Island: Die Insel aus Feuer und Eis

Island ist die sprichwörtliche Welt der Wunder. Hier schießt kochend heißes Wasser direkt aus dem Boden und trifft auf eiskalte Gebirgsflüsse. Brodelnde Vulkane verstecken sich unter den meterdicken Eisdecken der Gletscher. Feen, Trolle, Elfen und Gnome leben Tür an Tür mit Schafzüchtern, Fischern und Großstädtern. Doch auf meiner 3-wöchigen Rundreise habe ich vor allem eines bemerkt: die Insel im Nordatlantik ist ein Paradies für Naturliebhaber und lädt zur ausgewogenen Erkundungstour ein.

Dieses Schild markiert die Mittelbrücke zwischen zwei Kontinentalplatten auf Island

Das "Aurora Borealis" Polarlicht in der Nähe von Reykjavik, Island

Island verdankt seine einzigartige Landschaft der geografischen Lage zwischen zwei auseinanderdriftenden Kontinentalplatten: Europa und Amerika. Zahlreiche Vulkane füllen seit jeher den Spalt zwischen den Kontinenten und formen ein atemberaubendes Naturspektakel. Zwar benötigte es eine Finanzkrise und einen Vulkanausbruch um Island in aller Munde zu bringen – es ist jedoch unanfechtbar, dass die Insel schon immer Traumdestination für Aktivurlauber und Erlebnisreisende war.

Start des Island Abenteuers in Reykjavik


Islands Hauptstadtregion versammelt rund zwei Drittel der Gesamtbevölkerung der Insel und zählt etwa 200.000 Einwohner. Der internationale Flughafen Keflavik liegt nur 50 km von Reykjavik entfernt und macht die Stadt damit zum Ausgangspunkt für die meisten Island-Reisenden. Und obwohl sie sich ideal eignet um Vorräte für die bevorstehende Inselerkundung anzuschaffen, ist die Stadt selbst einen mehrtägigen Aufenthalt absolut wert.

Im historischen Zentrum drängen sich kleine, bunte Holzhäuschen dicht aneinander. Darüber thront die Hallgrimskirche, von deren Turm man einen wunderbaren Ausblick genießen kann. Am Hafen lässt sich ein Wunder der modernen Architektur bewundern – das 2011 eröffnete Konzerthaus Harpa – und in den örtlichen Schwimmbädern authentisch isländische Kultur erleben.

 


Reykjavik Tipps

  • Ein gewagter Sprung ins Meer im Strandbad Nautholsvik
  • Die köstliche und erschwingliche Hummersuppe im Saegreifinn beim Hafen
  • Schnäppchenjagd am Kolaportid Flohmarkt
  • Ausgedehnte Tag- und Nachttour auf Reykjaviks Shopping- und Ausgehmeile Laugavegur

Tagesausflug zu den Natur Highlights am Goldenen Ring

Folgt man der Beschilderung im Osten der Stadt hat man die Chance drei Hauptattraktionen der Insel an nur einem Tag zu besichtigen. Der Goldene Ring ist das wohl beliebteste Ausflugsziel, besonders für jene mit nicht ausreichend Zeit für eine Inselumrundung. Viele Busunternehmen bieten geführte Touren an, die Strecke ist jedoch auch leicht selbst zu befahren.

Landschaft des Thingvellir Nationalparks in Island

Erstes Ziel ist der Thingvellir Nationalpark. Hier befindet sich die historische Wiege der isländischen Demokratie, denn bereits seit dem Jahr 1000 versammelten sich die Männer Islands hier zum Thing (Volksversammlung). Der große Graben entstand durch das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten und verbreitert sich von Jahr zu Jahr – jedoch kaum spürbar.

Weiter geht es ins Haukadalur um den Großen Geysir und den regelmäßig ausbrechenden Geysir Strokkur zu betrachten.

Die letzte Station der Tour ist der eindrucksvolle Wasserfall Gullfoss, dem die Route ihren Namen zu verdanken hat.

Zwischen Lavastrand und Gletschersee: Islands Ringstraße

Die Ringstraße stellt Islands Hauptverkehrsverbindung dar und verläuft meist zweispurig rund um die Insel. Zumindest eine Teilstrecke wird jeder Island-Reisende zurücklegen, da sie an vielen Naturschauspielen der Insel vorbeiführt. Der Süden ist bekannt für seine weiten, teilweise schwarzen Strände und tosende Wasserfälle.

Der Skogafoss stellt mit seinen 25m Breite und 60m Tiefe eine wahre Wand aus Wasser dar und ist Startpunkt für eine anstrengende, aber lohnende Wanderung zum 2010 ausgebrochenen Eyjafjallajökull.

Gletschersee Jökulsarlon in Island

Weiter geht es zu den gewaltigen Gletschern des Vatnafjallajökull Nationalparks und den schwimmenden Eisbergen im Gletschersee Jökulsarlon. Entlang der Ostküste befinden sich zahlreiche Fischerdörfer, zum Beispiel das entlegene Fjardabyggd abseits der Hauptstraße. In Seydisfjördur legt regelmäßig die Fähre aus Dänemark an.

Im Nordosten lockt die Myvatn Region mit weitläufigen Seenlandschaften, bizarren Lava Gesteinsformationen namens Dimmu Burgir und dem Thermalbad Myvatn, einer einladenden Alternative zur geschäftigen Blauen Lagune im Südwesten. Ein wenig später erreicht die Straße Akureyri, Islands zweitgrößte Stadt und Versorgungszentrum des Nordens.

Bei ausreichend Zeit lohnt sich auf dem Weg nach Westen ein Abstecher auf die Snaefellsnes Halbinsel. Ihre im Nationalpark gelegenen Berge sind an besonders klaren Tagen sogar von Reykjavik aus sichtbar. Bevor die Straße über Borganes, Akranes und den Atlantiktunnel wieder in die Hauptstadt führt, lädt ein Abzweiger ins Hvitardalur ein. Hier befinden sich die Lavawasserfälle Hraunfossar – das Wasser fließt hauptsächlich unterirdisch und scheint sich direkt aus der Lava zu ergießen. Abenteuerlustige finden hier außerdem beeindruckende Höhlen, welche aber unbedingt mit der richtigen Ausrüstung und am besten im Rahmen einer Führung erkundet werden sollten.

Die monumentalen Lavawasserfälle Hraunfossar im Westen Islands


 Island Roadtrip

Malerische Bergstraße in Island

 

Für die ausgewogene Inselumrundung mindestens 2-3 Wochen einplanen.

  • Wanderungen sind das A und O um die isländische Natur zu erkunden.
  • Am besten sind Straßenkarten, auf denen auch Tankstellen verzeichnet sind.
  • Off-Road Touren können das Fahrzeug beschädigen und nachhaltig die Natur zerstören.
  • Immer Notfall-Äpfel für am Straßenrand weidende Pferde bereithalten.

 


Geheimtipp: Die Westfjorde

Aufgrund ihrer geografischen Lage befinden sich die Westfjorde selten auf der Reiseroute von Erstbesuchern. Ihre reizvolle Landschaft stellt aber so manchen anderen Teil der Insel in den Schatten. Angler und Outdoorjunkies kommen hier besonders auf ihre Kosten. Wenige Schotterstraßen winden sich um die zerklüftete Fjordlandschaft (Achtung: lange Landwege!) und an klaren Tagen ist sogar die Ostküste Grönlands sichtbar. Der bedeutendste Ort ist Isafjördur, der Mitte April besonders aufblüht – dann findet nämlich das alljährliche Isafjördur Rock Festival statt und lockt halb Reykjavik in die Westfjorde.

Klippen in Iatrabjarg, Island

Papageitaucher Vögel auf Island

Wanderinsel Island: Abenteuer Hochland

Im Gegensatz zur gut ausgebauten Ringstraße führen nur einige wenige Schotterpisten kreuz und quer durchs Hochland.  Allradantrieb ist die wichtigste Voraussetzung für diese Strecken, die nur im Sommer geöffnet sind. Sind diese Hürden erst einmal genommen, eröffnen sich buchstäblich unendliche Weiten. Doch auch Wanderer finden hier ihr Glück. Es gibt mehrere Weitwanderwege, die Teile des Hochlands erschließen – der beliebteste ist der Laugavegur, der kürzeste und einfachste der alte Kjalvegur.

Wandern in der wilden Landschaft Islands

Nicht vergessen! To-Do Liste Island

Egal welche Ziele letztendlich angesteuert werden, einige Dinge dürfen keinem Islandurlaub fehlen:

  • Ein wohltuendes Bad in einer natürlichen heißen Quelle (zum Beispiel nahe Hveragerdi)
  • Ein Ausritt im Tölt auf einem niedlichen Islandpferd
  •  Die haarsträubende Verkostung von Hakarl, traditionell fermentiertem Grönlandhai, und Brennivin – dem notwendigen Schnaps zum Nachspülen.

Island ist voller Wunder und Überraschungen. Mit seiner atemberaubenden Natur und den liebenswerten Inselbewohnern zieht es seine Besucher sofort in den Bann. Am liebsten möchte man die Insel gar nicht mehr verlassen, so viel gibt es zu Entdecken und Erleben.

Gute Reise, góða ferð!

 

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Fotos: Katharina Kamleitner & www.shutterstock.com

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