Ubud: Auf den Spuren von Eat, Pray, Love

Am bekanntesten wurde Ubud sicher durch „Eat, Pray, Love“. In diesem autobiografischen Buch von Elizabeth Gilbert ist die gleichnamige Protagonistin Liz (im Film von Julia Roberts gespielt) auf der Suche nach sich selbst, unter anderem auf Bali. Ein bisschen auf der Suche nach mir selbst war ich während meiner längeren Südostasienreise auch. Nachdem ich das Buch gelesen hatte und es mich ohnehin auf die Götterinsel Bali verschlug war es klar, dass ich mir einen eigenen Eindruck von Ubud mache.

Ich fragte mich: was steckt wirklich hinter der Faszination Ubud – mehr als nur eine schöne Story und ein gut vermarkteter Kinofilm? Schon bei der Ankunft wurde mir klar: Ubud hat sehr viel zu bieten. Ich habe eine inspirierende, freisinnige indonesische Kleinstadt entdeckt und tatsächlich ein bisschen mehr zu mir selbst gefunden.

Reisen bedeutet: Menschen zu begegnen

Zu den schönsten Erfahrungen beim Reisen zählt für mich das Kennenlernen ganz verschiedener Menschen. Sich mit weltoffenen Individuen über Erlebnisse, Lebensläufe oder Denkweisen auszutauschen ist eine volle Bereicherung. Ich habe seit dem ersten Tag in Ubud erlebt, dass einem hier jeder sehr offen begegnet.

Tempelzeremonie für den Vollmond und Metalgott

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tempel

Der Vermieter meines Zimmers in einem „Homestay“ hat mir gleich beim Einchecken erzählt, dass es am Abend im Tempel ums Eck eine Zeremonie gäbe und ich dort unbedingt hingehen solle. Es war nämlich Vollmond (Purnama) und dann noch Tumpek Landep, was so viel wie die Verehrung des „Metalgottes“ heißt. Deshalb waren auch Mopeds und Autos geschmückt.

Nach entsprechender Adjustierung mit Sarong ging ich zum Sarawasti Tempel, der hübsch geschmückt und dekoriert war. Mit all den Balinesen, die ebenfalls in Sarongs gekleidet waren, erlebte ich eine unglaubliche Stimmung.

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Abendzeremonie

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Mit einigen anderen Touristen habe ich der Zeremonie beigewohnt. Nach 1,5 Stunden war leider Schluss für uns Zaungäste, weil es recht stark zu regnen begann. Als ich vor dem Regen unter ein Dach floh, traf ich zufällig ein holländisches Pärchen, das ich von Pemuteran kannte. Die beiden stellten mir gleich ein Mädchen aus ihrem Guesthouse vor. Mit dieser Neukaledonierin namens Anissa bin ich dann Abendessen gegangen. Und weil wir uns so gut verstanden, haben wir die nächsten Tage viel gemeinsam unternommen.

Alltag in Ubud: Essen, trinken und genießen

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Schon beim ersten Spaziergang durch Ubud sind mir die vielen netten Kaffeehäuser aufgefallen. Da ich total gerne Kaffee trinke und dabei Mitmenschen beobachte, die Atmosphäre genieße oder ein gutes Buch lese, habe ich jedes Café mindestens einmal besucht. Einige, wie beispielsweise das „Kafe“ in der Jalan Hanoman, auch viel öfter. Außerdem gibt es dort meistens WiFi, was bedeutet, dass ich dort entspannt E-Mails checken, für die Reise recherchieren oder darüber posten konnte.

Natürlich gibt es in Ubud unendlich viele Restaurants, Bars oder Warungs, in denen man überall sehr gut essen kann. Eines der Highlights war das Sari Organic Restaurant in der Jalan Raya Tjampuhan, das köstliches biologisches Essen serviert und mitten in Reisfeldern liegt. Da haben wir auch wunderschöne Sonnenuntergänge erleben dürfen.

Yoga, Mediation & eine Radtour

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Su-CochlarUbud ist eine sehr künstlerische und esoterische Stadt. Deshalb gibt es einige Yoga Classes. Mich hat es in das wunderschöne Yogazentrum Yoga Barn gezogen. Die Gruppenmeditationen, die ich besucht habe, waren sehr schöne Erlebnisse, die ich so schon lange nicht mehr hatte.

Wie „Eat, Pray, Love“-Liz wollten wir die Gegend mit dem Fahrrad erkunden. Auch jeder Reiseführer empfiehlt das. Was liegt also näher, als gemütlich durch die Reisfelder zu radeln? Doch schnell stellte ich fest, dass es viel anstrengender ist, als zu Hause mit dem Mountainbike einen Berg zu bezwingen. Das liegt vor allem daran, dass es so um die 30 Grad im Schatten hat und für die einfach ausgestatteten Räder recht krass bergauf und -ab geht. Auch wenn wir zwischendurch immer wieder unsere Räder geschoben haben, hat es trotzdem Spaß gemacht durch die herrlichen Reisfelder zu fahren.

Gastfreundliches Bali: Im Reisfeld residieren

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Viele Reisfelder in und um Ubud bieten auch die Möglichkeit, direkt an einem dieser hübschen grünen Felder mit faszinierendem Ausblick zu wohnen. Es gibt unzählige entzückende Guesthouses, wo man gleich mit den vermietenden Balinesen in Kontakt kommt.

Auch einige Zuwanderer haben sich in dieser wunderschönen Landschaft niedergelassen. Weil der Satz „Ihr könnt mich jederzeit besuchen kommen und seid herzlich willkommen“ hier keine Floskel ist, konnten wir einige Sesshaft-Gewordene in ihren Häusern besuchen und haben dabei sehr spannende Lebensgeschichten hören.

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Bunte Begräbniszeremonie: ein einzigartiges Erlebnis

Überall auf Bali finden ständig Tempelzeremonien statt. Es gibt immer einen guten Grund wie eine Hochzeit, ein Feiertag oder eine Gottesverehrung.

Extrem beeindruckt haben mich allerdings Begräbniszeremonien. Schon mindestens eine Stunde bevor die Zeremonie beginnt sind auf der Straße eine Menge Balinesen versammelt. Natürlich alle im Sarong. Manchmal glaube ich, dass sie ihr Zeremoniengewand öfter anziehen als normale Bekleidung.

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Zuerst dachte ich, es handle sich um ein ernstes, trauriges Ereignis. Aber nein, das ist es auf Bali ganz und gar nicht. Überall bunte Farben, viele Menschen, wunderschöne gebastelte Statuen und Gebilde und viel positive Energie. Es fühlt sich mehr wir das Zusammentreffen einer sehr großen Familienfeier an. Das liegt wohl zum einen daran, dass die Menschen hier Hinduisten sind und somit von Wiedergeburt überzeugt sind. Zum anderen werden sie erst einige Zeit nach ihrem Tod verbrannt – somit liegt der Tod schon ein paar Monate, manchmal bis zu 3 Jahre zurück. Davor werden sie beerdigt und erst bei einer Zeremonie werden die Überreste eingeäschert.

Jedenfalls habe ich so ein sehr interessantes Stück einer anderen Kultur kennengelernt und vor allem live miterlebt. Das Schöne ist, dass einen die Balinesen immer wieder einladen an diesen Zeremonien teilzunehmen.

Ausflüge rund um Ubud

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Das praktische an Ubud ist, dass es sehr zentral auf der Götterinsel liegt. Das bedeutet, dass man von hier aus perfekt Ausflüge machen kann. Deshalb bietet es sich an, in der Kleinstadt sein „Basislager“ einzurichten und dann nach Lust und Laune zu interessanten Zielen zu fahren. Ein paar Mal war ich mit dem Moped unterwegs und einige Male fuhren wir mit einem Taxi. Das ist sehr praktisch, weil man um wenig Geld eine individuelle Wunschroute in eigener Geschwindigkeit planen kann. Da ist dann auch schon mal ein Stopp bei einem Straßenstand mit vielen exotischen leckeren Früchten drinnen.

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Zu den vielfältigen Ausflugszielen gehören die unzähligen Tempel wie der meist fotografierte Pura Ulun Danu Bratan, oder der Felsentempel Gunung Kawi. Absolut sehenswert sind auch die heilige Quelle Tirta Empul und der Vulkan Batur. Mich faszinierten Wasserschlösser wie Tirtagangga. So richtig verliebt habe ich mich in den Wasserpalast Ujung.

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Ein wahres Paradies: Die Insel Gili Air

So wie „Eat, Pray, Love“-Liz machten ich und Anissa einen wunderbaren dreitägigen Ausflug nach Gili Air. Bei der Überfahrt zu der paradiesischen Insel, auf der es nur Pferdekutschen und keine Autos gibt, haben wir Delfine gesehen. Auf der ruhigen Insel mit kristallklaren, badewannenwarmen Wasser waren wir sofort total relaxt. Wir haben dann ausgedehnte entspannende Spaziergänge am Strand dem Tauchen, das ich in dieser Gegend schon ein paar Jahre davor kennenlernen durfte, vorgezogen.

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Fazit: Eat, Pray & Fall in love with Ubud!

Eigentlich wollte ich auf meiner Backpackerreise Ubud nur für ein paar Tage besuchen. Doch diese Kleinstadt hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich einfach geblieben bin, bis mein 30-tägiges On-Arrival-Visum abgelaufen ist. Das nächste Mal werde ich es vielleicht wie Liz machen und 3 Monate bleiben.

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