Reiseführer 2.0: Die besten Apps für Reisen 

Reiseführer aus Papier sind schnell veraltet, nehmen Platz weg und outen dich sofort als Tourist. Mit den zahlreichen Tipps von Gastbloggerin Katharina verpasst ihr mit Hilfe eures Smartphones trotzdem keine Hotspots am Urlaubsort.

Ich liebe es Reisen zu planen und vorzubereiten, eine Reiseroute zu recherchieren, Hotels aufzuspüren, Touren zu buchen und vor allem, mich direkt vor dem Abflugdatum in Tagträumen zu verlieren. Früher hätte ich mich dafür mit Reiselektüre von der Buchhandlung eindeckt und gelesen was das Zeug hält – doch seit einiger Zeit passiert dies immer weniger.

Vom Paperback zum E-Book, und vom E-Book zur kompletten Abwesenheit eines Reiseführers – warum? Die Informationen in Reiseführern veralten viel zu schnell, vor allem wenn es um Städtereisen geht. Außerdem findet man sehr selten richtige Geheimtipps. Und wer will schon mit Reiseführer in der Hand am Zielort sofort als Tourist auffallen?

Meine Antwort auf die Frage „Können Handys bzw. das Internet den Reiseführer ersetzen?“ ist also ganz einfach: „JA“. Und zwar sowohl den Reiseführer in Buchform als auch den menschlichen Reiseführer, also den Tour Guide. Alles was du dazu brauchst, sind ein paar Tools und Apps, und schon kann dein individuelles Abenteuer losgehen.

Stadttour / unsplash.com

Tool #1: Social Media Kanäle

Der erste Schritt zur Online-Reiseplanung ist, die üblichen Verdächtigen abzuklappern – ein Statusupdate auf Facebook, Twitter oder Instagram (verwende den Hashtag #followerpower), eine Recherche nach lokalen, User-generierten Accounts oder Pages (gibt es einen Hashtag zu deiner Destination, etwa #Berlin?) und die Google-Suche nach aktuellen Reiseberichten in Magazinen und Blogs. Wusstest du, dass du deine Suchergebnisse zeitlich eingrenzen kannst, sodass nur die aktuellsten Artikel angezeigt werden? Meine liebsten Online-Reisemagazine mit besonders umfangreichen Themen sind Travelettes, Lilies Diary, World of Wanderlust und das Lonely Planet Magazin.

Nach wie vor unterschätzt, aber für den Individualreisenden immer wichtiger, ist die fernweherzeugende Social-Plattform Pinterest. Reiseblogger und Onlinemagazine teilen hier ihre besten Reisefotos und –artikel, sodass du hier nicht nur auf inspirierende Fotos deiner Wunschdestination stößt, sondern auch konkrete Reiseberichte, Top 10 Listen, Packlisten oder absolute Geheimtipps findest.

Oder bist du schon Mitglied in einer Reise-Facebook-Gruppe? Hier packen mitteilungsfreudige Reisende ihre liebsten Geheimtipps aus. Für Frauen kann ich wärmstens das Netzwerk der Reisebloggerinnen Travelettes empfehlen. Über 13.000 Mitglieder teilen da ihr Wissen über die Welt und jeder kann mitreden!

Mit dem Handy auf Reisen / unsplash.com

Tool #2: Apps zur Reiseplanung

Mit massenhaft Information zu Stopps und Highlights einer Destination vom Reiseführer überhäuft zu werden ist schön und gut, wenn man Zeit hat sich auch über die Machbarkeit einer Route schlau zu machen. Was aber in der Reiseplanung wirklich weiterhilft, sind Beispiele für Reiserouten – das Beste von Thailand in 3 Wochen, ein Foodie-Guide für Amsterdam – eben solche thematisch oder zeitlich organisierten Reisepläne, denen man nach Lust und Laune folgen kann. Zwar bieten einige Reisebücher solche Beispielrouten inzwischen an, doch ich verlasse mich viel lieber auf die Empfehlungen von anderen Reisenden, die ihre eigenen Routen mit der Welt teilen.

Und hier kommen Apps wie Tripoto oder Pocket Guide ins Spiel. Auf Tripoto kann jeder der will seine persönliche Reiseroute teilen und dabei durch die direkte Empfehlung von Hotels oder Touren auch noch Geld verdienen. Viele Reiseblogger nutzen diese Plattform – also erfahrene Reisende, die genau wissen, wie man eine realistische Route plant. Pocket Guide auf der anderen Seite ist eine App für Audioguides durch über 150 Städte auf der ganzen Welt. Auch hier kann jeder mitmachen und eine Idee für neue Guides teilen.

Stadtplan / unsplash.com

Tool #3: Tipps von Locals (oder anderen Reisenden)

Locals wissen wo es lang geht, deswegen suche ich immer direkten Kontakt zu ihnen. Denn wenn ich keine Bekannten an meinem Reiseziel habe und auch niemanden über Facebook-Connections finde, schwöre ich auf Apps, die mich direkt mit Locals verbinden – oder zumindest mit ihren Tipps zur Destination. Hier sind die besten Apps mit Tipps von Locals, oder auch von anderen Reisenden:

Auf Stay findest du Karten von 150 Städten auf denen Locals ihre Lieblingsspots eintragen und Routen erstellen können. Du kannst diese Spots zu deiner persönlichen Liste hinzufügen oder deine eigenen Tipps eintragen. Das Beste ist: Stay funktioniert auch offline, indem du komplette Städte herunterladen kannst. Eine ähnliche App und gute Alternative ist Findery.

Von Spotted by Locals hast du vielleicht schon einmal gehört – es handelt sich dabei um eine Reihe von City Guides, die unter anderem als App funktionieren. Die Spotter, also die Locals, sind handverlesen und leben in 66 Städten in Nordamerika und Europa. Das ist zwar eine kleinere Auswahl als bei Stay oder Findery, doch der Inhalt der Guides ist dafür noch exklusiver ausgewählt. Die Guides kannst du für eine kleine Gebühr als App oder als PDF herunterladen, doch auch auf der Facebook-Seite der App findest du zahlreiche Tipps und Tricks zur Inspiration.

Eine unumgängliche App für Foodies ist Foodspotting, wo du nicht nur Restaurant-Empfehlungen findest, sondern auch konkrete Tipps, was die Spezialität des Hauses ist. Jeder kann seine Lieblingsgerichte in der App markieren oder auf Instagram über den Hashtag #foodspotting teilen.

Stadtour / unsplash.com

Tool #4: Apps für neue Bekanntschaften

Manchmal braucht ein Urlaub einfach frischen Wind und das geht am besten durch neue Bekanntschaften. Es gibt zahlreiche Apps mit Hilfe derer du andere Reisende oder Locals treffen kannst, um gemeinsam zu erkunden und Spaß zu haben.

Meine erste Station ist meistens CouchSurfing, nicht unbedingt um bei jemandem auf der Couch zu übernachten (ein Hotel oder Apartment ist mir dann doch lieber), sondern um Leute zu finden, die mir ihre Stadt zeigen oder gemeinsam auf Roadtrip gehen möchten. Wie auf Facebook gibt es auch auf CouchSurfing Interessensgruppen, die sich ganz einfach mit der Suchfunktion ausfindig machen lassen – und so habe ich schon viele Reisepartner oder individuelle Stadtführer gefunden.

Wenn es mehr darum geht einen unverplanten Tag gemeinsam mit Abenteuern zu füllen, oder einfach nur einen Kaffee zu trinken, sind Apps wir Karry oder Tripr genau das Richtige. Beide Apps verbinden dich mit anderen Reisenden, die zur gleichen Zeit am selben Ort wie du sind – und das schon bevor deine Reise losgeht!

Ganz toll finde ich auch die App Withlocals oder die Webseite Tours by Locals, bei der du Touren, Aktivitäten oder Mahlzeiten mit Locals direkt buchen kannst. Oder Party With A Local, eine App, die macht was der Name sagt – sie verbindet Reisende mit Locals, die die Nacht zum Tag machen wollen.

Neue Leute treffen / unsplash.com

Tool #5: Reiseapps, die jeder braucht

Und dann gibt es solche Reiseapps die jeder brauchen kann, weil sie die täglichen Prozesse einer Reise vereinfachen:

Fit for Travel verrät dir alles, was du über Impfungen und Gesundheitsvorsorge wissen musst. Pack The Bag (iOS) hilft beim stressfreien Koffer packen. TripCase hält alle deine Reiseinformationen, Buchungsnummern und Notfalltelefonnummern bereit und informiert dich über eventuelle Änderungen im Reiseverlauf.

Zum Navigieren der Notwendigkeiten dienen Flush (öffentliche Toiletten) für Android, We Tap (Trinkwasserstellen) ATM Locator (Bankomaten) für Android, WiFi Finder (Internetzugang) für iOS und Android, City Maps 2 Go (Offline Karten) und XE Currency Exchange (Währungsrechner).

Mit dem Handy und Laptop auf Reisen / unsplash.com

Wie du siehst, geht das Planen einer Reise auch ohne dicken Reise-Wälzer ganz einfach – ein paar Suchvorgänge und Downloads verwandeln dein Handy super schnell in einen umfangreichen und vor allem aktuellen Reiseführer, der ganz deinen Vorstellungen entspricht und auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist.

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