St. Lucia: Wildromantik in der Karibik

Was gibt es Schöneres als nach einer Winterhochzeit das gemeinsame Leben im Paradies zu starten? Die Insel St. Lucia ist Teil der kleinen Antillen im Südosten der Karibik und ein wahrhaftes Juwel unter all den karibischen Destinationen.  

Traumhafter Blick auf den Petit Piton, St. Lucia © David Gochfeld

Unberührter Regenwald, weiße Sandstrände, malerische Fischerdörfer und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt machen St. Lucia zum perfekten Hochzeitsreiseziel. Vor allem  für abenteuerliche Frischvermählte, die den Sonnenuntergang mit Gourmetdinner an einem einsamen Sandstrand genießen möchten, aber auch gerne sportlich aktiv und kulturell interessiert sind.

Schon bei der Ankunft, wenn man aus dem Flugzeug steigt, kommt einem ein wohliger Wärmeschwall entgegen, der sofort Urlaubsstimmung aufkommen lässt. St. Lucia hat ein feuchtes, ziemlich konstantes Klima von 30-35 Grad Celsius mit kurzen tropischen Schauern zwischendurch.

Jeep am Strand von St. Lucia © David Gochfeld

Wegweiser im karibischen Regenwald © Julia Schafhauser

Nach einer unkomplizierten Autoanmietung muss man als Mitteleuropäer gleich umdenken, da in St. Lucia Linksverkehr herrscht. In weniger als 3 Stunden kann man über die Nord-Süd Hauptstraße und die oftmals nicht beschilderten Seitenstraßen jeden Punkt der Insel erreichen. Zu empfehlen ist ein Auto mit Allradantrieb, da viele Straßen abseits der Hauptstraße nicht durchgehend betoniert sind und man zu den schönsten Plätzen teilweise nur über entlegene Routen kommt.

Der Nordwesten ist mit zahlreichen Resorts, Stränden und Jachthäfen touristisch gut erschlossen, doch die wildere Atlantikküste im Osten und der weniger frequentierte Südwesten mit seinen ruhigen Sandstränden, dichten Regenwäldern und farbenprächtigen Korallenriffen waren der Fokus unseres Aufenthalts.

Die Quelle der Schokolade: Schlafen zwischen Kakao und Kokos

Cottage Fond Doux, St. Lucia © David Gochfeld

Willkommensgruß für die Hochzeitsreisenden auf Saint Lucia © David Gochfeld

Kakaofrüchte auf St. Lucia © Julia Schafhauser

Unterkunft für unsere Flitterwoche war die bezaubernde Fond Doux Plantage, eine noch immer in Betrieb gehaltene Kakaobohnenplantage, die wundervoll romantische Cottages inmitten der üppigen Vegetation vermietet. Die zahlreichen ehemaligen und aktiven Plantagen auf St. Lucia zeugen von der kolonialen Geschichte der Insel. Das gesamte Obst und Gemüse am Frühstücksbuffet wird lokal geerntet. Die freundlichen Mitarbeiter klettern gern auf Anfrage die Palme hoch und holen eine frische Kokosnuss zum Frühstück hinunter.

Liebesbucht: Sugar Beach und Pina Coladas

Sonnenuntergang am paradiesischen Sugar Beach © David Gochfeld

  • Fond Doux Plantage: 10 Autominuten südl. v. Soufriere an der Nord-Süd Hauptstraße
  • Pitons: Union Vale, 15 südwestl. v. Soufriere
  • Sugar Beach: 5 Autominuten südl. v. Soufriere
  • Bayside Restaurant des Viceroy Resort Sugar Beach: 5 Autominuten süd. v. Soufriere

Schwimmen am Sugar Beach, Saint Lucia © David Gochfeld

Palme bei Sonnenuntergang © Julia SchafhauserZwischen den bekanntesten Wahrzeichen St. Lucias, den zwei majestätischen Gipfeln der Pitons, die auch zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, befindet sich der strahlend weiße und nicht überlaufene Sugar Beach. Faszinierende Korallenriffe laden hier zum Schnorcheln und Tauchen ein.

Das Bayside Restaurant bietet kulinarische Hochgenüsse bei einzigartiger Kulisse und Romantik an. Nach Anbruch der Dunkelheit hört man nur noch die leise Live-Hintergrundmusik, das Rauschen des Ozeans und das Flackern der Fackeln, die den verlassenen Strand in eine märchenhafte Stimmung versetzen.

Alle Strände in St. Lucia, auch wenn sie zu einem Resort gehören, sind per Gesetz frei für jeden zugänglich – schöner Strand für alle sozusagen.

Auf den Spuren der Piraten: Die Hafenstadt Soufriere

Ausblick vom Apsara Restaurant auf St. Lucia © David Gochfeld

Schwefelquellen auf St. Lucia © David Gochfeld

  • Soufriere: 45 km nördl. v. Vieux Fort an der Nord-Süd Hauptstraße
  • Sulphur Springs ParkDrive-in Volcano: 10 min östl. v. Soufriere
  • Restaurant Apsara & Strand Anse Chastanet: 10 min nördl. v. Soufriere

Soufriere ist die älteste Stadt St. Lucias, sie wurde im Jahre 1749 von französischen Siedlern gegründet und zeugt von der vielfältigen kulturellen Vergangenheit des heute unabhängigen Inselstaates. Britische, französische, afrikanische und indische Einflüsse bestimmen Architektur und lokale Küche. Landessprache ist Englisch, doch viele Einwohner sprechen Kreolisch, eine Mischung aus französisch und englisch.

Nach einer kurzen Stadtbesichtigung und einer Tour der berühmten Schwefelquellen inklusive Heilschlammbad im „Drive-in“-Vulkan von St. Lucia beenden wir den Tag entspannt im kreolisch-indischen Restaurant Apsara, das direkt am schwarzen Vulkanstrand von Anse Chastanet gelegen ist.

 

Haus in Soufriere © Julia Schafhauser

Frisch gepflückte Kokosnüsse in der Karibik © Julia Schafhauser

Unter den Wellen: Tauchen im Korallenriff

  • Scuba St. Lucia: Strand von Anse Chastenet, 10 min nördl. v. Soufriere
  • Ladera: 15 min südl. v. Soufriere
  • Diamond Botanical Garden: Soufriere Estate

Das Hochzeitspaar unter Wasser

Nachdem wir nur das Beste über die Unterwasserwelt von Anse Chastanet gehört hatten, entschlossen wir spontan in der Tauchschule Scuba St. Lucia ein „Romance below“ package zu buchen. Dieses besteht aus privatem Tauchunterricht, einem geführten Tauchgang im farbenfrohen Korallenriff und einem Kameramann, der alles begleitet. Absolut empfehlenswert als einzigartige Erinnerung für Turteltäubchen der Südsee.

Karibisches Korallenriff © Julia Schafhauser

Nach einem Lunch mit Aussicht auf die Pitons im Ladera Resort haben wir noch einen kleinen Naturlehrkunderundgang im Diamond Botanical Garden unternommen, in dessen Heilquellen angeblich schon Napoleons Ehefrau im 18. Jahrhundert gebadet hat.

Freitag steht die Insel Kopf: Ausflug in den Norden

Karibischer Ausblick von Fort Rodney, St. Lucia © Julia Schafhauser

Fort Rodney auf St. Lucia © Julia Schafhauser

Jeden Freitag veranstalten die Bewohner der Insel Fish-Fry-Partys, bei denen Einheimische und Touristen gemeinsam bis in die Morgenstunden feiern. Die berühmteste davon findet in den Gassen von Gros Islet statt, das am nördlichen Ende von St. Lucia liegt. Unweit von Gros Islet befindet sich Fort Rodney, eine ehemals britische Festung, die sich im Pigeon Point National Park an der raueren Atlantikküste der Insel befindet. Von der Spitze des Aussichtspunktes kann man sogar die Nachbarinsel Martinique erblicken.

Grün soweit das Auge reicht: Wanderung im Regenwald

  • Pigeon Point National ParkFort Rodney: 2 Stunden nördl. von Soufriere
  • En bas Saut Trail: Migny, 20 min südwestl. v. Soufriere

Panorama des Regenwalds von St. Lucia, Karibik © David Gochfeld

Kokosnuss Snack beim Wandern auf St. Lucia © Julia Schafhauser

Die reichhaltige Flora und Fauna zeigt sich in St. Lucia in unendlich vielen Farben und Formen. Ein Besuch im tropischen Regenwald wollten wir uns deshalb nicht entgehen lassen. An unserem letzten Tag buchten wir eine geführte Wanderung, da man sich ohne Begleitung nicht in das unbekannte Dickicht wagen sollte. Nach einer sehr vagen Wegbeschreibung und äußerst holprigen Straßen ins Landesinnere trafen wir unseren Guide und brachen auf eine vierstündige Wanderung auf dem En bas Saut Trail auf, abgerundet von einem wunderbaren Picknick mit frischen Früchten bei einem Wasserfall. Der berühmte St. Lucia Papagei und die Boa Constrictor, sowie zahlreiche Eidechsen und exotische Singvögel zählen zu den Einwohnern dieses Regenwaldes.

Krabbe im Sand von Anse Chastanet © David Gochfeld

Sonnenuntergang mit Booten am karibischen Meer © Julia Schafhauser

Regenbogen bei Anse Chastanet © David GochfeldSt. Lucia ist ein wundervolles Hochzeitsreiseziel und bietet genau die richtige Mischung aus Entspannung und Abenteuer, Romantik und Kultur.
Hier braucht man nur selten eine Uhr und es war eine wundervolle Woche im Einklang mit der Natur und den Gezeiten.
Die Freundlichkeit und positive Lebenseinstellung der Bewohner sowie die poetische Schönheit dieses Ortes werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

 

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