The Oscar goes to… Top Nationalparks der USA

In Nordamerika sind einige der spektakulären Naturwunder dieser Welt zu finden – Gastblogger Gregor präsentiert die Nationalparks, welche man beim USA Trip auf keinen Fall verpassen sollte.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ja normalerweise für große Städte bekannt – jeder der an die USA denkt, dem fällt sofort New York City, Los Angeles oder Las Vegas ein. Gerade diese Städte sind unter anderem beliebt aufgrund der vielen Punkte, die man aus Film und Fernsehen kennt – wer will nicht einmal vor dem Hotel aus Pretty Woman stehen oder einen Café vor der Auslage von Tiffanys in New York trinken. Aber nicht nur die Städte sind Filmstars, sondern auch die Nationalparks der USA haben in den unterschiedlichen Kategorien ihre Oscars verdient.

Insgesamt gibt es 59 offizielle Nationalparks auf 210.00 Quadratkilometern (zum Vergleich: die BRD hatte bis 1990 248.000 Quadratkilometer). Neben diesen offiziellen „National Parks“ gibt es natürlich auch noch eine Vielzahl an „National Forests“ und sogenannte „State Parks“.

Und hier sind die diesjährigen Nationalpark-Oscar-Gewinner:

Kategorie: beste Kulisse – Gewinner: White Mountains National Forest

Der Gebirgszug, welcher ein Teil der Appalachen ist, erstreckt sich über ein Viertel des Bundesstaates New Hampshire und einen Teil von Maine. Den Oscar verdienen die White Mountains durch ihre größte Erhebung – den Mount Washington.  Mit 1.907 Metern ist er der höchste Berg im Nordosten der USA.

White Mountains National Forest, eines der Naturwunder der USA Dampflock im White Mountains National Forest, USA

Die Mount Washington Cog Railway gilt als älteste Bergbahn der Welt. Diese Zahnradbahn hätte den White Mountains auch beinahe eine Nominierung in der Kategorie „Abenteuerfilm“ eingebracht. Die Auffahrt mit dieser Bahn ist durch und durch ein Erlebnis – der Wind am Gipfel des Berges allerdings auch. In knapp 90 Minuten fährt die Bahn die etwa fünf Kilometer lange Strecke und legt dabei knapp 1.200 Höhenmeter zurück. Die kleinen Dampfloks schieben die Waggons mit bis zu 70 Passagieren über eine durchschnittlich 25%-ige Steigung auf den Gipfel des Berges. Oben angelangt genießt man (im Herbst auch bei Schnee) einen atemberaubenden Ausblick und eine frische, klare Luft.


  • Gut zu kombinieren: die White Mountains lassen sich perfekt in eine New England Rundreise einbauen – am besten startet man in Boston um dieses großartige Fleckchen der USA zu entdecken.
  • Beste Reisezeit: Mai bis Oktober – gerade von Mitte September an genießt man das herrliche Farbenspiel des Indian Summer.
  • Filmtipp: Am goldenen See – der Film mit Katharine Hepburn und Henry Fonda spielt im Inn on Golden Pond gleich südlich der White Mountains.
  • Mehr Infos: www.fs.usda.gov/whitemountain

Kategorie: bester Independent-Film – Gewinner: Acadia Nationalpark

Der einzige Nationalpark im oben bereits angesprochenen Neuengland bietet einen beeindruckenden Mix an zerklüfteter Felsküste, Bergen und Seen mit glasklarem Wasser. Obwohl der Acadia National Park vom Namen nicht so bekannt ist, ist er einer der 10 meistbesuchten Nationalparks der USA.

Acadia National Park, USA, aus der Vogelperspektive Der Acadia Nationalpark in Maine grenz an den Atlantischen Ozean Indian Summer im Acadia National Park

Bar Habor – ein alter Fischereihafen – ist der Eingang zum Park, über die sogenannte Park Loop Road erkundet man den Nationalpark, der insgesamt 192 Quadratkilometer Küstengebiet des Bundesstaates Maine umfasst. Frühaufsteher haben in diesem Park die Möglichkeit den Punkt zu besuchen, der in den USA als erster den Sonnenaufgang erblickt – den Mount Cadillac.


  • Gut zu kombinieren: ähnliche wie die White Mountains ist der Acadia Nationalpark ein Highlight einer New England Rundreise, aber auch die größeren Städte Kanadas können von hier aus besucht werden.
  • Beste Reisezeit: auch hier gilt die Reisezeit Mai bis Oktober.
  • Filmtipp: Bar Harbor war für viele Filme schon Kulisse – die bekanntesten sind sicherlich Shutter Island mit Leonardo di Caprio und Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King
  • Mehr Infos: www.nps.gov/acad/index.htm

Kategorie: bester Heimatfilm – Gewinner: Yosemite Nationalpark

Dieser Park, der im Jahr 1984 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt wurde, lockt im Jahr knapp 3 Millionen Besucher an. Die Hauptsehenswürdigkeiten des Parks sind die Wasserfälle Bridalveil Falls und Yosemite Falls, sowie der El Capitan. Der Felsvorsprung hat seinen höchsten Punkt in etwa 2.300 Metern Höhe und ist ein Anziehungspunkt für Kletterer aus der ganzen Welt.

Mammutbäume und Wasserfall im Yosemite National Park

Allerdings – und daher auch die oben genannte Kategorie – ist Yosemite kein Park, der einem Besucher aus Österreich den Mund offen stehen lässt. Die Landschaft ähnelt sehr den Wäldern und Bergen im Alpenvorland. Die Größe, Weitläufigkeit und auch die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere machen den Nationalpark allerdings schon zu einem sehenswerten Fleckchen in den USA.


  • Gut zu kombinieren: der Park ist eine perfekte Abwechslung zu den Städten der Westküste – liegt 300 Kilometer östlich von San Francisco und kann wunderbar mit dem Death Valley am Weg von Las Vegas kommend kombiniert werden.
  • Beste Reisezeit: der Park hat eigentlich zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten – somit kann man hier kaum von einer „besten Reisezeit“ reden  – allerdings kann es bis Ende Mai passieren, dass man den Tioga Pass oder den Glacier Point wegen der Schneelage nicht passieren kann und dadurch einen großen Umweg fahren muss. Die meisten Besucher zieht der Park von Juni bis September an, hier sind alle Bereiche des Parks befahrbar, allerdings muss man hier auf jeden Fall die Unterkunft im Park im Voraus buchen.
  • Filmtipp: Am Limit – der Film zeigt die beiden deutschen Kletterer Alexander und Thomas Huber, wie Sie versuchen den Rekord im Speed-Klettern am El Capitan zu brechen.
  • Mehr Infos: www.nps.gov/yose/index.htm

Kategorie: bester Hauptdarsteller – Gewinner: Grand Canyon Nationalpark

Was will man über den Grand Canyon viel erzählen – eines der größten Naturwunder der Welt, das jährlich von 5 Millionen Menschen besucht wird. Eine 450 Kilometer lange Schlucht, die über Jahrmillionen vom Colorado River geformt wurde.

Grand Canyon bei Sonnenaufgang, Grand Canyon Nationalpark, Arizona Horseshoe Bend, Teil des Grand Canyion in Arizona

Er ist ebenfalls UNESCO-Weltnaturerbe und kann auf jede erdenkliche Weise bereist werden. Mein Tipp ist hier ein Flug ab Las Vegas, nur so bekommt man das Ausmaß dieses Canyons zu sehen. Mit dem Auto muss man teilweise sehr große Distanzen zurücklegen, um die einzelnen Aussichtspunkte wie zum Beispiel den Grand Canyon Sky Walk zu erreichen. Neben vielen Wanderrouten durch den oder im Canyon, kann man auch Bootstouren am Colorado River in verschiedenen Schwierigkeitsgraden buchen.


  • Gut zu kombinieren: der Grand Canyon ist auch ein „Must See“ auf der klassischen Rundreise im Westen der USA, Helikopter-Flüge oder Flüge mit Kleinflugzeugen gibt es in Las Vegas oder auch direkt im sogenannten Grand Canyon Village.
  • Beste Reisezeit: der Park ist von den Temperaturen am besten in den Monaten Mai bis September – in den restlichen Monaten liegen die Temperaturen meist unter Null.
  • Filmtipp: es gibt unzählige Filme, denen der Grand Canyon als Kulisse diente, die bekanntesten sind hier auf jeden Fall Maverick mit Mel Gibson und Jodie Foster oder auch Thelma & Louise mit Susan Sarandon und Geena Davis.
  • Mehr Infos: www.nps.gov/grca/index.htm

Kategorie: Lebenswerk – Gewinner: Yellowstone Nationalpark

Ein absolutes Highlight unter den Nationalparks in den USA ist mit Abstand der Yellowstone Nationalpark. Dieser ist der älteste Nationalpark der Welt und wurde im Jahr 1872 gegründet. Die geothermalen Quellen unter der Erdoberfläche übersäen den Park mit Geysiren, heißen Quellen und Schlammtöpfen. Der Park ist Teil der Rocky Mountains und liegt durchschnittlich etwa 2.400 Meter über dem Meeresspiegel und ist ungefähr so groß wie die Insel Korsika.

"Grand Prismatic Spring" Thermalquelle im Yellowstone Nationalpark, Wyoming, USA Das Bison ist nur eine von vielen Tierarten,die im Yellowstone Park beheimatet sind Der berühmte Geysir Old Faithful im Yellowstone Park beim Ausbruch

Der berühmteste Geysir heißt Old Faithful und man könnte meinen, dass er als Touristenattraktion künstlich angelegt wurde, weil er in ziemlich ungewöhnlich regelmäßigen Abständen zwischen 60 und 90 Minuten ausbricht. Absolut sehenswert sind außerdem noch die Mammoth Hot Springs – thermale Quellen im Nordwesten des Parks. Neben diesen geothermalen Quellen hat der Yellowstone Nationalpark auch eine beeindruckende Fauna anzubieten – Bisons, Elche, Füchse, Wölfe, Streifenhörnchen, Schwarzbären, Biber, Murmeltiere, Fledermäuse…5 der Tierarten habe ich in 2 Tagen Yellowstone Nationalpark selbst gesehen.


  • Gut zu kombinieren: es gibt einige kleinere Städte mit Flughäfen, die etwa 100 Kilometer entfernt liegen. Da man aber sowieso ein Mietauto oder ein Wohnmobil für den Yellowstone Nationalpark braucht, eignen sich Denver oder Salt Lake City wohl am besten. Der südlich vom Nationalpark gelegene Grand Teton Nationalpark kann ganz gut in die Reiseroute mit aufgenommen werden – wer mehr Zeit hat kann auch bis nach Rapid City im Nachbarbundesstaat fahren und dort den berühmten Mount Rushmore besichtigen.
  • Beste Reisezeit: da die Sommer durchaus sehr heiß werden können ist es am besten den Park Ende Mai/Anfang Juni bzw. Mitte August bis Ende September zu bereisen. Allerdings können plötzliche Wetterwechsel das ganze Jahr auftreten und auch im August kann Schnee fallen.
  • Filmtipp: ihr meint das mit dem Schnee im August ist ein Witz? Da kann ich als Filmtipp nur die dreiteilige Universum-Serie Yellowstone empfehlen – spätestens danach überlegt man, seine Reisepläne über den Haufen zu werfen und den Yellowstone Nationalpark zu besuchen.
  • Mehr Infos: www.nps.gov/yell/index.htm

 

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