Road Trippin’ USA – Tour entlang der amerikanischen Westküste

Kalifornien, das ist für viele noch immer eine Melange aus Peace and Love, Surfer Boys & Girls und Hollywood. Ein Magnet für alle, die auf der Suche sind, aber nicht genau sagen können, wonach.

Viele dieser Klischees sind entweder verblasst, oder hatten nie eine Entsprechung in der Realität, trotz allem ist die Westküste der USA nach wie vor ein Flecken Erde, an dem sich Vieles (wieder-)entdecken lässt. Idealerweise unternimmt man diese Entdeckungsreise mit dem Auto und folgt dem Küstenhighway 1.

Panorama San Franciscos von der Küste aus © Susanne Zöhrer

Strandhütten in Los Angeles © Susanne Zöhrer

Mich hat ein Besuch bei einer Freundin seit längerer Zeit wieder mal nach Kalifornien gelockt. Gemeinsam unternahmen wir einen kleinen Roadtrip von San Francisco nach Los Angeles.

San Francisco, High-Tech und Hipster Hochburg

Hippies finden sich kaum noch in San Francisco, dennoch herrscht an diversen Locations der Stadt immer noch ein einzigartiger Flair. Mittlerweile hat sich dort die High-Tech Industrie niedergelassen und die Ausläufer von Silicon Valley haben deutliche Spuren hinterlassen.

Transamerica Pyramid & Golden Gate Bridge in San Francisco © Susanne Zöhrer

San Francisco und seine Architektur von oben © Susanne Zöhrer

Das hat zum einen nicht unbedingt nur positive Auswirkungen – leistbarer Wohnraum ist in San Francisco quasi ein Lottogewinn – andererseits gibt es noch immer genügend sympathische Flecken in der Stadt, die einen Besuch wert sind. Die imposante Golden Gate Bridge zum Beispiel hat nach wie vor nichts an Schönheit eingebüßt, die Gegend rund um Fisherman’s Wharf ist, auch wenn sie wohl der touristischste Ort der Stadt ist, ein unterhaltsamer Rummel.

Blick auf die berühmte Golden Gate Bridge © Susanne Zöhrer

Fishermans Wharf San Francisco © Susanne Zöhrer

Seelöwen am berühmten Pier 39 © Susanne Zöhrer

In den angesagten Stadtteilen, wie zum Beispiel dem Mission District, findet man hippe Shops, nette Cafés und das eine oder andere hervorragende Restaurant. Auch Chinatown ist einen Besuch wert, oder das weniger bekannte Little Saigon im Tenderloin District, wo es sich in vielen der kleinen Lokale ausgezeichnet speisen lässt. Zu beachten gilt es, dass der Tenderloin District zu den sog. „High Crime Areas“ der Stadt gehört. Man sollte sich dort vor allem bei Nacht mit Bedacht bewegen. Aber auch tagsüber bekommt man einen ungeschminkten Blick auf die grassierende Obdachlosenproblematik der Stadt. Mitunter aber eine gute Lektion über die Funktionsweise des US amerikanischen Wirtschaftssystems…

Die hippen Bezirke von San Francisco © Susanne Zöhrer

In jedem Fall bieten die USA meiner Meinung nach noch immer ein großartiges Spektrum an lohnenswerten Reisezielen an, es gilt eben, wie bei jeder Reise: Weder Herz noch Hirn zu Hause lassen und sich auf den Besuch entsprechend vorbereiten.

Bye Bye Frisco, Hello Highway 1

Auch wenn San Francisco durchaus noch viel mehr zu bieten hat, als hier Platz zum Beschreiben ist – Haight Ashbury sollte man in keinem Fall auslassen – irgendwann muss man als Touristin weiterziehen. Wir machten uns auf den Weg entlang des Küstenhighways, besser bekannt als Highway 1.

Bei USA Roadtrips bieten sich einem herrliche Ausblicke © Susanne Zöhrer

Café in Big Sur, Kalifornien © Susanne Zöhrer

Diese Route führt am Pazifik entlang bis nach Los Angeles und wer die Zeit hat, sollte sich diesen Trip nicht entgehen lassen, da es hier und dort schlicht atemberaubende Ausblicke auf die wunderschöne Naturlandschaft Kaliforniens gibt. Inklusive stimmungsvoll tosender Pazifikbrandung. Nicht umsonst haben sich Literaten und Poeten hier gern herumgetrieben und sich vom Meer, den Canyons und der damit verbundenen einzigartigen Szenerie inspirieren lassen. Jack Kerouac zum Beispiel hat einen wunderbaren kleinen Roman namens Big Sur über den Ort mit dem selben Namen verfasst. John Steinbecks Cannery Row kann man in Monterey besuchen. Auch heute finden sich auf der Strecke noch immer Retreats für poetisch angehauchte Aussteiger, die nach Inspiration suchen.

Carmel – Pensionistenheim für Bestverdiener

Am Weg nach Los Angeles gibt es viele Möglichkeiten Halt zu machen und die Umgebung zu genießen. Eine davon heißt Carmel-by-the-Sea. Diese Bilderbuch-Kleinstadt liegt etwa 200 km südlich von San Francisco und eignet sich gut für eine Übernachtung. Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood war hier mal Bürgermeister, der Ort ist demnach ein Paradies der Ordnung und Sauberkeit. Die Küste bietet einen traumhaften Sandstrand, für mich persönlich ein wenig langweilig nach den Ecken und Kanten von San Francisco. Ja es scheint, als würden sich hier die begüterten Rentner aus Hollywood und Co. zur Ruhe setzen. Aus diesem Grund war ich dann auch wieder froh, am nächsten Morgen weiterzureisen.

Das malerische Städtchen Carmel-by-the-Sea in Kalifornien

Malerischer Sonnenuntergang am Strand von Carmel © Susanne Zöhrer

Es gibt entlang des Highways 1 einige sehenswerte Orte, San Louis Obispo – von den Einheimischen gern SLO abgekürzt – oder Santa Barbara mit der hübschen Mission, daher sollte man sich vorab Gedanken machen, wie lange man sich für die etwa 800 km lange Fahrt Zeit nimmt. Wer mehr davon für die Großstädte S.F. und L.A. übrig haben will, der kommt mit einer Zwischenübernachtung aus. Wenn man dem Roadtrip und Sich-Ausklinken mehr Zeit widmen will, sollte man sich vorab um Übernachtungsmöglichkeiten kümmern, da besonders Orte wie Carmel mitunter recht teuer werden können.

Die historische Missionskirche in Santa Barbara, Kalifornien

Tinsel Town, Lala Land, City of Angels…

Ob als Start- oder Endpunkt der Tour, Los Angeles ist wie San Francisco in jedem Fall eine eigene Reise wert. Zu groß ist dieser Moloch von einer Stadt, um an ein paar Tagen besichtigt zu werden, zu vielfältig die Möglichkeiten sich hier auszutoben.

Boulevard in Los Angeles © Susanne Zöhrer

Bemalte Palmen in L.A. © Susanne Zöhrer

Meine eigene Reise endete in Venice. In und um diesen Stadtteil kann man als Touristin ein abwechslungsreiches Urlaubsprogramm absolvieren, besonders, wenn man sich den hierzulande grauen und kalten November als Reisezeit aussucht. Die Sonne scheint von morgens bis abends, am Sandstrand kann man gemütlich vor sich hinträumen, während Pelikane in Formation über einen hinwegfliegen, oder ein paar Delfine im Zeitlupentempo vorbeischwimmen. Die Wassertemperaturen sind selbst um diese Jahreszeit nicht zu kalt, um kurz hineinzuspringen, lediglich weiter raus sollte man sich eher nicht wagen, denn der wilde Pazifik möchte einen schon wenige Meter vom Strand entfernt mit sich ziehen, die kräftigen Wellen verlangen beim Schwimmen eine gute Kondition.

Kunstwerk vor dem LACMA in Los Angeles © Susanne Zöhrer

Venice Beach, Kalifornien © Susanne Zöhrer

Wer sich genug am Meer erholt hat kann z.B. im LACMA (L.A. County Museum of Arts) seinem Kunstgenuss hingeben, oder aber in der Hipster Hochburg Abott Kinney Blvd. shoppen, essen und promenieren.

Wer den Trubel sucht, dem sei der Venice Boardwalk empfohlen. Dort findet sich so circa alles wieder, was irgendwann auf der Suche nach dem Amerikanischen Traum auf der Strecke geblieben ist (oder ihm noch nachhängt). Ob Drifter oder Junkie, ob Performance-Künstler, oder Schauspieler, Ramschverkäufer oder Muskelprotz. Am besten man sucht sich ein gemütliches Plätzchen in einem der angrenzenden Cafés und beobachtet.

Essen, Trinken & Schlafen an der Westküste

Hotels in L.A. und San Francisco sind eine persönliche Geschmacksfrage, es gibt Tausende. Generell sind die Preise relativ hoch, für die Strecke entlang des Highway 1 sollte man je nach Saison eventuell vorbuchen. Unsere Herberge in San Francisco war das Phoenix Hotel im Tenderloin District. Eine nette und günstige Unterkunft, der District ist allerdings wie erwähnt weniger empfehlenswert.

Hotel Phonix in San Francisco © Susanne Zöhrer

In Kalifornien wird gesund gegessen © Susanne Zöhrer

Essenstechnisch sind sowohl S.F. also auch L.A. wahre Mekkas – vor allem, was gesundes und organisches Essen betrifft. Auch wenn das gern als „Hipster“ abgewertet wird, die Qualität in diesen Restaurants spricht in der Regel für sich.


Where to eat

San Francisco

Los Angeles


Am Venice Beach, Los Angeles © Susanne Zöhrer

Ein Gedanke zu „Road Trippin’ USA – Tour entlang der amerikanischen Westküste“

  1. Ein toller Reisebericht. Ich war 2015 an der Westküste unterwegs. Der Highway No 1 von San Francicsco nach Los Angeles hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, die Landschaft ist so atemberaubend schön.

    LG Doris

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