Chicago – der heimliche Star der U.S. Metropolen

Chicago im Bundesstaat Illinois ist definitiv eine Stadt der Superlative – eine Metropole, die sich am wunderschönen See Lake Michigan entlang zieht und die durch ihre Architektur sowie ihre eindrucksvolle Skyline keine Zweifel offen lässt, ein Wunderwerk zu sein.

Die berühmte "Bean" Skulptur im Millenium Park, Chicago

Über den Dächern Chicagos – Architektur Highlights

Die höchsten und in ihrem Design so unterschiedlichen Wolkenkratzer geben Chicago einen unfassbar schillernden Glanz.  Der Hancock Tower zum Beispiel, welcher sich am Fuße der Magnificent Mile, der wohl größten und glamourösten Einkaufsstraße der Stadt, befindet, ragt in seinem imposanten Schwarz über 100 Stockwerke in die Höhe. Ein kleiner Exkurs in andere Sphären und somit auf die beeindruckende Aussichtswarte sollte somit nicht nur angedacht, sondern auch umgesetzt werden. Die mächtigen Gebäude der Skyline, die sich in 344 Meter Höhe im Lake Michigan widerspiegeln, sind ganz nebenbei  eine Bereicherung für jedes Smartphone und natürlich für alle sozialen Medien.

Willis Tower und Hochhäuser von Chicago

Der Willis Tower, so manch einem noch unter Sears Tower bekannt, hingegen befindet sich im sogenannten „Chicago Loop“ am South Wacker Drive. Von ganz oben verschafft man sich einen sensationellen Blick über die atemberaubende Stadt und Schwindelfreie wagen einen „Step out“ auf die durchsichtige Plattform, die sich außen stellenweise um den Tower breit macht.

Bootsfahrt am Chicago River mit Blick auf die Innenstadt

Für alle jene, die Interesse an der hier einzigartigen Bauweise zeigen, führt kein Weg an der großartigen „Architectural Boat  Tour“ vorbei. Am Beginn der Magnificent Mile bei der wunderschönen Michigan Bridge werden unter anderem Tickets verkauft. Von hier wird man im Halbstundentakt auf eine Reise durch Chicagos faszinierende Architektur geführt. Unzählige, historienträchtige Bauwerke erstrecken sich links und rechts des Chicago Rivers und lassen diesen Ausflug unvergesslich werden.

And all that Jazz – Kultur in der „Windy City“

„The Windy City“ ist ein sehr geläufiger Beiname der Weltstadt, welcher Einheimischen  nur wenig imponiert, da damit nicht nur der Wind, der zeitweise recht heftig vom Lake Michigan stadteinwärts bläst, gemeint ist. Die „windigen Geschäfte“, die seit jeher in der Stadt betrieben werden und die – wenn auch nicht schlimmer als in anderen amerikanischen Städten – herrschende Kriminalität, sind für den Ausdruck verantwortlich.

Die berühmte Jazzbar Green Mill in Chicago © greenmilljazz.com

Konzert von BB King im House of Blues, Chicago © houseofblues.com

Als Besucher jedoch ist hiervon rein gar nichts zu spüren. Man verliert sich eher in einem Mekka für Kreative, für avantgardistische Architekten und Künstler aller Art. Besonders Musiker und Schauspieler versuchen sich hier zu verwirklichen und hoffen auf den großen Durchbruch. Jazzmusik und Chicago sind ganz eng miteinander verbunden. Jazz- und Blueslokale gibt es wie Sand am Meer und sie erfreuen sich enormer Beliebtheit. Das House of Blues, wohl einer der renommiertesten Jazzclubs, und die Green Mill Bar, in den 20er Jahren das Stammlokal von Al Capone, sind bei einem Trip hierher nicht wegzudenken. Bei einem kühlen Draft-Bier folgt man den Klängen von Saxophon und Trompete und taucht in die Welt von Louis Armstrong & Co. ein.

Das Chicago Theatre von außen, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt

Blick ins Innere des berühmten Chicago Theatre

Das Chicago Theatre  in der North State Street ist selbst für Nichttheaterfreaks einen Besuch wert, da es aufgrund seiner kunstvollen Verzierungen auch von außen beachtenswert ist. Der überdimensionale Theatersaal mit seiner unglaublichen Deckenhöhe lockt tagtäglich zig Besucher an. Fernsehstars wie Kevin James, bekannt aus der Sitcom „King of Queens“ ziehen ihre Zuschauer mit Stand-Up-Comedys in ihren Bann. Schauspielerische Glanzleistungen sind hier definitiv vorprogrammiert – daher schnell sein, sollte man noch ein Ticket ergattern wollen.

Im Pritzker Pavilion, Chicago, finden viele Konzerte und Veranstaltungen statt

Die moderne und kunstvolle Freilichtbühne Pritzker Pavillon im nahegelegenem  Millennium Park ist mitunter die Hauptattraktion der wundervollen Grünanlage. Hier finden Konzerte aller Art statt, mit der Kulisse des Michigan Lake und der Nähe zu Downtown Chicago ein einzigartiges Erlebnis.

Shop & the City – Einkaufsparadies Chicago

Nirgendwo mehr verfällt man dem Konsumrausch mehr als in den Vereinigten Staaten, auch in Chicago ist das nicht anders. An jeder Ecke wird man fündig, in jeder Gasse wird man erneut überrascht, überall warten schöne Dinge, die gekauft werden wollen. Es zahlt sich in Chicago also aus, abseits des Mainstreams shoppen zu gehen.

Vintage Kleider im edlen Second Hand Shop

Eva Pazola zum Beispiel ist eine lokale Designerin, die mit ihren „Ready to Wear-Kollektionen“ für Frauen schneidert, die in Kleidung Kunst sehen und sich damit ausdrücken wollen.

Mc Shane’s Exchange wiederum ist ein absolut cooler Second Hand Laden mit extravaganten Designerteilen zu durchaus moderaten Preisen. Von Louis Vuitton, Prada, Gucci bis hin zu Marc Jacobs stößt man in dem kleinen Laden, welcher in der Nähe des Lincoln Parks sein Zuhause findet, auf  fast alles. Generell sei erwähnt, dass es sich im Umkreis des Lincoln Parks gut shoppen lässt.

Die lebhaften Straßen von Downtown Chicago

Die Magnificent Mile wiederum erstreckt sich über mehrere Häuserblocks und ist unumstritten die größte Flaniermeile der Stadt. Hier sind alle namhaften Kaufhäuser wie Macy’s, Nordstrom und Bloomingdales vertreten.

Sushi bis Meinl Kaffee – Kulinarische Erkundungen

Nach einem exzessiven Einkaufsmarathon nutzt so manch einer die Gelegenheit und gönnt sich auf einer der stilsicheren Rooftop-Bars einen angesagten Drink.

Für einen gepflegten Cocktail geht man in Chicago in die Drum Bar © drumbar.com

Die Drumbar, welche sich im Raffaello Hotel unweit von der „Mag Mile“ befindet, versteht es, Gäste zum Bleiben zu überreden. Die Bar versprüht gediegenes, gemütliches Ambiente, draußen auf der Terrasse sorgen Bioethanol-Öfen für entspannte Stimmung. Die Batterien können hier bei erstklassigen Cocktails und  mit Trüffel-Öl verfeinerten Popcorn bestens aufgeladen werden.

Damit es aber nicht nur bei Popcorn bleibt, hat Chicago restauranttechnisch einiges am Kasten. Essen gehen wird hier definitiv zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Eines gleich mal vorweg: Freunde von Sushi und  rohem Fisch kommen hier voll auf ihre Feinschmeckerkosten. Restaurants und Schnellimbisse dieser Art  sind hier allgegenwärtig und das auch in immer sehr guter Qualität.

Das schräge Babba Gump Restaurant in Chicago © Babba Gump Shrimp Co.

Fans von Forrest Gump sind verpflichtet einen Tisch im Bubba Gump Shrimps & Co zu reservieren. Das am Navy Pier ansässige Lokal hat sich absolut dem Film verschrieben. Die Küche ist erstklassig, die Bedienung sehr freundlich, wenn auch ein wenig schräg – passend zur Hauptfigur des Restaurantmottos.

So sieht die Luxus Molekularküche des Alinea Restaurants aus © website.alinearestaurant.com

Das Alinea in der Halsted Street ist bestimmt eines der bestens Lokale der Stadt. Hier legt man schon einmal 300 Dollar auf den Tisch, um über vier Stunden molekular bekocht  zu werden – für einen besonderen Anlass ist es die Investition aber definitiv wert.

Auch in Amerika kann man mittlerweile echten Wiener Meinl Kaffee trinken © meinlus.com

Kaffee und Amerika haben ja leider ein eher gespaltenes Verhältnis. Meistens verschlägt es einen, wenn man sich auf sicherem Terrain bewegen möchte, zum nächsten Starbucks. Doch Chicagos Bevölkerung scheint auch Gefallen an einer Art Kaffeehauskultur gefunden zu haben. Man hält es ja kaum für möglich, aber den österreichischen Meinl Kaffee hat es nach Chicago verschlagen. Die Idee  ein traditionelles, wenn auch leicht amerikanisiertes, Wiener Kaffeehaus in den Staaten zu eröffnen, war ein geniales Konzept und hat sich durchaus gelohnt. Täglich kommen Massen in den Genuss von Melange & Co.  im Julius Meinl Chicago – ein Stück Heimat in der Ferne.

Diese wunderbare Stadt mit all ihren Schätzen hat durchaus die Berechtigung sich mit New York, Los Angeles oder San Francisco zu duellieren. Sie hat was Kunst, Architektur und Kultur anbelangt schon längst die Nase vorn.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *