Trauminsel La Réunion: Ein Stück Frankreich im Indischen Ozean

Life & Style Bloggerin Carina von www.modelirium.at entführt uns heute auf eine Reise nach La Réunion – der zweifellos außergewöhnlichsten Insel Europas.

Zwischen Mauritius und Madagaskar eingebettet, erstreckt sich das französische Überseedepartment inmitten des Indischen Ozeans und bietet weit mehr als „nur“ endlose weiße Sandstrände: Zum einen zählt La Réunion mit seiner außergewöhnlichen Pflanzen- und Tierwelt und seinen pittoresken Wasserfällen als Paradies für Naturliebhaber. Zum anderen gilt die exotische Insel dank seiner unzähligen Berge sowie dem noch aktiven Vulkan als wahrer Geheimtipp für Wanderer.

Die Strände von La Reunion sind perfekt für Wassersport

Tropischer Dschungel und Berge im Inselinneren

Wie ich ins Paradies kam – Auslandssemester 10.000 km weit von Zuhause

Mir war immer schon klar, dass ich während meines Studiums ein Auslandssemester machen werde, denn wer weiß, wann sich das nächste Mal die Möglichkeit bietet, so kostengünstig für einige Monate in einem fremden Land zu leben. Als ich vergangenes Jahr im Zuge meiner diesbezüglichen Recherche auf die französisch-afrikanische Insel La Réunion stieß, war mir auf Anhieb klar: Ich muss dort hin! Und so bewarb ich mich kurze Zeit später für den einzigen Platz, der in meiner Studienrichtung über Erasmus angeboten wurde, sandte den Wunsch, in wenigen Monaten im Paradies leben zu dürfen tagtäglich ins Universum und versuchte einige Wochen angestrengt, ausschließlich gutes Karma zu erzeugen.

Bloggerin Carina im Paradies aka La Reunion

Nicht umsonst wie sich herausstellte, denn tatsächlich bekam ich eine Zusage und somit die Chance, zwischen August und Dezember La Réunion, die Insel meiner Träume, erkunden zu dürfen. Dass dabei die Uni eher im Hintergrund stehen wird, war mir von Anfang an klar – vielmehr wollte ich mein neues Zuhause, 10.000 Kilometer entfernt von Österreich, kennen- und lieben lernen und eine mir fremde Kultur leben und aufsaugen.

Willkommen auf La Réunion – Europas südlichstem Punkt

La Réunion erstreckt sich auf einer Fläche von bloß 2.500 Quadratkilometern (im Vergleich dazu: Selbst das kleine Land Österreich hat ganze 84.000 Quadratkilometer) und zählt in etwa 833.000 Einwohner. Obwohl die Insel inmitten des Indischen Ozeans liegt, gehört sie politisch gesehen als Überseedepartment zu Frankreich und zählt somit zur EU. Demzufolge wird vor Ort sogar mit dem Euro bezahlt und als offizielle Landessprache gilt Französisch. Das Klima ist tropisch-feucht und in der Regenzeit (zwischen Dezember &  März) kann es vorkommen, dass innerhalb eines Tages mehr Wasser aus den Wolken plätschert, als hierzulande in einem ganzen Jahr. Die Temperaturen fallen selten unter 25  Grad – perfekt für eine Sonnenanbeterin wie mich!

Die vielfältige Landschaft der Insel La Réunion

Pflanzenvielfalt von La Reunion

Die besten Strände & Wassersport

Die ersten Wochen meines Auslandssemesters genoss ich das süße Nichtstun und erkundete jeden einzelnen Strandabschnitt der Insel. Dabei kristallisierten sich Bucan Canot, L’Ermitage und Saline les Bains als meine Favoriten heraus. Die endlos langen Sandstrände, die von Kokospalmen gesäumt sind, bieten wunderbare Postkartenmotive und sind meines Erachtens der perfekte Ort zum Abschalten und Entspannen. Da es im Meer rund um La Réunion von Haien nur so wimmelt, ist beim Schwimmen und Surfen jedoch höchste Vorsicht geboten.

Kokospalmen auf Réunion

Traumstrand auf La Reunion

Da Taucher im Gegensatz zu Surfern kaum von Haien attackiert werden beschloss ich, die Tiefen des Meeres zu erkunden. Ich machte den Tauchschein und kam dadurch nicht nur in den Genuss, mit bunten Tropenfischen, die man sonst nur aus „Nemo“ kennt, zu tauchen, sondern entdeckte das eine oder andere Mal sogar Wasserschildkröten und Delfine. Zwischen Juni und September besteht sogar die Möglichkeit, Wale zu beobachten – mit etwas Glück und Geduld auch von der Küste aus.

Naturwunder zwischen Himmel und Meer

Doch nicht nur der Indische Ozean lässt sich auf La Réunion bestens erkunden – auch Sportarten wie Paragleiten, Mountainbiken und vor allem Wandern können ausgeübt werden. Obwohl ich letzteres normalerweise nicht zu meinen Lieblingshobbies zähle, genoss ich es auf La Réunion irrsinnig, die insgesamt 1000 Kilometer gut ausgebauten Wanderwege zu erkunden.

Malerischer Wasserfall auf La Reunion

Grün, soweit das Auge reicht beim Wandern auf La Reunion

Mein persönliches Highlight und meiner Meinung absolutes Muss wenn man die Insel bereist, war die Besteigung des 2632 Meter hohen noch aktiven Vulkans Piton de la Fournaise. Gemeinsam mit meinen Erasmuskollegen übernachtete ich in einer Hütte und wanderte um halb drei Uhr nachts los in Richtung Krater. Wie geplant schafften wird es, exakt zu Sonnenaufgang am Höchstpunkt zu sein. Aus dem Vulkan stieg Rauch und die Sonne wanderte aus den Wolken unter uns hervor. Noch nie zuvor durfte ich ein so tolles Naturschauspiel erleben.

Die Euphorie nach der Gipfelbesteigung des Piton de la Fournaise

Die faszinierende Landschaft von Piton des Neiges

Der zweite Vulkan der Insel wird Piton des Neiges genannt und erreicht man diesen, glaubt man, in einer anderen Welt – genauer gesagt am Mond – zu sein. Auch der Talkessel Cirque de Salazie war ein unglaubliches Erlebnis. Er ist einer von insgesamt drei Cirques, die sich auf der Insel befinden und bietet ein unberührtes Naturparadies.

Kreolische Küche und Mangos frisch vom Baum

Immer noch träume ich von den unglaublich süßen Litschis, Ananas, Papayas und Mangos, die man auf La Réunion direkt vom Baum ernten kann. Ich habe sie kiloweise in mich hineingestopft und alleine wenn ich daran zurückdenke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Wenn man nicht in den Genuss kommt, die Früchte direkt vom Baum zu ernten, bietet sich jeden Tag an einem anderen Ort der Insel ein Markt an. Dort können auch kreolische Spezialitäten wie Samoussas, gefüllt mit Käse, Thunfisch oder Huhn, Zuckerrohrsaft und Crêpes erworben werden. Mindestens einmal im Monat wird auch ein Nachtmarkt angeboten, der immer wieder aufs Neue ein wundervolles Erlebnis war. Genuss wird auf La Réunion groß geschrieben und die kreolische Küche bereitet höchste Gaumenfreuden.

Zu meinen Lieblingslokalen zählten das Café  Édouard, Perlin Pain Pain  und Comptoir-Nature in Saint-Denis sowie die Bäckerei La Case à Pains  in Saint Gilles.

Teesorten, frisch vom Markt

Cocktails am Strand von La Reunion

La Réunion ist sehr berühmt für Rum und Vanille und so soll man sich meines Erachtens eine Führung in den zugehörigen Produktionsstätten nicht entgehen lassen. Beispielsweise im Museum La Saga du Rhum in Saint-Pierre und der Plantation de la Vanille Roulof in Saint-André.

Während ich diese Zeilen schreibe, werde ich ganz wehmütig – so gut hat mir mein Auslandssemester gefallen. Ich schätze mich unheimlich glücklich, dass ich die Möglichkeit hatte, eine so lange Zeit an einem neuen Ort leben zu dürfen. Falls ich jemanden von euch Lust gemacht habe, die Insel zu bereisen, empfehle ich, mindestens zwei Wochen einzuplanen. Und obwohl es an der Küste entlang ein gut ausgebautes Busnetz gibt, ist es bestimmt von Vorteil, sich einen Mietwagen zu leihen. Als Ausgangspunkt würde ich Saint Gilles, der mit Abstand schönste Ort der gesamten Insel, wählen.

Wunderschöner Sonnenuntergang am Strand von Réunion

Ansonsten bleibt nur noch zu sagen: Genießt jeden Augenblick, lasst euch von der Gelassenheit der Einheimischen treiben und saugt den unvergleichlichen Kulturenmix, den die Insel zu bieten hat, in euch auf!

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