Dominikanische Republik: Meine grandiose Karibikreise

Für viele ist die Dominikanische Republik das Vorzeigeland der Karibik, der Inbegriff vom Natur- und Urlaubsparadies. Nachdem ich letzten Sommer dieses unglaubliche Land gemeinsam mit einem Freund bereist habe, würde ich heute allerdings behaupten: Das ist eine ziemliche Untertreibung. 

Palmen am tropischen Strand

Kolumbus Denkmal und Kathedrale von Santo Domingo

Santo Domingo: Von Mangos und Avocados

Avocado und Mango passen wunderbar zusammen

Angekommen sind wir in Santo Domingo. Wir waren erschöpft vom langen Flug und haben die erste Nacht bei Freunden zu Abend gegessen. Ohne eine Ahnung, was man hierzulande typischerweise isst, probierten wir eine einheimische Avocado und Mango und waren sofort überwältigt: Ein Geschmackserlebnis, das wir in diesem Moment wie wie ein Lebenselixier empfanden. Ab dem Zeitpunkt wurden diese zwei Früchte zu unseren Hauptnahrungsmitteln auf der Reise – getrunken, geteilt, gelöffelt, geschlürft – zu jeder Tageszeit.

Hier hat mein Reisebegleiter auch sein erstes spanisches Wort gelernt (von dem wir im Übrigen bis heute nicht wissen, ob es tatsächlich existiert), das sich ab nun wie ein Leitbegriff durch unseren Urlaub gezogen hat: Grandioso!

 

Life is better when you surf: Cabarete

Eine der ersten Stationen, die wir auf Empfehlung in unser Spontanprogramm aufgenommen haben, war Cabarete. Die kleine Stadt im Norden des Landes gilt als Traumziel für Wassersportler und lockt regelmäßig Backpacker an. Ein Ort, der uns durch seine faszinierende Vielfalt noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Meine Begleitung, Piratenente der Karibik, durfte in der Dominikanischen Republik natürlich auch nicht fehlen

Surfboards in Cabarete

Wassersport, das heißt zum Beispiel Windsurfen, Kitesurfen, Stand-Up Paddling, Tauchen, Rafting oder Wasserfallwandern – was ich übrigens alles ausprobiert habe und sehr empfehlen kann.

Nachdem man sich tagsüber sportlich betätigt hat, verwandelt sich der Ort nachts zu einer großen Feiergesellschaft. Zuerst trinkt man am Strand Cuba Libre oder Rum aus Kokosnüssen (dieser Drink heißt „Coco Loco“ und so fühlt es sich auch an!). Danach findet man in Bars freundliche Dominikaner, die einem Merengue oder Bachata beibringen, was nach ein paar aufwärmenden Getränken dann auch erstaunlich gut funktioniert.

Cabarete, ein Traum für Surfer in der Dominikanischen Republik

Rum aus Kokosnüssen unter Palmen schlürfen – was will man mehr!

Las Terrenas – I found Paradise

Meine Vorstellung vom Paradies wurde einige Tage später in Las Terrenas erneut übertroffen, speziell in La Casa de Li, wo wir übernachtet haben. Die Aussicht vom Haus, das zur Gänze eigenhändig und nachhaltig vom sympathischen Besitzerpärchen gebaut wurde, ist unvergleichlich. Unmittelbar umgeben von Grün blickt man hinter dem Dschungel auf den Ozean, wobei sich vereinzelt immer wieder Kitesurfer in das Panoramabild einfügen.

Blick aus dem Zimmer direkt in den Dschungel: La Casa De Li in der Dominikanischen Republik

So viele schöne Sonnenuntergänge in der Dominikanischen Republik

An diesem Ort wurde, wie wir später erfahren, sogar das Kitesurfen erfunden. Angeblich habe ich das Boot des Erfinders gesehen – das hat mir zumindest ein Einheimischer erzählt. Die Strände dort sind atemberaubend schön und was das Glück absolut macht: Man kann sich Pizza an den Strand liefern lassen.

Las Terrenas ist ein Eldorado für Kitesurfing

Ein Traum: die Pizza wird direkt an den Strand geliefert

Zeitreisen auf Lago Enriquillo

Wer ein wenig Abwechslung vom Meer sucht, kann Lago Enriquillo im Westen des Landes besuchen: der größte Salzsee der Dominikanischen Republik. Bei einer Bootstour kann man sogar Krokodile sehen.

Ein einsames Boot in einer Bucht der Karibik

Prächtige Kaktuspflanze in der Dominikanischen Republik

Um den See herum gibt es zahme Leguane und mit ein bisschen Fantasie fühlt man sich inmitten des Reptilienrudels in die Urzeit zurückversetzt, denn diese Tiere ähneln kleinen Dinosauriern. Zudem habe ich dort im klarsten Wasser der Welt gebadet, das direkt aus einer Wasserquelle in einem Poolbecken aufgefangen wird. Grandioso!

Leguan, eine Spur der Urzeit am Lago Enriquillo

Baden im wunderbaren Quellwasserbecken am Lago Enriquillo

Samanà, wunderbà: Disney-Häuser und fliegende Füchse

Als wir am Ende unseres Trips in die Kleinstadt Samanà gekommen sind, haben wir zuerst Pueblo Principe gesehen: der Komplex aus Shops und Unterhaltungslokalen wirkt wie eine eigene, surrealistische Stadt in der Stadt mit pastellfarbenen Häusern im Disney-Stil. Diese steht im Kontrast zum restlichen Samanà, mit ihrer Bridge to Nowhere, die nie fertig gebaut wurde – ein Beispiel für sympathisches Kleinstadtchaos. Der einzige Strand in der Gegend gehört zu einer großen Hotelanlage und ist deshalb bei Schönwetter ziemlich überlaufen.

Pueblo Principe wirkt wie eine Puppenstadt am Meer

Gebäude in Pueblo Principe, Samana

Die Bridge to Nowhere in Samana, Dominikanische Republik

Wenn das Abenteuer ruft, sollte man in Samanà unbedingt den „Flying Fox“ ausprobieren: die längste Zipline der Dominikanischen Republik. Jetzt weiß ich, dass ich doch fliegen kann! Das noch dazu in motivierender Gesellschaft und unter höchsten Sicherheitsbedingungen – nicht umsonst hat die Tour 2013 das Zertifikat für Exzellenz von Tripadvisor verliehen bekommen.

Auf der Zipline durch den Dschungel der Dominikanischen Republik fliegen

Ich kann fliegen! Die Samana Zipline ist ein einmaliges Erlebnis

Als nächstes kamen wir zufällig in das Samanà Tree House Village, das vom Besitzer der Zipline gegründet wurde: Ein organisch gehaltenes Zentrum für Backpacker. Hier kann man zum Frühstück den eigens angebauten Kaffee trinken, wird dank der hiesigen Fledermäuse nicht von Gelsen belästigt, schläft in Bambushütten und duscht inmitten von lichtdurchfluteten, recycelten Bierflaschen (aus welchen die Wände bestehen). Eine große Empfehlung, falls man in der Nähe der Zipline auch übernachten will.

Nachhaltige Architektur im Samana Treehouse Village

Und rundherum? Ausflug nach Haiti

Da wir auf unserer Reise an lokaler Authentizität interessiert waren, haben wir Touristenhochburgen wie Punta Cana aus unserem Programm mit gutem Gewissen ausgespart. Wer die Zeit und das Geld dafür hat, sollte auf jeden Fall die Inseln in der Umgebung, wie zum Beispiel Kuba oder Jamaika, erkunden.

Blick auf die Küste von Haiti

Bei uns gingen sich diese Ausflüge leider nicht aus, lediglich Haiti haben wir einen kleinen Besuch abgestattet. Das war auf jeden Fall interessant, allerdings ist der Tourismus in diesem Land, vor allem nach dem Erdbeben 2010,  weniger fortgeschritten als in der Dominikanischen Republik. Ich war erstaunt, wie unterschiedlich sich zwei Länder auf einer Insel entwickeln können. Wer sich dafür entscheidet, nach Haiti zu reisen, sollte darauf vorbereitet sein, mit einem der ärmsten Länder der Welt konfrontiert zu werden.

Allerdings gibt es in diesem karibischen Land auch viel Interessantes zu entdecken – so etwa Naturschönheiten wie Bassin Bleu und historische Sehenswürdigkeiten rund um die Zitadelle La Ferrière. Mein Reiseerlebnis dort hat sich vor allem aus den Geschichten, Schicksalen und der Kultur des Landes erschlossen.

Schon vorbei?

Die Dominikanische Republik ist ein kleines, aber vielfältiges Land, dessen Reichtum sich in der Natur widerspiegelt, in der Artenvielfalt und Biodiversität des Landes, in der Freundlichkeit der Einheimischen, in der Hoffnung auf nachhaltigen Tourismus, den zahlreichen sportlichen Aktivitäten, und nicht zuletzt in den vielen verlorenen Gedankenmomenten, die bei scheinbar unendlichen Blicken auf den Ozean entstehen.

Boote an einem Strand der Dominikanischen Republik

Wasserfall Baden in Samana

Pelikane in der freien Natur der Karibik

Weil bekanntlich alle Dinge ein Ende nehmen, leider auch die guten, so musste ich es wieder verlassen, dieses Land, das mich so überwiegend positiv bereichert hat. Ich sagte Tschüss zu Mangos und Avocados, zu allen dort gewonnenen Freunden, den vielen Tieren, den Kokosnüssen und dem guten Rum. Aber nicht für immer.


Hotel Tipps

La Casa de Li: Salome Urena, Abra Grande, Las Terrenas
Dominican Tree House Village: Carretera Samana-El Valle, Santa Barbara de Samana 32000


Lust auf eine Reise in die Karibik bekommen? Hier geht es weiter zu Urlaubsangeboten in der Dominikanischen Republik.

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