Kreuzfahrt – mit der Mein Schiff 4 über die Ostsee (I)

Eine Kreuzfahrt verbindet Komfort und die Möglichkeit viele Städte in kurzer Zeit zu entdecken. Doch wer glaubt, dass an Bord Langeweile aufkommt, wird sich wundern.

Ich bin gut in Kiel angekommen, der Transfer mit dem Bus vom Flughafen Hamburg zum Hafen Kiel hat super geklappt. Ich glaube, es kann gar niemand verloren gehen, so viele freundliche Mitarbeiter wie da herumstehen und mir den Weg zum Bus gezeigt haben. Im Hafen angekommen, gebe ich meinen Koffer ab um die Mein Schiff 4 erstmal von außen zu bewundern. Zwar dürfte ich schon an Bord, doch die Kabinen werden erst ab 15 Uhr freigegeben. So drehe ich in der Kieler Altstadt noch eine Runde.

Mein Schiff 4 © Gudrun Krinzinger
Mein Schiff 4

Hier bleiben keine Wünsche offen

Endlich ist es 15 Uhr, ich lasse mich registrieren, gehe durch die Sicherheitskontrollen und suche meine Kabine. Suchen ist das richtige Wort, denn so ein Kreuzfahrtschiff ist riesig! Sage und schreibe 2506 Passagiere haben in den 1253 Kabinen Platz, es stehen den Gästen 11 Restaurants und 13 Bars zur Verfügung. Woher ich das weiß? Ich habe an einer Schiffsführung teilgenommen, die ich allen empfehle, die so wie ich an mangelnden Orientierungssinn leiden.

Wir lernen fast alle Bereich des Schiffes kennen, nur auf die Brücke und in den Maschinenraum dürfen wir nicht (wobei ich als Reisebloggerin eine Sondergenehmigung bekomme und den Kapitän am nächsten Tag auf der Brücke besuchen darf). Den Passagieren steht ein Wellnessbereich mit Salzsauna, Biosauna und Infrarotkabine zur Verfügung, natürlich mit Blick aufs Meer. Das Fitnesscenter ist mit den modernsten Geräten ausgestattet und wer will kann draußen auf Deck auf einer eigenen Joggingstrecke seine Runden drehen. Es gibt sogar einen eigenen Basketballplatz!

Ruhe bitte! Der Wellnessbereich © Gudrun Krinzinger
Ruhe bitte! Der Wellnessbereich
Sauna mit Traumaussicht © Gudrun Krinzinger
Sauna mit Traumaussicht

Innen- und ein Außenpool sind ebenfalls vorhanden, der Außenpool ist 25 Meter lang. Es gibt unglaublich viele Liegen zum Ausruhen und meinen persönlichen Lieblingsplatz hatte ich schnell erspäht, es ist die Himmel und Meer Lounge auf Deck 12.

Außenpool © Gudrun Krinzinger
Außenpool

Trotz der Schiffsführung muss ich ständig meine Kabine suchen. Als ich die Tür mit meiner Schlüsselkarte öffne, bin ich begeistert: die Kabine ist richtig groß und kommt mir unglaublich luxuriös vor. Ich habe ein großes Bett, eine Couch, einen Balkon, eine eigene Kaffeemaschine und Platz genug um meine Sachen zu verstauen. Es ist richtig gemütlich. Schade eigentlich. Denn würde ich hier in der kommenden Woche wirklich viele Stunden verbringen?

Kabine mit Balkon © Gudrun Krinzinger
Kabine mit Balkon

Route und Ausflüge

Wahrscheinlich nicht, denn mit der Baltikrundfahrt und den Stationen in Helsinki, St.Petersburg, Tallinn und Stockholm habe ich mir einen Traum erfüllt. Ich will natürlich jeden Tag soviel wie möglich entdecken und so suche ich das Landausflugsteam auf, um mich über die geplanten Ausflüge zu informieren. Vielleicht ist es möglich, die Städte individuell zu erkunden?

Schnell ist mir nach der freundlichen Beratung klar, dass ich, außer in St.Petersburg, keine Ausflüge werde buchen müssen. Und zwar auch nur, weil ich mich nicht rechtzeitig um ein Visa für Russland gekümmert habe. Kein Problem, schnell entschlossen buche ich die Ausflüge „Stadtrundfahrt mit Katharina, Peter und Paul“ und „Zarenresidenz Peterhof mit Freizeit in der Stadt“. Zwar liegen zwischen meinem Besuch in St.Petersburg noch ein Schiffstag und der Aufenthalt in Helsinki, doch ich will keine Zeit verlieren, denn die Ausflüge sind immer schnell ausgebucht. Praktischerweise kann ich die Kosten der Ausflüge auf meine Schlüsselkarte buchen, die Rechnung bezahle ich dann am Ende der Reise an der Rezeption.

Mein Schiff 4 © Gudrun Krinzinger

Hier kommt kein Hungergefühl auf

Prinzipiell habe ich auf der Mein Schiff das All-Inklusive-Paket mitgebucht. Das heißt ich muss nur in bestimmten Restaurants Speisen und Getränke bezahlen, Massage- und Kosmetikanwendungen sind nicht im Preis inkludiert. Sauna und Fitnessstudio sind gratis, die Shows, Lesungen und Konzerte auch.

Für Unterhaltung ist gesorgt © Gudrun Krinzinger
Für Unterhaltung ist gesorgt

Eigentlich habe ich nach dem aufregenden Tag schon Hunger, doch bevor ich mir ein Restaurant aussuchen kann, steht noch die Seenotrettungsübung auf dem Programm. Pünktlich um 18:15 erschallt ein Notsignal und wir machen uns wie die Lemminge zu unserer Musterstation auf. Um die Anwesenheit aller Gäste zu überprüfen, werden unsere Schlüsselkarten eingescannt. Das ganze dauert ein bisschen und bis wir alle registriert sind, ist es schon knapp vor 19 Uhr. Das Ablegemanöver will ich auf gar keinen Fall verpassen.

Die meisten Passagiere (ich inklusive) versammeln sich mit einem Drink an Deck, lauschen der Hymne und winken wie verrückt.

Jetzt bin ich schon wirklich sehr, sehr hungrig, und ich überlege, für welches Restaurant und vor allem für welches Essen ich mich entscheiden solle. Japanisch im Hanami, Surf & Turf im Steakhouse oder ab ins Selbstbedienungsrestaurant Anckelmannsplatz? Ich wähle die bequemste Variante und lasse mich im nächstgelegenen Restaurant nieder. So lande ich im Restaurant Atlantik-Klassik.  Ich habe die Wahl zwischen zwei Menüs und darf die Speisen tauschen. Alles schmeckt vorzüglich und nach einem Absacker in der Waterkant-Bar falle ich todmüde ins Bett.

Man hat die Wahl zwischen dem Restaurant Atlantik ... © Gudrun Krinzinger
Man hat die Wahl zwischen dem Restaurant Atlantik …
..., dem japanischen Restaurant Hanami uvm. © Gudrun Krinzinger
…, dem japanischen Restaurant Hanami uvm.

Der erste Schiffstag

Am nächsten Tag steht der erste Schiffstag auf dem Programm. Ich frühstücke in der Café Lounge und mache es mir anschließend auf dem Schiff gemütlich, klappere die verschiedenen Decks ab, sehe den Gästen beim Shuffleboard zu (ein witziges Spiel, leider habe  ich die Regeln nicht ganz verstanden) und genieße es einfach auf hoher See zu sein.

Auch der Koffeinbedarf wird hier ausreichend gedeckt © Gudrun Krinzinger
Auch der Koffeinbedarf wird hier ausreichend gedeckt

Um 14 Uhr steht dann mein Treffen mit Kapitän Todd Burgmann auf dem Programm. Gemeinsam mit einigen anderen Passagieren darf ich auf die Brücke. Ein bisschen erinnert mich die Kommandozentrale an das Raumschiff Enterprise, beeindruckt bin ich natürlich trotzdem.

Kapitän Todd Burgmann und Gudrun © Gudrun Krinzinger
Kapitän Todd Burgmann und Gudrun
Das Betreten der Brücke ist für Gäste normalerweise streng verboten © Gudrun Krinzinger
Das Betreten der Brücke ist für Gäste normalerweise streng verboten

Das schlimmste an einem Kreuzfahrtschiff ist die Langweile. Aber die kommt gar nicht auf. Ich könnte mich zum Beispiel im „Obst- und Gemüseschnitzen“ üben, an einem Malkurs oder einer Kaffeeverkostung teilnehmen oder im Casino Geld ausgeben. Doch ich bleibe lieber am Pool, genieße die Sonne und einen Cocktail. Morgen wartet Helsinki auf mich, ich bin gespannt.

Cheers! © Gudrun Krinzinger
Cheers!

Gut zu wissen

  • Eine Schiffsführung erleichtert die Orientierung an Bord. Zusätzlich wird viel Organisatorisches besprochen und erklärt.
  • Den Smoking und das Abendkleid kann man beruhigt zu Hause lassen. Auf der Mein Schiff geht es leger zu.
  • Die Seenotrettungsübung ist Pflicht.
  • Je nach Schiff gibt es kostenpflichtiges W-Lan bzw. Internetzugang.
  • Mit dem Premium Alles Inklusive Konzept sind die meisten Restaurant- und Barbesuche kostenlos möglich. Ebenfalls inkludiert sind die Benutzung des Wellnessbereichs inkl. Sauna, das Entertainmentangebot und die Kinderbetreuung.
  • Rauchen ist in ausgewiesenen Raucherzonen gestattet.
  • Für Lebensmittelallergiker gibt es einen speziellen Beratungstermin.
  • Die Rezeption ist 24 Stunden lang besetzt.