Reisetipp Österreich: Abenteuerurlaub in Tirol

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Mit dieser Frage und einem Haufen Mut im Gepäck bricht Gastbloggerin Kathi von Wien nach Kössen in Tirol auf. Hier berichtet sie, welche Abenteuer dort warteten und wie ein Aktivurlaub in den heimischen Bergen so aussehen kann.

Bloggerin Kathi in Paragliding-Montur © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Am Anfang war nur Wasser – so könnte man unsere Autofahrt von Wien nach Tirol am besten beschreiben, denn es regnete non-stop und der Verkehr rollte nur langsam voran. Trotzdem waren wir froh, uns für den Selbstfahrerurlaub in der eigenen Heimat entschieden zu haben, und vertrauten dem Wetterbericht für die kommenden Tage – Sonne satt! Nach etwa sieben Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel, Kössen im Kaiserwinkl – inklusive Warte-, Flug- und Transferzeiten auch nicht langsamer als eine Reise nach Spanien oder Griechenland.

Was uns in Kössen erwartete, war auf jeden Fall aufregender als sieben Tage Sandstrand und Sonnenbrand. Wir wollten Abenteuer, und dafür ist die Region Kaiserwinkl unweit vom Wilden Kaiser und der deutschen Grenze genau richtig. Bayern ist hier so nahe, man könnte zu Fuß hinüber laufen. Der Tiroler Kaiserwinkl umfasst vier Orte – Kössen, Schwendt, Rettenschöss und Walchsee – und jeder hat etwas anderes zu bieten. Das quicklebendige Zentrum ist jedoch Kössen und genau hierhin verschlägt es uns.

Abenteuer #1: Paragleiten

Eine Sportart hat Kössen unter Adrenalinjunkies besonders berühmt gemacht, und wir möchten es natürlich auch ausprobieren: das Paragleiten. Die Thermik der nördlichen Alpen und vor allem im Talboden von Kössen ist außerordentlich gut, was sowohl Profis als auch Anfänger besonders hoch und lange fliegen lässt.

Paragleiten in Kössen © kaiserwinkl.com

Paragleiten in Tirol © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Wir begeben uns in die erfahrenen Hände von Herbert Tamegger, der mit seinem Bruder Mario die Flugschule und Ausrüstungsshop Flywear leitet, und um € 99 Tandemflüge von bis zu 30 Minuten anbietet. Seit Jahren fliegen die beiden kreuz und quer durch die Luft über dem Kössener Hausberg Unterberg. Die Bergstation liegt auf 1.440 m – man fährt mit der Gondel hoch, und fliegt mit dem Gleitschirm wieder hinunter. Trotz Höhenangst und anfangs mulmigem Gefühl im Bauch lasse ich Herbert machen und er schnallt mich vor sich ins Geschirr. Soweit so gut, und ehe ich mich’s versehe hängen wir mit vollem Gewicht im Schirm hoch über uns. Ein kurzer Schrei und los geht’s! Mit der GoPro halte ich das Erlebte fest, doch das Video erspare ich euch (und euren Trommelfeldern) lieber.

Selfie beim Paragleiten über den Tiroler Bergen © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Traumhafte Aussicht beim Paragleiten © kaiserwinkl.com

Was das Paragleiten zum idealen Adventure Sport für Leute mit Höhenangst macht, ist, dass einem der freie Fall komplett erspart bleibt. Noch bevor du den Boden unter den Füßen verlierst, spürst du den Zug vom Schirm, und der Sitz, auf dem du deinen Flug verbringst, ist groß genug, dass ein unbeabsichtigter Blick nach unten fast nicht passieren kann. Nur den Spiralflug solltest du dir bei zu großer Angst vielleicht ersparen…

Abenteuer #2: Canyoning

Und eben weil das Paragleiten 80 % schöne Aussicht und nur 20 % Adrenalin war, heißt es für uns: Weiter ins nächste Abenteuer. Mit dem Adventure Club Kaiserwinkl hat Friedl Blattner das perfekte Angebot geschaffen – Rafting, Canyoning, Flusswandern, Mountain biken oder Klettern im Hochseilgarten – Abenteuer ist hier Programm. Wir entschieden uns für Canyoning und folgen unseren geprüften Guides in die Traxer Klamm.

Faszinierende Naturerlebnisse beim Canyoning © ADVENTURE CLUB KAISERWINKL

Canyoning in Kössen, Tirol © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Nach einem kurzen Training und Fußmarsch bergauf zum Einstieg in die Klamm erwartet uns schon die erste Hürde. Ausgerechnet der erste Sprung des Tages soll der höchste sein – sechs Meter geht es in die Tiefe, und zwischen den Felswänden sieht es ziemlich eng aus. In Wahrheit ist mit drei Metern Abstand natürlich genügend Platz – unsere Guides wissen, was sie tun. Mit vollstem Vertrauen fliegen wir beim zweiten Anlauf durch die Luft – diesmal wirklich im freien Fall – und tauchen ein ins eiskalte Wasser des Traxer Wildbaches.

Ab ins eiskalte Wasser beim Canyoning © Adventure Club Kaiserwinkl

Nach dem ersten Schock (im dicken Neopren wird man zwar nass, bleibt aber immer warm) geht es genauso aufregend weiter. Sprünge, Rutschen, Klettern, Abseilen, Untertauchen, Schwimmen – es gibt nichts, das wir nicht tun, und nach ca. 1,5 – 2 Stunden erreichen wir viel zu schnell das Ende der Schlucht.

Abenteuer #3: e-Biken

Da ins Wasser fallen mehr Spaß macht, als auf die Erde, lassen wir die Mountainbikes außen vor, und schnappen uns die e-Bikes, um nach den schönsten Aussicht über das Tal zu jagen.

Mit dem E-Bike unterwegs durch die Tiroler Landschaft © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Bloggerin Kathi unterwegs am E-Bike © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Typischer Gasthof in Tirol © kaiserwinkl.com

Gemeinsam mit Friedl machen wir uns auf den Weg zur Taubenseehütte. Wir radeln stets bergauf – in der Sommerhitze auch mit den e-Bikes anstrengend genug – vorbei an traditionellen Tiroler Berghäusern auf deren Balkonen die Blumen in allen Farben mit der Sonne um die Wette strahlen. Ein Zwischenstopp, um auf der kleinen Frankenalm hausgemachte Buttermilch zu verkosten, scheint ebenso obligatorisch wie eine Runde vom selbstgebrannten Schnaps. Der letzte Anstieg ist bei Weitem zu steil für die Fahrräder, und so machen wir uns zu Fuß auf den Weg zur Hütte und zum idyllischen Taubensee, der bereits in Deutschland liegt.

Wandern am See in Südösterreich © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Deftige Jause in der Almhütte © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Auch die Wandermusikanten dürfen in den Bergen nicht fehlen © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Zurück auf der Hütte genießen wir sie – die schönste Aussicht über das ganze Tal. Begleitet von einer traditioneller Cremesuppe, mehr Schnaps (Haselnuss!) und spontaner Wanders-Musik lassen wir uns es hier so richtig gut gehen. Noch ein Schnaps mit den Musikern? Ja, klar! Runter geht ja bekanntlich einfacher als hinauf.

„Abenteuer“ #4: Wellness

Ein wenig angeheitert, aber umso fröhlicher machen wir uns auf den Weg zurück ins Hotel. Trotz zahlreicher Gasthöfe und Privatunterkünfte entschlossen wir uns für das anspruchsvolle 4-Stern-Hotel Alpina – denn nichts macht einen Adrenalinjunkie glücklicher, als ein luxuriöser Wellnessbereich, in dem man sich nach der Action so richtig gut entspannen kann.

Hotel Alpina in Kössen, Tirol © hotel-alpina.at

Wellness Bereich des Hotel Alpina © hotel-alpina.at

Das Hotel liegt ein wenig außerhalb des Ortes und teilt sich die wunderschöne Aussicht auf den Unterberg mit dem Hotel Alt Tyrol – unbedingt ein Zimmer mit Balkon zur Ostseite buchen, und auf der sonnigen Terrasse frühstücken. Das Herzstück des Hotels ist aber, wie gesagt, der Wellnessbereich. Ob Planschen im Außenpool, Schwitzen in einer der zahlreichen Saunen oder einfach nur relaxen im Wintergarten – hier legen wir die Aufregung unserer Abenteuer ab und kommen doch noch zur Ruhe.

Blick auf die Tiroler Berge © Katharina Kamleitner/watchmesee.com

Und so runden wir unseren Aktivurlaub in Tirol ideal ab. Zurück im Auto, bereit für die lange Rückfahrt nach Wien, aber absolut nicht gefasst auf den Abschiedsschmerz, der uns plötzlich die Seele beschwert. Manchmal sieht man einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht – denn aus Österreich hinaus muss man für einen unvergesslichen Sommerurlaub absolut nicht.

Was noch besser ist: jetzt, da langsam das Ende des Sommer naht, fallen die Temperaturen ein wenig und sind bestens geeignet zum Wandern und aktiv sein, ohne Hitzeschlag oder Sonnenbrand. Ab in den Urlaub!

Ein Gedanke zu „Reisetipp Österreich: Abenteuerurlaub in Tirol“

  1. Wow deine Bilder sind atemberaubend. Ich bin so glücklich in einer Gegend wie Südtirol arbeiten zu dürfen!!
    LG aus dem Schenna Hotel!

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