Kreuzfahrt – mit der Mein Schiff 4 über die Ostsee (II)

Kaum am Kreuzfahrtschiff angekommen, geht es auch schon so richtig los. Kommt an Bord der Mein Schiff 4, wir steuern Helsinki, St. Petersburg, Tallin und Stockholm an.

Nachdem ich mich so langsam auf der Mein Schiff 4 zu Recht gefunden habe (hier geht es zu Teil 1), geht es auch schon los, denn die erste Stadtbesichtigung steht auf dem Plan.

Helsinki – Kurzbesichtigung mit Hafenrundfahrt

Am nächsten Morgen sehe ich zu wie die Mein Schiff 4 den Hafen von Helsinki ansteuert. Mit dem ersten Shuttlebus lasse ich mich in die Innenstadt bringen. Zuerst mache ich einen Abstecher zum Dom und dann besteige ich ein kleines Schiff und mache eine zweistündige Hafenrundfahrt. Sozusagen ein Schiffswechsel.

Dom von Helsinki © Gudrun Krinzinger
Dom von Helsinki

Immer wieder schaue ich auf die Uhr, denn der berühmten Felsenkirche möchte ich auch noch einen Besuch abstatten. Mein persönliches Highlight von Helsinki entdecke ich dann allerdings zufällig in der Nähe des Bahnhofs. Es ist die Kamppi-Kapelle, ein ruhiger, besinnlicher Ort in all dem Trubel. Für ein ausführlicheres Besichtigungsprogramm reicht die Zeit leider nicht, denn um 16:30 Uhr heißt es: Alle Mann (Frauen und Reiseblogger) an Bord!

Die berühmte Felsenkirche © Gudrun Krinzinger
Die berühmte Felsenkirche
Die außergewöhnliche Kamppi-Kapelle in der Nähe vom Bahnhof © Gudrun Krinzinger
Die außergewöhnliche Kamppi-Kapelle in der Nähe vom Bahnhof

Mit dem Shuttlebus geht es zurück zum Schiff, schon kommt die Borddurchsage, ich eile auf das oberste Deck und winke Helsinki zu. „Heippa“ also Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal und dann bleibe ich hoffentlich länger!


Besichtigungstipps Helsinki:

Felsenkirche (Temppeliaukion kirkko)
Mo-So: 10-17 Uhr (während der Gottesdienste darf die Kirche nicht besichtigt werden)

Kamppi Kapelle am Narinkka-Platz
Mo-Fr 7.00-20.00 Uhr
Sa, So 10.00-18.00 Uhr

Die Ausflugsschiffe fahren vom Marktplatz weg.


St. Petersburg – Die goldene Stadt

Als nächstes wartet St. Petersburg auf mich. Unzählige Busse stehen bereit um mich und die anderen Passagiere in die Stadt zu bringen. Aber alles ist generalstabsmäßig geplant und niemand, aber auch wirklich niemand, kann verloren gehen.

Die Dächer von St. Petersburg © Gudrun Krinzinger
Die Dächer von St. Petersburg

Unsere Reiseleiterin Svetlana erzählt uns während der Fahrt zum Katharinenpalast die wichtigsten geschichtlichen Details. Der Palast liegt 25 km außerhalb der Stadt in einem kleinen Dorf namens Puschkin und bis wir hinein dürfen, heißt es warten, warten und nochmals warten. Schließlich sind wir nicht die einzige Gruppe, alleine heute liegen acht Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Im Schritttempo nähern wir uns dem Palast und werden mit braunen Überschuhen ausgestattet. Anschließend geht es im Gänsemarsch durch die prunkvollen Räume, im Ohr die Stimme Svetlanas, die uns über Kopfhörer über Bau- und Familiengeschichte informiert. Eines ist klar: Gold war die Lieblingsfarbe der drei Kaiserinnen, die in diesem Sommerpalast residierten. Ein Raum folgt dem anderen, auch der Nachbau des berühmten Bernsteinzimmers ist zu sehen. Das Fotografieren dieses Zimmers ist allerdings strengstens verboten.

Warten, warten und nochmals warten © Gudrun Krinzinger
Warten, warten und nochmals warten
Sowohl auf der Außenseite... © Gudrun Krinzinger
Sowohl auf der Außenseite…
... als auch im Gebäude selbst ist Gold omnipräsent © Gudrun Krinzinger
… als auch im Gebäude selbst ist Gold omnipräsent

Nur kurz haben wir Zeit für einen kleinen Abstecher in den Park, der 100 ha groß ist. Statuen, Gartenhäuser, Brücken, Grotten, Pavillons, … der Schönbrunner Schlosspark in Wien ist im Gegensatz dazu eine Miniaturausgabe.

Doch auch in St.Petersburg selbst erscheint mir vieles überdimensioniert. 5 km lang zieht sich die Einkaufsstraße Newski-Boulevard durch die Stadt, ein Prachtbau reiht sich an den anderen. Noch mehr Gold als im Katharinenpalast finde ich in der Kathedrale der Peter-und-Paul-Festung vor. Hier wurde nicht nur der Grundstein zur Gründung von St .Petersburg gelegt, hier sind auch alle russischen Zaren begraben und das Innere der Kirche ist mit echtem Blattgold verziert.

Noch mehr Gold findet man in der Peter-und-Paul-Festung© Gudrun Krinzinger
Noch mehr Gold findet man in der Peter-und-Paul-Festung
Das Grab des Zaren Romanows © Gudrun Krinzinger
Das Grab des Zaren Romanows

Am nächsten Tag geht es golden weiter. Diesmal bin ich mit einem Bus Richtung Peterhof unterwegs, wo sich Zar Peter von Versailles inspirieren ließ. Die Ausstattung des Schlosses ist wie gewohnt prachtvoll, aber umso eindrucksvoller ist der Park mit seinen unzähligen Kaskaden und Springbrunnen.

Der prachtvolle Park des Peterhofs © Gudrun Krinzinger
Der prachtvolle Park des Peterhofs
Springbrunnen im Peterhof © Gudrun Krinzinger
Springbrunnen im Peterhof

Nach dem Besuch werden wir in die Stadt gebracht, wo wir den Nachmittag zur freien Verfügung haben. Eremitage, Erlöser-Kirche, ein Spaziergang an der Newa, was soll ich mir bloß ansehen? Da ich mir gerne Städte von oben ansehe, steige ich die Stufen der Issaks-Kathedrale empor. Sie ist der drittgrößte Kuppelbau der Welt.

Eremitage © Gudrun Krinzinger
Eremitage
Blick von der Isaaks-Kathedrale © Gudrun Krinzinger
Blick von der Isaaks-Kathedrale
Erlöser-Kirche © Gudrun Krinzinger
Erlöser-Kirche

Besichtigungstipps St.Petersburg

Möchte man St.Petersburg individuell besichtigen, braucht man ein Visum: http://austria.mid.ru/web/austriade/consulat-viza
Bei Buchung der Bordausflüge ist ein Visum nicht notwendig.

Katharinenpalast mit Bernsteinzimmer
Tickets und Informationen: http://eng.tzar.ru/

Peterhof
Tickets und Informationen: http://eng.peterhofmuseum.ru/

Peter-und-Paul-Festung inkl.Kathedrale
Tickets und Informationen: http://www.spbmuseum.ru/

Isaakskathedrale
Tickets und Informationen: http://eng.cathedral.ru/


Tallin – Die mittelalterliche Hauptstadt Estlands

Eigentlich bin ich besichtigungsmüde, aber einen Tag an Deck bleiben, wenn das Schiff im Hafen liegt und ich in Tallin, der Hauptstadt Estlands, in eine andere Zeitepoche eintauchen kann? Unmöglich! Tallin erinnert mich an das Mittelalter. Schon steige ich die Stufen zur Olaikirche empor und blicke auf die schmalen Gässchen, roten Dächer und Schornsteine.

Blick auf die Dächer von Tallin © Gudrun Krinzinger
Blick auf die Dächer von Tallin

Mein nächster Stopp gilt dem Domberg. Auch von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt. Den Nachmittag verbringe ich ganz gemütlich im Café August.

Das bunte Café August © Gudrun Krinzinger
Das bunte Café August

Besichtigungstipps Tallin:

Olaikirche: Juli, August 10-20 Uhr, 2 Euro Eintritt

Café August
http://www.kohvikaugust.ee/


Stockholm – Wachablöse und Turmbesteigung

Eine Frühaufsteherin war ich noch nie, aber ich habe mir sagen lassen, die Fahrt durch die Schären soll legendär sein. So stehe ich um sechs Uhr früh an Deck und fahre durch unzählige Inseln Stockholm entgegen. Möwen begleiten unser Schiff, die Sonne geht auf und taucht die kleinen roten Häuser in ein magisches Licht.

Die Fahrt durch die Schären Stockholms lohnt sich © Gudrun Krinzinger
Die Fahrt durch die Schären Stockholms lohnt sich

In Stockholm komme ich gerade richtig zur Wachablöse. Bis die Garde uns Touristen zu den Zuschauerplätzen gescheucht hat, dauert es ein bisschen. Aber pünktlich um 12:15 Uhr geht es los mit viel Tsching­de­ras­sabum-Musik marschiert die Garde in alle Ecken des Schlosshofs. König oder Königin sind nicht in Sicht.

Ohne Marschmusik ... © Gudrun Krinzinger
Ohne Marschmusik …
... keine Wachablöse © Gudrun Krinzinger
… keine Wachablöse

Nach der Parade will ich wieder mal hoch hinaus und besteige den Rathausturm. Von hier aus hat man eine schöne Sicht auf Stockholm, besonders auf den historischen Stadtteil Gamla Stan. Regen lässt mich in den Hop-on Hop-off Bus flüchten und ich fahre im Trockenen durch die Stadt. Neugierig wäre ich auf das Vasa-Museum, wo das Kriegsschiff Vasa ausgestellt ist. 1628 lief das Schiff vom Stapel und sank nach einem Kilometer mit gehissten Fahnen. Die Menschenschlangen vor dem Museum lassen mich erahnen, dass ich da heute nicht mehr hineinkomme. So steige ich um ins Boot und lasse mich zum Hafen bringen, wo die Mein Schiff 4 schon wartet.

Die Altstadt Gamla Stan © Gudrun Krinzinger
Die Altstadt Gamla Stan

Die Fahrt in den Sonnenuntergang durch die Schären ist genauso spektakulär wie am frühen Morgen.


Besichtigungstipps Stockholm

Wachablöse im Schloss
Juni, Juli, August: Mo-Sa 12:15 sowie So 13:15 Uh

Rathaus

Mai und September: 9:10 – 15:50 Uhr
Juni, Juli, August: 9:10 – 17:10 Uhr
Es dürfen nur jeweils 30 Personen auf den Turm, daher werden Tickets mit Zeitangaben verkauft.
Hop-On Hop-Off Bus

buchbar inkl. Hop-On Hop-Off Boot

Vasa-Museum

Januar bis Mai und September Dezember 10.00 bis 17.00 Uhr, mittwochs 10.00 bis 20.00 Uhr

Juni bis August 08.30 bis 18.00 Uhr

Tipp: Ich konnte alle Ausgaben in St.Petersburg und Stockholm mit Bankomat- oder Kreditkarte begleichen. Es war nicht nötig Geld zu wechseln.


Der letzte Tag der Ostsee Kreuzfahrt ist ein Schiffstag. Ich mache es mir gemütlich, gehe spät frühstücken und sortiere Fotos aus. Die Eindrücke der letzten Tage ziehen nochmals an mir vorbei. Helsinki, St.Petersburg, Tallin, Stockholm, jede dieser Städte ist einzigartig und eine Besonderheit. Hoffentlich darf ich mich bald wieder an Bord eines Kreuzfahrtschiffes begeben und neue Städte kennen lernen.

Fahrt in den Sonnenuntergang auf der Mein Schiff 4 © Gudrun Krinzinger
Fahrt in den Sonnenuntergang auf der Mein Schiff 4

Du möchtest mehr über die Mein Schiff 4 erfahren?  -> hier geht es zu Teil 1