Côte d’Azur: Französischer Charme am Mittelmeer

Als sich mir die Möglichkeit bot, im Zuge meines Publizistik Masterstudiums ein Auslandspraktikum zu absolvieren, musste ich nicht zweimal überlegen. Gesagt, getan – wenige Monate später durfte ich eine der wohl schönsten Gegenden unseres Planeten zumindest vorübergehend mein Zuhause nennen: die Côte d’Azur, auch französische Riviera genannt.

Bloggerin Carina an der Cote d'Azur © Carina Dieringer

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Die Wortschöpfung „La Côte d’Azur“, zu deutsch „azurblaue Küste“, geht auf den Dichter Stéphen Liégeard zurück, der sie 1887 als Buchtitel  verwendete. Und das türkisfarbene Meer, das nahezu eine Einheit mit dem zumeist blaustrahlenden Himmel bildet, verdeutlicht, dass der Küstenabschnitt seinen Namen völlig zu Recht trägt. Stellt man sich dieses besagte Azurblau im Kontrast mit den satten Farben der Orangenbäume, dem leuchtenden Gelb der Mimosen, dem Violett des Lavendels und den rostbraunen Felsen von l’Estérel vor, ist es bestimmt für jedermann ersichtlich, dass diese Gegend nicht nur zu einem der weltweit begehrtesten Orten für Maler und Künstler, sondern auch für Stars und Sternchen zählt.

Dazu trägt zweifellos auch das inmitten der Côte d’Azur liegende Fürstentum Monaco bei, wo weder eine Einkommens- noch Erbschaftssteuer erhoben wird. Doch zu internationalen Treffpunkten zählen sowohl für Promis, als auch für Normalbürger ebenso die Städte Saint-Tropez, Nizza, Antibes und vor allem Cannes, wo Jahr für Jahr das wohl wichtigste Filmfestival der Welt über die Bühne geht. Bei der geografischen Ausdehnung der Côte d’Azur scheiden sich die Geister: Manche meinen, dass sie sich zwischen Menton und Marseille erstreckt, andere wiederum grenzen das Gebiet weiter ein: zwischen Menton und Saint-Tropez, was in etwa einer Länge von 120 Kilometern entspricht. Im Folgenden werde ich euch meine absoluten Lieblingsorte, die ich in den vergangenen Monaten erkunden durfte, gepaart mit einigen Insidertipps verraten.

Menton ist der erste französische Ort nach der italienischen Grenze und dementsprechend groß ist der Einfluss des Nachbarlandes. Doch das 29.000 Einwohner Städtchen hat vielmehr als nur einen unverwechselbaren französisch-italienischen Mix zu bieten: Eine Altstadt mit vielen bunten Häusern, traumhaft lange Sandstrände und aufgrund der Tatsache, dass Menton im Gegensatz zu vielen anderen Städten an der Côte d’Azur nicht von Touristen überhäuft ist, eher niedrige Restaurant- und Hotelpreise.

Menton

Als ich Monte Carlo das erste Mal besuchte, war ich fast ein klein wenig enttäuscht – vermutlich, weil meine Erwartungen viel zu hoch geschraubt waren. Weil der Stadtstaat gerade mal zwei Quadratkilometer Fläche aufweist und trotzdem 37.000 Einwohner hat, ist es auch kaum verwunderlich, dass alles mit großteils hässlichen Häusern verbaut ist. Doch obwohl meiner Meinung nach viel zu viel Tamtam um Monaco gemacht wird, sollte man dem Fürstentum doch – zumindest einen Tag lang – einen Besuch abstatten, denn die Altstadt samt spektakulärem Ausblick auf den Yachthafen sollte man doch mal gesehen haben.

Monaco

Èze ist ein wahrer Geheimtipp und einer meiner Topfavoriten an der gesamten Côte d’Azur. Besucht man das 430 Meter hoch gelegene Städtchen, sollte man sich keinesfalls die etwa einstündige Wanderung (Ausgangspunkt Èze Bord de Mer) entgehen lassen. Ich verspreche euch, dass sich jede einzelne Schweißperle auf eurer Stirn lohnt, denn der Ausblick, mit dem man belohnt wird, ist fantastisch. Der mittelalterliche Ort (übrigens autofrei!) bietet nicht nur zahlreiche Kunstgalerien, sondern auch einen prächtigen Garten, in dem man für kurze Zeit glaubt, im Paradies zu sein. Überdies kann man die berühmte Parfümerie Fragonard besuchen, wo kostenlose Führungen angeboten werden.

Èze sur mer

Ebenso wie Èze zählt auch Villefranche sur mer nicht zu den herkömmlichen Orten, die man im Zuge einer Côte d’Azur Reise besucht. Definitiv ein Fehler! Nur wenige Autominuten von Nizza entfernt, versetzt einen die Idylle und Gelassenheit des malerischen Dorfes sofort in Urlaubsfeeling. Am Sandstrand von Villefranche einen gemütlichen Badenachmittag einzulegen und den Tag in einem Restaurant direkt am Meer mit französischem Wein und frischen Muscheln ausklingen zu lassen, ist meiner Meinung nach die perfekte Vorstellung eines Urlaubstages. Ach ja und da das Erschmecken diverser Makronen ein Must ist während eines Frankreichaufenthalts: Im L'Oursin Bleu gibt’s eine Riesenauswahl der süßen Backwaren!

Villefranche sur mer

Nizza ist ein idealer Ausgangspunkt, um alle von mir angeführten Orte zu erreichen, denn dank den Direktbussen der Ligne d’Azur erreicht man durch einen Einheitspreis von lediglich 1,50 Euro pro Strecke viele Städte an der ganzen Küste. Da in der Hafenstadt so viele Dinge unternommen werden können, empfehle ich einen Aufenthalt von mehreren Tagen. Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich La Colline du Chateau mit Ausblick auf den Hafen, den farbenfrohen Place Massena, die Promenade am Meer (Promenade des Anglais), auf der sich sowohl Sportler, als auch Sonnenanbeter tummeln und die Shoppingsstraße Avenue Jean-Médecin, von wo aus auch der Notre-Dame ein Besuch abgestattet werden kann.

Nizza

Als kleiner Feinschmecker habe ich abschließend noch ein paar kulinarische Tipps für euch:

Ach ja und last but not least: Der Cour Saleya, der tagsüber ein Blumenmarkt ist, eignet sich wunderbar, um den Abend mit einem herrlichen, wenn auch leicht überteuerten Dinner ausklingen zu lassen.

Nizza

Grasse ist bestimmt jedem aus dem Buch, beziehungsweise dem Film „Das Parfum“ ein Begriff. Befindet man sich erstmals in der im französischen Hinterland eingebetteten Haupstadt des Parfums, wird einem schlagartig klar, warum Patrick Süskind seinem Roman Grasse als Handlungsschauplatz wählte.

Grasse

Antibes ist hauptsächlich wegen seinem riesigen Hafen, auf dem sich unzählige luxuriöse Yachten tummeln, bekannt. Doch auch die Altstadt, der Gemüsemarkt und das Picasso-Museum sind einen Besuch Wert. Das nahegelegene Juan-les-pins ist ein sehr beliebter Urlaubsort.

Antibes

Wie es sich für eine französische Mittelmeerstadt gehört, hat auch Cannes einen alten Hafen. Hier beginnt die Flanierpromenade und der Luxus, der nicht nur während dem Jahr für Jahr stattfindenden Filmfestival dominiert, lässt sich an diesem Ort nur erahnen. Geht man von hier aus hoch, erreicht man den höchstgelegenen Punkt des Viertels, die Notre-Dame-de-l'Espérance, von wo aus man eine tolle Aussicht über die Filmhaupstadt hat. Bei einem Cannesbesuch muss natürlich auch ein Spaziergang an der berühmten Croisette, wo sich oftmals Stars und Sternchen tummeln, drin sein. An dem parallel dazu verlaufenden Sandstrand lässt sich wunderbar verweilen.

Cannes

 

Ein Gedanke zu „Côte d’Azur: Französischer Charme am Mittelmeer“

  1. Hallo Carina! Ein sehr interessanter und informativer Reisebericht. War auch schon öfters in CÔTE D’AZUR und das ist auf jeden Fall eine Reise wert. Sehr gastfreundliche Leute, leben dort. 🙂 Liebe Grüße aus der Meran Altstadt

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