Ostern in Madrid: Zwischen Andacht & Volksfest

Ihr seid zu Ostern in Spanien oder wollt noch Last Minute dem trüben heimischen Wetter entfliehen? Rund um die „heilige Woche“ der Osterferien verwandelt sich Madrid in eine bunte Welt aus Festumzügen und Gedächtnisfeiern – Ostern einmal anders!

Almudena Kathedrale, eines der Wahrzeichen von Madrid Blick auf die Brücke Segovia, im Hintergrund sieht man die Kathedrale Almudena und den königlichen Palast

Genau richtig: einige Tage frei, der Frühling steht in den Startlöchern – ich sitze in einem gemütlichen Café auf einem kleinen Platz. Mitten in Madrid. Und lasse mir die ersten Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen. Es ist Ostern. Ich genieße die Ruhe, bis der leise Trommelwirbel aus der Ferne immer lauter wird. Die Menschen strömen plötzlich alle in eine Richtung. Ich bezahle meinen Café con Leche und hänge mich der Traube an. Mal sehen was da los ist.

Semana Santa in Madrid: Ein Osterfest der ganz besonderen Art

Wenn ich als Tourist durch die Straßen schlendere, fühle ich mich wie in einem schrägen Film. Wie auf einem riesigen Festival, und das mitten in der Stadt. Denn in der Woche vor Ostern, der „Semana Santa“ („der heiligen Woche“), wie sie in Spanien genannt wird, treffen sich die Einwohner zu unzähligen, riesigen Prozessionen, wie wir sie aus Österreich nicht wirklich kennen. Denn für die Spanier ist Ostern mehr als nur eine Woche mit Feiertagen.

Oster Prozession in Spanien

Religiöses Fest der Superlative: Zwischen Ikonen & Essensständen

Traditionelles Trommeln erfüllt die warme Frühlingsluft, Musikkapellen geben sich die Ehre, lebensgroße Marienstatuen werden wie eine Kutsche gezogen, oder von bis zu 40 Menschen wie eine Sänfte getragen. Unglaubliche Menschenmassen auf den Straßen. Die Fenster und Balkone sind mit spanischen Flaggen und religiösen Motiven geschmückt.

Soldaten bei der Osterprozession in Madrid Frau in traditioneller spanischer Festkleidung bei der Osterprozession in Madrid

Bei den stundenlangen Prozessionen empfinden die gläubigen Spanier den Leidensweg Christi nach. Die tiefkatholischen Spanier trauern – viele sind barfuß unterwegs, andere tragen schwarz, wieder andere tragen Kerzen und Kreuze.

Doch die Festtage sind längst mehr als das: an jeder Ecke stehen Verkäufer hinter kleinen rollenden Wägen mit Sonnenschirmen, von denen aus sie Cola, Snacks und sogar Popcorn an die hungrigen Passanten verkaufen. Schaulustige beobachten den Zug von Menschen in feierlicher Kleidung vom Straßenrand aus – und ich bin mittendrin. Viele von ihnen warten schon stundenlang, um den besten Blick auf diese historischen Umzüge erhaschen zu können.

Marien-Ikone beim Festumzug zur heiligen Osterwoche in Madrid Nazarener in Festkleidung beim Osterumzug in Madrid

Abendlicher Ausklang nach spanischer Art

Inzwischen dämmert es. Kapuziner mit Fackeln ziehen inzwischen durch die Straßen. Die mystische Stimmung überträgt sich allmählich auf die anderen Passanten. Doch auch die Frühlingsluft im warmen Madrid kühlt irgendwann ab. Deshalb ziehe ich weiter.

Sonnenuntergang auf der berühmten Plaza Mayor Typisch spanische Tapas

Nach dem pausenlosen Gedränge auf den Straßen lasse ich den Tag ruhig in einer typisch spanischen Bar ausklingen: Bodega de la Ardosa. Zum guten Glas spanischen Rioja bringt der Kellner Tapas – kleine Leckerbissen wie belegte Brote, aromatische Oliven, eingelegte Sardellen, Omelette und marinierte Fleisch- und Gemüsespieße.

Eines ist sicher: Ostern in Madrid hat etwas ganz besonderes. Dieser Kurztrip wird deshalb bestimmt wiederholt.


Madrid Restaurant Tipp

Bodega de la Ardosa: Calle Colon 13, 28004 Madrid

Dieses über 100 Jahre alte Restaurant ist ein Klassiker unter Madrids Tapas-Bars und unbedingt einen Besuch wert.


 

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