jahren sperrte die erste Filiale in Stockholm auf, nun gibt es das beliebte Café auch in Helsinki. Direkt am Wasser gelegen wird hier bester Kaffee serviert, dazu gibt es finnische Backwaren und obendrein noch ein Lokal, das so gemütlich ist, dass man sich hier für Stunden verkriechen und lesen möchte.

Andante: Weil ein Coffee Shop alleine zu langweilig wäre, haben die Herrschaften von Andante direkt einen Blumenladen draus gemacht. Oder umgekehrt. Hier trinkt man seinen Kaffee und nimmt auf dem Heimweg direkt noch ein paar Schnittblumen für sein Zuhause mit.

Plootu: Hier werden nicht nur gute Getränken und Snacks serviert, nein, man kann auch alle Gegenstände um sich herum käuflich erwerben. Das Plootu ist nämlich eine Mischung aus Möbelgeschäft und Coffee Shop.

Fazer: In einer Seitenstraße von Aleksanterinkatu und Esplanadi befindet sich das Café des Traditionsunternehmens Fazer. Schon seit Kindestagen verschlinge ich die Schokolade und kann noch immer nicht genug davon kriegen. Hier finden sich feine Damen zum Nachmittagskuchen ein oder auch junge Leute, die in der Uni-Pause kurz einen Kaffee trinken wollen.

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5. Outdoor:

Outdoor in Helsinki © Mika Koeb

Puu Vallila: Das Viertel ist eine der ältesten Gegenden in Helsinki. Betritt man die Straßen, fühlt man sich in eine andere Ära zurückversetzt. Schnuckelige, pastellfarbene Holzhäuser säumen die Straßen, alle mit hübschen Gartenzäunchen und gepflegten Vorgärten versehen. Eine richtige Vorstadtidylle.

Seurasaari: Helsinki wird von knapp 300 Inseln umgeben, die teilweise so klein sind, dass nur ein Häuschen darauf Platz findet. Eine der größeren Inseln ist Seurasaari – eine Art Freiluftmuseum, wo man sehen kann, wie die Finnen früher so gelebt und gewohnt haben. Das Beste? Die Insel ist voll mit zahmen Eichhörnchen. Einfach ein paar Nüsse mitnehmen, Hand ausstrecken und warten.

Suomenlinna: Mit dem Boot erreicht man die Insel in nur wenigen Minuten. Als Finnland im Krieg war, wurde Helsinki von dieser Insel aus verteidigt. Hier finden sich heute noch viele Überbleibsel aus dieser Zeit, die zu einem großen Open Air Museum wurden. Geschützstände, Mauern, Bunker unter der Erde und alte Kasernengebäude erinnern an nicht so rosige Zeiten.

Saunasaari: Wie jeder weiß, sind die Finnen verrückt nach Sauna. Kein Wunder also, dass es eine ganze Insel gibt, auf der die verschiedensten Saunen zu finden sind. Wer kein Problem mit Hitze hat, der sollte gleich mal alle durchprobieren. Dazwischen am besten immer einen Abstecher ins Meer machen. Die verrückten Finnen machen das übrigens das ganze Jahr über!

Puu Vallila in Helsinki © Mika Koeb

Und, so touristisch es auch klingen mag – es empfiehlt sich dennoch, eine dieser Fahrten auf dem Boot zu buchen, bei der man viele der Inseln vor Helsinki abklappert. Es ist für viele Mitteleuropäer kaum vorzustellen, wie wunderschön die Natur nur ein paar Minuten von der Hauptstadt entfernt sein kann. Weitblick, Meer, Strand und Felsen. Im Sommer kann man hier direkt im Wasser schwimmen gehen, im Winter lohnt sich der unvergessliche Blick auf das Meer voller Eisschollen.

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