Rundreise Südafrika: Roadtrip durch ein faszinierendes Land

Um dem trüben europäischen Winter zu entfliehen, beschloss Life & Style Bloggerin Carina von Modelirium im Dezember 2014 einen fünfwöchigen Roadtrip quer durch Südafrika zu machen. Kurze Warnung vorab: die Fotos schüren das Fernweh um ein Vielfaches!

De Hoop Nationalpark © Carina Dieringer

Johannesburg – Großstadtchaos & Entdeckungen am Rande

Mein Freund und ich starteten unsere Reise in Johannesburg, wo wir – obwohl uns im Vorhinein viele davon abrieten – knappe drei Tage verbrachten. Johannesburg soll ja zu den gefährlichsten Städten weltweit zählen und steht man inmitten des Zentrums, kann man sich das leicht vorstellen: Chaotisch, überfüllt und laut sind meiner Meinung nach die zutreffendsten Eigenschaften der 4,5- Millionen-Einwohner-Metropole.

Den Großteil unserer Zeit, die wir in Johannesburg verbrachten, erkundeten wir eher die Gegenden am Stadtrand. Das sind zum einen das Gebiet rund um die 7th Street Melville, wo ich das Frühstückslokal De la Creme Café und den Concept Store & more store wärmstens empfehlen kann. Ebenfalls sehenswert sind die Gegend rund um die 286 Foxstreet und die 444 Stanley Avenue.

Affen im Krüger Nationalpark © Carina Dieringer

Johannesburg – Großstadtchaos & Entdeckungen am Rande

Unser nächstes Ziel war der 550 Kilometer entfernte Kruger Nationalpark,  von dem ich schon seit meiner Kindheit träumte. Am Weg dorthin sahen wir kurz nach Johannesburg vom Auto aus unzählige Slums und obwohl ich durch diverse Reiseforen bereits davon wusste, bestürzte mich dieser Anblick zutiefst. Doch je weiter wir uns von Johannesburg entfernten, desto idyllischer und friedlicher wurde die Umgebung.

Hie und da huschten sogar Affen über die Straßen, an den Straßenrändern wurden süße Früchte verkauft und am Wegesrand grasten Kühe, Pferde und Schafe. Wir fuhren einen ganzen Tag lang über Stock und Stein, die Straßen waren oftmals nicht asphaltiert und wiesen unzählige Schlaglöcher auf. Es war das erste Mal, dass ich bei Linksverkehr ein Auto lenkte, doch es klappte soweit ganz gut.

Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als wir von einem Polizisten zum Straßenrand gewinkt wurden. Er verlangte umgerechnet in etwa 120 Euro, weil wir bei der letzten Kreuzung anscheinend zu spät stehengeblieben waren. Und das, obwohl die Fahrbahn nicht einmal eine Straßenmarkierung vorwies. Da ich mich ungerecht behandelt fühlte, setzte ich gekonnt den Trick mit dem Dackelblick sowie meine Verhandlungskünste, die normalerweise nur bei Marktbesuchen zum Vorschein kommen, ein und siehe da: Wir einigten uns auf 20 Euro, dafür ohne Rechnung, damit er sich das Geld einstecken durfte.

Giraffe im Krüger Nationalpark © Carina Dieringer

Zebra im Krüger Nationalpark © Carina Dieringer

Als wir am Abend endlich im Nationalpark ankamen, erwartete uns schon ein riesiger Elefant in der Einfahrt. Ich war so ehrfürchtig, dass ich nicht einmal meine Kamera zückte und ihr müsst wissen, dass das äußerst selten bis gar nie vorkommt. Ein bisschen traurig über mein nicht geknipstes Erinnerungsbild, fielen wir erschöpft in die Betten unserer Hütte im Camp inmitten des Kruger Nationalparks.

Am nächsten Tag holte uns um bereits fünf Uhr Morgens ein privater Ranger ab, um uns einen Tag lang mit einem offenen Geländewagen durch das Gestrüpp der Wildnis zu führen. Er zeigte uns die faszinierendsten Tiere und ging geduldig auf unsere vielen Fragen ein. Dank ihm sahen wir vier der Big Five (Elefanten, Büffel, Nashörner, Löwen– nur die Leoparden versteckten sich vor uns) und außerdem bekamen wir Warzenschweine, Krokodile, Affen, Giraffen, Geparden, Antilopen und vieles mehr zu Gesicht.

Elefant im Addo Elephant Park © Carina Dieringer

Nach diesem Tag konnte ich nur mehr schmunzeln, dass ich am Vortag so traurig war, kein Foto vom Elefanten gemacht zu haben, denn nun hatte ich hunderte. Obwohl ich schon so viel Positives vom Kruger Nationalpark gehört habe, war es noch viel schöner, als ich es mir jemals erträumt hatte. Dieses Erlebnis zählt bis heute zweifellos zu den beeindruckendsten Dingen, die mir bisher widerfahren sind.

Löwe im Krüger Nationalpark © Carina Dieringer

Naturschönheiten im Blyde River Canyon & Golden Gate Nationalpark

Am nächsten Tag ging es weiter zum Blyde River Canyon, einer 26 Kilometer langen und 800 Meter tiefen Schlucht, die zu den spektakulärsten Erscheinungen Südafrikas zählt. Es gibt unzählige Aussichtspunkte, die allesamt einen wundervollen Ausblick bieten. Am Abend stoppten wir in Graskop, wo wir im Harrie’s Pancakes die wohl besten Crêpes unseres gesamten Lebens verspeisten.

Blyde River © Carina Dieringer

Eidechse Blyde River © Carina Dieringer

Es heißt doch, dass alle guten Dinge drei sind und deshalb besuchten wir gleich noch ein Naturreservat – den Golden Gate Highlands National Park. Dieser Nationalpark besteht aus massiven, rotbraunen Felsformationen, die mich stark an den Film König der Löwen erinnerten. Abgesehen von ein paar grasenden Antilopen bekamen wir äußerst wenig Tiere zu sehen. Den Abend verbrachten wir in Clarens, einer charmanten Kleinstadt mit vielen Restaurants und netten Läden.

Golden Gate Nationalpark © Carina Dieringer

Golden Gate Nationalpark © Carina Dieringer

Kultur & Shopping – an der Midlands Meander nach Durban

Am nächsten Tag ging es auch schon wieder weiter von Clarens nach Durban, der drittgrößten Stadt Südafrikas. Wir entschieden uns entlang der Midlands Meander, einer touristischen Kunsthandwerksroute, zu fahren. Diese Straße ist zwar bloß 80 Kilometer lang, doch man könnte Tage darauf verbringen. Es gibt unzählige nette Läden, Restaurants, Galerien oder Cafés und man kann locker alle paar Kilometer einen Stopp einlegen. Zu meinen Favoriten zählten das Café Bloom, Country Company, Rugz’n Thingz, Ugly Duckling, Waffle Inn und Freerange.

Golden Gate Nationalpark © Carina Dieringer

Entspannung pur in Coffee Bay

Unser nächster Stopp war Coffee Bay, wo wir insgesamt drei Tage verbrachten. Coffee Bay ist ein abgeschiedenes Dörfchen direkt am Meer und hat abgesehen von einem kleinen Laden (der nächste Supermarkt befindet sich in etwa 40 Kilometer Entfernung) und wunderschönen, unberührten Sandstränden nichts zu bieten – doch ganz ehrlich, mehr benötigt man für einen entspannenden Kurzurlaub auch nicht.

Coffe Bay © Carina Dieringer

Es gab kein Internet und noch dazu hatten wir jeden Tag für einige Stunden Stromausfall, doch genau das macht Coffee Bay so einzigartig und liebenswert. Es scheint, als stünde dort die Zeit still. Wir verbrachten den ganzen Tag am Strand, beobachteten ein paar Kinder beim Surfen und einmal hatten wir ein ganz besonderes Erlebnis, dass ich wohl nicht mehr so schnell vergessen werde: Ein paar Jugendliche kamen aufgeregt auf uns zugelaufen und fragten, ob sie mit ihrem Handy ein Foto von uns machen dürften, denn sie hätten noch nie in ihrem Leben weiße Menschen gesehen. Unvorstellbar, nicht wahr?

Restaurant Coffee Bay © Carina Dieringer

Coffee Bay © Carina Dieringer

Addo Elephant Park & Garden Route

Das nächste Ziel unseres Roadtrips war der Addo Elephant Park, der neben den üblichen Big Five’s auch Wale und weiße Haie beheimatet. Genauso wie im Krüger Nationalpark hatten wir im Vorhinein eine eintägige Safaritour gebucht und obwohl wir im Kruger mehr Tiere gesehen haben, hat es uns dennoch sehr gut gefallen.

Zebra Addo Elephant Park © Carina Dieringer

Elefanten im Addo Elephant Park © Carina Dieringer

Für die darauffolgende Woche hatten wir keine Unterkünfte im Vorhinein gebucht und so wurde ganz spontan entschieden, wo wir den Tag verbringen. Wir schauten uns entlang der Garden Route, einer sehr beliebten Gegend an der Südküste Südafrikas, einige nette Städte an, wobei ich Port Elizabeth, Plettenberg Bay, Knysna, Sledgefield und Mossel Bay als sehr schön empfand. Einen kurzen Zwischenstopp machten wir übrigens auch bei der Bloukrans Bridge, wo mein Freund den weltweit höchsten Bungee Jump vollzog.

Garden Route © Carina Dieringer

Garden Route © Carina Dieringer

Noch ein Highlight zum Schluss: Kapstadt

Am Weg nach Kapstadt machten wir noch Stopps in Stellenbosch, Simon’s Town (Must-See: Pinguine am Boulders Beach!), Hout Bay und im De Hoop Nationalpark, wo es den zweifellos schönsten Strand Afrikas gibt.

Boulders Beach in Simon's Town Kap Halbinsel Südafrika © Carina Dieringer

De Hoop Nationalpark © Carina Dieringer

Kapstadt war das letzte Ziel unseres Roadtrips und obwohl ich noch nie zuvor dort war, wusste ich von Vornherein, dass es mir irrsinnig gefallen wird. Und wie sich herausstellte, behielt ich Recht. Kapstadt liegt nicht mehr am Indischen Ozean sondern am Atlantik und ist dementsprechend durch dessen Klima geprägt.

Wir waren im südafrikanischen Hochsommer dort, also im Dezember und die Temperaturen kletterten nie über die angenehme 25 Grad Celsiusmarke. Zwar lädt das Meer mit etwa 12 Grad nicht zum Baden ein, nichtsdestotrotz absolvierten wir einen fünftägigen Surfkurs – mit Neoprenanzug versteht sich.

Muizenberg False Bay bei Kapstadt © Carina Dieringer

Tafelberg Kapstadt © Carina Dieringer

In Kapstadt gibt es fast an jedem Tag irgendeinen Markt zu erkunden, wobei Old Biscuit Mill, Earth Fair Market und der City Bowl Market wohl meine Lieblingsmärkte sind. Der V&A Waterfront Foodmarket, wo Streetfood aus aller Welt angeboten wird, findet an jedem Tag statt. Absolut empfehlen kann ich euch auch das Beluga Restaurant, wo man hervorragendes, frisches Sushi bekommt. Auch der Tafelberg zum Sonnenuntergang ist ein absolutes Muss!

Tafelberg Kapstadt © Carina Dieringer

Die Reise durch Südafrika war eine meiner schönsten Erfahrungen bisher und ich hoffe, dass ich ganz bald wieder zurückkommen kann.

 

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