Reise-Knigge: Andere Länder, Andere Sitten

Eigentlich sollte gutes Benehmen nichts Außergewöhnliches sein. Trotzdem kommt es bei vielen Reisenden immer wieder zu Missverständnissen. Oftmals liegt es jedoch gar nicht am Benehmen, sondern am Unverständnis für die jeweiligen Gepflogenheiten und Traditionen. Ganz so schwer ist es nicht: Ein wenig Recherche und ein gut ausgeprägter Hausverstand reichen schon aus um über die Runden zu kommen.

Als kleine Hilfe habe ich ein paar Basis-Benimmregeln zusammengestellt, die man auf Reisen beachten sollte.

1. Bitte keine Spaghetti-Träger & Hot-Pants

Stylishes Mädchen im freizügigen Outfit, summer in the city

Mal ehrlich, einen Gisele Bündchen-Body hat keiner von uns. Und selbst wenn, wäre es mehr als unangebracht mit solchen Kleidungsstücken außerhalb des eigenen Resorts, oder abseits des Strandes herum zu laufen. Diejenigen, die ein wenig über den Tellerrand schauen, realisieren, dass Freizügigkeit seine Grenzen hat, selbst in wirklich touristischen Gegenden. In Bali zum Beispiel  haben uns Einheimische schon mehrmals erzählt, dass es eine Unart ist, wenn Männer nur mit Boardshorts und Damen noch mit dem Bikinioberteil auf den Straßen von Kuta auf und ab gehen. Ihr würdet doch auch nicht auf die Idee kommen, topless die Mariahilfer Straße in Wien hinunter zu flanieren, oder?

Angemessene Kleidung auf Reisen ist daher mehr als erwünscht und würde uns so manch einen Anblick ersparen.

2. Freundlich ja, aber auch Freundlichkeit hat ihre Grenzen

Eine der wichtigesten Regeln beim Reisen, vor allem für Frauen - Nein sagen

Bitte & Danke zu sagen ist so logisch wie das Amen im Gebet. Trotzdem ist es wichtig Grenzen zu setzen. Ein zu freundlicher Umgang kann oftmals Kletten als Konsequenz haben. Die Art der Freundlichkeit, die man zum Beispiel in den USA gewohnt ist, würde in Senegal bewirken, dass man aus 20 potentiellen Ehemännern wählen könnte. So kann zum Beispiel auch ein harmloses Lächeln im Zielland schon als Anmache empfunden werden… Ein falscher Ehering am Finger einer allein-reisenden Frau wäre im Gegenzug ein klares Signal und in gewissen Regionen sehr hilfreich (außer ihr seid natürlich auf der Suche).

Am Ende des Tages kann zu viel Freundlichkeit zu sehr unangenehmen Situationen führen, daher sollte man ein Wort auf alle Fälle in der jeweiligen Landessprache beherrschen: Nein.

3. Zu viel Alkohol lässt die Gehirnzellen schrumpfen…

Vor allem im Urlaub sollte man Alkohol begrenzt konsumieren

..und die Hemmungen fallen. Es gibt wohl nichts Peinlicheres als betrunkene Touristen. Was für manch einen nur ein Klischee zu sein scheint, ist in vielen Ländern leider Realität. Spanien, Thailand, Indonesien oder die Vereinten Arabischen Emirate sind nur ein paar der Länder, in denen für Touristen immer wieder die Handschellen klicken, wobei wahrscheinlich 99% der Fälle auf Leichtsinnigkeit  zurückzuführen sind (ich sag nur Binge-Drinking auf Koh Samui).

Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit ist in vielen Regionen der Welt ein absolutes Tabu – ob aus religiösen Gründen, oder aus ganz sachlichen, so wie in den USA und Australien. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich mir das manchmal auch in Wien wünschen…

Ach ja, von Drogenkonsum möchte ich gar nicht erst anfangen. Das kann nicht nur echt teuer werden, sondern sogar das eigene Leben aufs Spiel setzen! Doch wenn man die Warnungen bei der Einreise liest (und diese sind nicht zu übersehen), dann darf man sich über die Konsequenzen nicht wundern.

4. Angeberei zieht vielleicht in der Disco, aber nicht auf Reisen

Arroganter junger Geschäftsmann

Die Rolex Uhr oder Louis Vuitton Tasche solltet ihr auf eurer bevorstehenden Reise besser zu Hause lassen. Protz ist definitiv nicht angesagt und einer der größten Fehler, den Unwissende begehen. In vielen Ländern entsteht Neid allein schon dadurch, dass man es sich leisten kann dort hin zu fahren (egal ob mit einem Economy Class Schnäppchen oder First Class Ticket). Kombiniert man das noch mit einer besonders charmanten Prahler-Persönlichkeit, darf man sich nicht wundern, wenn die Tasche dann mal weg ist.

Natürlich gibt es auch länderspezifische Benimmregeln. Einige davon sind wirklich Gold wert, daher möchte ich euch diese nicht vorenthalten.

Indien

Grußhaltung in Indien

Jeder kennt die Begrüßung in Indien: eine kurze Verbeugung mit vor der Brust gefalteten Händen und einem netten Namaste. Grundsätzlich empfiehlt man Touristen eher, diese Begrüßung zu meiden, denn man kann einfach zu viel falsch machen. Bei der Begrüßung gibt es nämlich ein Rangsystem: der höhere Rang wird vor dem Niedrigen gegrüßt, Ältere vor Jüngeren und Männer vor Frauen… also setzt lieber ein freundliches Lächeln auf, denn sonst beleidigt man vielleicht den ein oder anderen.

China

In vielen asiatischen Ländern ist Niesen in der Öffentlichkeit unhöflich

Auch wenn Spucken in China als ganz normal angesehen wird, gehört es sich nicht, in der Öffentlichkeit – und schon gar nicht zu Tisch – die Nase zu putzen. Das gilt als extrem unfein (wobei das im Vergleich zu manch anderen chinesischen Gewohnheiten nicht ganz nachvollziehbar ist, aber naja, andere Länder, andere Sitten). Wer sich schnäuzen muss, der sollte also eine Toilette aufsuchen.

Arabische Emirate

Beim Reisen ist es wichtig, die Kultur und Kleidung des Gastlandes zu respektieren

Kleider machen Leute. Als ein Zeichen von Respekt sollte eher zu konservativen Kleidungsstücken gegriffen werden. Kurze Kleider, enge Shirts, Shorts und schulterlose Oberteile sind absolut nicht angemessen. Ich kann mir auch wahrhaftig nicht vorstellen, dass sich irgendwer in engen Shorts und Spaghettiträger-Top in einem Bazaar überhaupt wohl fühlen kann, denn die Aufmerksamkeit die man dadurch auf sich zieht, wird definitiv sehr unangenehm sein.

Übrigens gilt diese Kleidervorschrift auch in großen Teilen Indiens, denn dort wird durch zu knappe Höschen bei vielen Männern der falsche Eindruck erweckt.

Japan

In Japan sind Gastgeschenke gern gesehen

Eine Einladung in Japan ist eine große Ehre. Wer eingeladen wird, der bringt ein Gastgeschenk mit. Das kann auch gerne mal kitschig sein, denn Kitsch ist in Japan wohl so in wie sonst nirgendwo.

Am Ende gilt einfach immer und überall: Respekt für andere Kulturen und Menschen zu zeigen, verständnisvoll mit einander umgehen und bloß nicht unangenehm auffallen.

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