Mallorca: Sommerausklang am Mittelmeer

Ich wartete und wartete – und konnte es nicht so recht glauben, dass dies der Sommer in Österreich gewesen sein soll. Wo waren nur die heißen Sommertage, die zum Abkühlen im 20° frischen See einluden? Wo waren die lauen Sommerabende, die man mit Freunden zum Grillen am Balkon verbrachte? Als der September immer näher rückte, warf ich schlussendlich alle Hoffnungen über Bord und entwickelte in Gedanken bereits einen Fluchtplan. Ich musste dringend nochmal in den Süden!

Atemberaubender Ausblick auf die Nordküste Mallorcas © morgenmuffel.in

Das Angebot der Restplatzbörse kam da genau zur richtigen Zeit: Sommerausklang am Mittelmeer, für eine Woche nochmal schnell ins Warme. Doch war der klassische Pauschalurlaub überhaupt das richtige für mich? Blieb so die Möglichkeit, die Insel auf eigene Faust zu erkunden? 

Mallorcas Osten – Felsige Küsten, türkisfarbenes Meer

Schon beim Aussteigen aus dem Flieger wusste ich eindeutig die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Sonnenschein und sommerliche 29° Grad begrüßten mich am Flughafen von Palma de Mallorca. Nach dem Transfer an die Cala Mandia und Check-In im Hotel war für mich sonnenklar, wie der Tag auszuklingen hatte: ab ans Meer! Keine zwanzig Minuten später steckte ich zum ersten Mal meine Zehen ins angenehm warme Wasser und ließ den Blick über die Küste streifen. Angekommen! Hier lässt es sich definitiv aushalten.

An der Ostküste Mallorcas laden zahlreiche kleine Buchten zum Badespaß © morgenmuffel.in

Nach den ersten Tapas zum Abendessen und einer angenehmen Nacht mit Meeresrauschen, meldete sich am nächsten Tag bereits mein Entdeckergeist zurück. Ich wollte die Insel erkunden. Um so individuell und spontan wie möglich auf der Insel unterwegs zu sein, hatten wir uns für einen Mietwagen entschieden. Wer so wie ich bevorzugt selbst unterwegs ist und nicht mit einer Gruppe anderer Touristen in einem Bus von A nach B geshuttelt werden möchte, ist mit dieser Variante meiner Meinung nach am besten dran. Ab etwa € 30,- bis € 40,- bekommt man einen Mietwagen für einen Tag. Da wir uns nicht festlegen wollten, entschieden wir uns gleich für einen Inselhopper für die ganze Woche.

Da unser Hotel, das Blau Punta Reina Resort, an der Cala Mandia und somit an der Ostküste von Mallorca lag, wollte ich ebendiese auch als allererstes erkunden. Schon zuvor hatte ich viel über die zahlreichen kleinen Buchten, die Calas, gelesen. Wir fuhren zunächst einige Kilometer in den Süden, an die Cala Figuera, um in dem kleinen Fischerdorf bei einem Kaffee in den Tag zu starten. Das kleine Dorf präsentierte sich am Vormittag noch sichtlich ruhig, vor allem am frühen Nachmittag, wenn die vielen Fischerboote zurück in den Hafen kommen, kann es hier aber schon etwas lebendiger zugehen.

Unser Weg führte uns im Anschluss noch etwas weiter in den Süden an das Cap des Moro, wo mit der Caló des Moro und der Cala S’Amunia die ersten beeindruckenden Buchten lagen. Bereits der Pfad an den Strand hinunter ließ mich immer wieder die Kamera auspacken, um die beeindruckende Landschaft mit der rauen Küste und dem türkisfarbenen Meer einzufangen. Abgekühlt zog es uns weiter an die Cala Llombards, wo wir uns in der Strandbar stärkten. Noch etwas weiter im Norden liegt die Cala Sa Nau, wo wir etwas später im warmen Licht der Abendsonne den Segelbooten am Wasser beim Schaukeln zusahen.


Mallorca kulinarisch


Es Baluard Café & Restaurant, Palma
– Terrasse mit herrlichem Ausblick

Tr3nta-1, Porto Cristo – Authentische, kleine Tapas-Bar

Ca Na Toneta, Caimari – Gastfreundschaft wird im Restaurant der Schwestern Maria und Teresa Solivellas im Landesinneren groß geschrieben

Ca’s Patró March, Cala Deia – hervorragender Fisch mit Meerblick


Der Norden Mallorcas – Unterwegs in den Bergen

 

Am nächsten Tag wartete der Norden auf uns. Wir fuhren quer durch das Land in Richtung Valldemossa, die Hügellandschaft mit bewirtschafteten Feldern zog an uns vorbei. Obwohl wir den Stopp in Valldemossa zunächst nicht eingeplant hatten, entpuppte sich dieser als kleines Highlight im Norden. Denn in diesem kleinen Dorf in den Bergen der Serra de Tramuntana lässt es sich hervorragend durch die engen Gassen bummeln, einen Cafe con leche in einem der vielen Cafés genießen oder in kleinen Läden echte spanische Handwerkskunst erstehen.

Valldemossa liegt eingebettet zwischen den Bergen der Serra de Tramuntana © morgenmuffel.in

Von Valldemossa ging es weiter nach Sóller, wo wir es uns nicht nehmen lassen konnten, in die nostalgische Straßenbahn zu steigen und etwa zwanzig Minuten nach Port de Sóller zu fahren. Die meterlange Strandpromenade von Port de Sóller geht vom Strand direkt in den Hafen über, wo zahlreiche Fischer- und Segelboote liegen. Bei einem Eis schauten wir dem Treiben am Hafen zu und fuhren dann mit der Straßenbahn wieder zurück nach Sóller.

Fischerbotte im Hafen von Sóller, Mallorca © morgenmuffel.in

Von Sóller geht’s mit einer nostalgischen Straßenbahn nach Port de Sóller © morgenmuffel.in

Etwa 30 Kilometer weiter nordöstlich gelegen, befindet sich die beeindruckende Schlucht entlang des Wildflusses Torrent de Pareis. Wanderer entdecken die im Sommer meist trockene Schlucht gerne zu Fuß, viele Touristen kommen mit Ausflugsbooten von Port de Sóller oder – so wie wir – über eine Serpentinenstraße nach Sa Calobra.

Mallorcas Bucht Cala sa Calobra mit der berühmten Mündung des Torrent de Pareis © morgenmuffel.in

Von dort führt eine Küstenpfad an die Cala Sa Calobra, wo Torrent de Parreis schlussendlich ins Meer mündet. Eine beeindruckende Bucht zwischen den mächtigen Felsen des Tramuntana-Gebirges, welche zahlreiche Touristen zum Baden anzieht.

Aussichtsplattform des Cap de Formentor, Mallorca © morgenmuffel.in

Die Küstenstraße im Norden führt uns schlussendlich bis an den nördlichsten Punkt der Insel: an das Cap de Formentor. Über Serpentinen schlängelt sich die Straße auf der Halbinsel bis zum Leuchtturm, unterwegs gibt es an mehreren Parkplätzen die Möglichkeit, die Aussicht auf die Küste zu genießen. Der Besuch des Cap de Formentor lohnt sich vor allem morgens und abends, wenn die Sonne die Küste in ein warmes Licht taucht und nicht ganz so viele andere Touristen unterwegs sind.

Mallorcas Südwesten – Palma und die Cala Pi

Vor der Kathedrale von Palma de Mallorca laden Pferdekutschen zu einer Stadtrundfahrt © morgenmuffel.inWer seinen Urlaub auf Mallorca verbringt, sollte definitiv einen Tag in der Hauptstadt Palma verbringen. Neben der bekannten Kathedrale La Seu hat die Altstadt viele Cafés, Restaurants, Geschäfte, Museen und mehr, welche einen Ausflug wert sind. Nicht zu vergessen der Hafen von Palma, wo zahlreiche Segelboote und Yachten liegen.

Als guter Ausgangspunkt eignet sich der Parkplatz am Parc de la Mar, direkt an der Kathedrale gelegen. Von dort aus spazieren wir in die Innnenstadt und lassen uns durch die engen Altstadtgassen treiben. Wir schauen dem geschäftigen Treiben am Plaça Major eine Weile zu, spazieren entlang der Gassen im Viertel La Llotja-Born und Santa Catalina und landen schlussendlich auf der Aussichtsterrase Esbaluard, wo wir bei erfrischenden Getränken den Ausblick auf den Hafen und zur Kathedrale genießen. Es lohnt sich in Palma die touristischen Hauptstraßen zu verlassen und auch durch kleinere Gassen zu flanieren, denn gerade dort finden sich oft authentische kleine Cafés und Restaurants mit typisch spanischer Küche.

Ein Muss bei einer Stadtbesichtigung in Palma: die Kathedrale „La Seu“ © morgenmuffel.in

Die berühmte Kathedrale „La Seu“ in Palma de Mallorca © morgenmuffel.in

Nachdem wir gefühlt jede Gasse von Palma erkundet hatten, zog es uns aufgrund der sommerlichen Temperaturen für den Rest des Tages erneut an den Strand. Wir entschieden uns, am Rückweg einen Abstecher an die Cala Pi zu machen, welche in meinem Reiseführer schon beinahe als mallorquinischer Fjord bezeichnet wird. Eine gute Wahl, wie sich herausstellt, denn die Cala Pi ist einerseits wunderschön, zum anderen am späten Nachmittag kaum überlaufen. Oberhalb der Cala Pi gibt ein alter Leuchtturm nochmal den Blick auf die Küste frei, gleich in der Nähe befindet sich ein Restaurant mit Meerblick und empfehlenswerter Paella.

Die ruhige Bucht Cala Pi, Mallorca © morgenmuffel.in

Sommerausklang auf Mallorca – ja bitte!

Die verbleibenden Tage auf Mallorca nutzten wir, um in der Bucht direkt am Hotel die Seele baumeln und uns bräunen zu lassen. Wir hatten bei weitem noch nicht alles gesehen, was die Insel zu bieten hat, wollten jedoch nicht jeden Tag im Auto verbringen.

Jetzt, am nach einem Gewitter menschenleeren Strand in der Abendsonne, ist es Zeit ein Fazit zu ziehen und die letzten Tage Revue passieren zu lassen. Mein Vorhaben, vor dem Herbst nochmal Sonne zu tanken und etwas Sommergefühl aufkommen zu lassen, ist hier auf Mallorca definitiv gelungen. Mitte September ist die Insel zwar noch deutlich touristischer als erwartet, doch es gibt auch hier noch Orte, wo man Ruhe und Erholung findet.

Und der Pauschalurlaub? War definitiv kein Grund zum Zweifeln. Zum einen kann es durchaus entspannend sein, sich einmal nicht um Flug, Transfer und Hotel getrennt voneinander kümmern zu müssen. Zum anderen erlaubt ein Mietwagen die notwendige Flexibilität, um die Insel auf eigene Faust zu entdecken. Und wer nur Frühstück oder Halbpension bucht, hat immer noch ausreichend Gelegenheit, auch die kulinarische Seite der Insel in authentischen Lokalen zu genießen.

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