Nizza: Sonne, Strand & Savoir-Vivre in Südfrankreich

Wer abends, wenn die Sonne bereits untergegangen ist, am Flughafen von Nizza landet, den begrüßt Frankreich bereits beim Aussteigen aus dem Flieger mit dem ganz typischen salzigen Geruch der Mittelmeerküste. Einmal tief eingeatmet und jeder Stress fällt ab. Wer noch dazulernen muss in Sachen Entspannung, der ist in Nizza am richtigen Ort.

Brunnen am Place Massena, dem Zentrum von Nizza © Susanne Zöhrer

Die idyllische Küste von Südfrankreich © Susanne Zöhrer

Das hübsche Fleckchen ist eine ideale Mischung aus Strand und mittelgroßer Stadt. Fast punktgenau zwischen Marseille und Genua gelegen, hat es einfach alles, was das urlaubsreife Herz begehrt: Vom mondänen Chillen am Privatstrand, über jede Menge Shopping-Gelegenheiten im Stadtzentrum bis hin zu allerlei mediterranen Köstlichkeiten der südfranzösischen Küche. Das Sprichwort „Leben wie Gott in Frankreich“ könnte durchaus in Nizza seinen Ursprung haben.

Nizza – ein Katzensprung in den Süden

Wer wie ich in Wien ins Flugzeug steigt, kommt in weniger als zwei Stunden in Nizza an. Das macht es auch ideal für einen Kurzurlaub.

Hafen von Nizza

Was Hotels betrifft, so sollte man sich am besten eine Unterkunft im historischen Viertel Vieux Nice oder den daran angrenzenden Stadtteilen suchen. Dort hat man nämlich alles vor der Haustür: der Strand in Gehweite, der geschäftige Marché aux Fleurs zum flanieren, essen und Leute beobachten, auch die Shoppingmeilen sind nur wenige Minuten entfernt, und wer auf Kultur steht, der wird beim Spazierengehen auch über diverse Museen stolpern.

Rosé & Sonnenschein – ein Privatstrand für die Bohème!

Nizza ist vom Frühsommer bis in den Herbst herrlich zum Baden im Mittelmeer geeignet. Eines jedoch gilt es zu beachten: Der Strand entlang der Flaniermeile Promenade des Anglais ist ein Kieselstrand. Das heißt, man liegt auf etwa faustgroßen Steinen und sollte entweder die passende Ausrüstung dazu mitbringen, oder sich den Luxus des Eintritts in einen der Privatstrände gönnen.

Rettungsschwimmer am Privatstrand in Nizza © Susanne Zöhrer

Ein bisschen Luxus in Nizza: Roséwein und Oliven am Strand © Susanne Zöhrer

Ich empfehle diese Investition in jedem Fall, denn nur so kann man sich in Südfrankreich hochleben lassen und einmal für kurze Zeit einfach dekadent sein. In dieser Hinsicht kann ich den Strand des Hotels Beau Rivage ganz besonders ans Herz legen. Für den halben Tag zahlt man 15 Euro – nicht billig, aber es lohnt sich. Man wird auf luftig weiche Strandliegen gebettet, die Sonnenschirme werden selbstverständlich laufend so gerückt, dass man im Schatten liegt. Wer noch ein bisschen Geld übrig hat, der bestellt sich am frühen Nachmittag ein Gläschen Roséwein (Côtes de Provence!), welches umgehend vom aufmerksamen Personal, samt Oliven zum Naschen, serviert wird. Mon dieu!

Bon appétit! Schlemmen von früh bis spät

Frankreich ist nicht zu unrecht bekannt für seine hervorragende Küche. In Nizza trifft man zusätzlich noch auf herrliche Einflüsse, die vom nahen Italien dazu kommen.

Frühstück im „Le Coin Quotidien“ in Nizza © Susanne Zöhrer

Neben dem wunderschönen Marché aux Fleurs gibt es zahlreiche Essensmärkte in Nizza © Susanne Zöhrer

Essenstechnisch sollte man demnach bereits mit dem Frühstück loslegen. Wenn das jeweilige Hotel Adäquates anbietet, meinetwegen, mein Rat in Frankreich ist jedoch immer derselbe: pfeifen Sie aufs langweilige Hotelbüffet und gehen Sie schnurstracks zum Marché aux Fleurs. Besonders empfehlen kann ich das Le Coin Quotidien, das hieß früher „Le Pain Quotidien“ und es lässt sich dort einfach herrlich brunchen. Bei frisch gebackenem Brot und jeder Menge anderer Köstlichkeiten (Omelette, Müsli …).

Den Nachmittag verbringt man, wenn es das Wetter erlaubt, gemütlich am Strand. Am frühen Abend schließlich sollte man sich langsam auf die Suche nach einem passenden Restaurant machen.

Ein Muss beim Nizza Besuch: Meeresfrüchte aller Art © Susanne Zöhrer

Chez Freddy Restaurant in Nizza, ein Tipp für Liebhaber von Meeresfrüchten © Susanne Zöhrer

Eine Spezialität an der Cote d'Azur: Meeresfrüchte © Susanne Zöhrer

Wer sich am Marché aux Fleurs wohl fühlt, der findet dort jede Menge guter Etablissements. Ich persönlich habe in allen Lokalen, die ich dort besucht habe, hervorragend gegessen. Für Liebhaber von Meeresfrüchten ist auf jeden Fall Chez Freddy empfehlenswert oder La Cambuse für Italienisches wie Pasta und Pizza. Mutige finden in letzterem auch einheimische Spezialitäten wie „Tripes à la provençale“ auf der Karte.


Nizza Restaurant Tipps


Flanieren wie Nietzsche in Nizza

Wer zu einem Spaziergang aufgelegt ist und den Abend dekadent beschließen will, der wandert über den Colline de Cheateau, das ist der unübersehbare kleine Berg mitten in Nizza. Von dort kann man eine herrliche Aussicht über die Stadt und aufs Meer genießen.

Terrasse Nietzsche, ein Denkmal an den Philosophen und seine Liebe zur Cote d'Azur © Susanne Zöhrer

Wer genug Zeit hat, besichtigt gleich auch noch den wunderschönen jüdischen Friedhof und legt eine kontemplative Pause auf der Nietzsche Terrasse ein. Der deutsche Philosophenkönig war zurecht auch ein Bewunderer der südfranzösischen Küste und hat dort, vermutlich tief in Gedanken versunken, weite Fußmärsche zurückgelegt. Mit der Aussichtsplattform ganz oben am Berg hat man ihm ein würdiges Denkmal gesetzt.

Küste von Nizza

Place Massena, der Hauptplatz von Nizza © Susanne Zöhrer

Gleich auf der anderen Seite des Hügels liegt malerisch der Hafen Nizzas. Wer genug gewandelt ist und ausreichend philosophiert hat, der wird im L’Ane Rouge mit einer herrlichen Mahlzeit belohnt. Man ist dort naturgemäß auch auf Meeresfrüchte spezialisiert, mit einer der zusammengestellten Menüfolgen lässt sich der Tag mit einem herrlichen Blick auf den Hafen beschließen.

Ausflüge in der Umgebung: Villefranche sur Mer bis Monaco

Nizza hat eine ideale Lage an der Azure und sollte man einen längeren Aufenthalt ins Auge fassen, so empfiehlt es sich auch gleich ein paar Ausflüge mit einzuplanen.

Blick auf Villefranche Sur Mer an der Cote d'Azur © Susanne Zöhrer

In Villefranche Sur Mer nahe Nizza kann man in Ruhe am Strand entspannen © Susanne Zöhrer

Gleich in der Nachbarschaft zum Beispiel bietet sich das wunderschöne Villefranche sur Mer an. Dieser Ort ist mit dem Linienbus von Nizza aus in 10 Minuten erreichbar. Wer überhaupt etwas weniger Trubel möchte, der sollte gleich in Villefranche Urlaub machen. Das kleine Dorf mag zwar im Sommer von Touristen überlaufen sein, in der Nebensaison jedoch kann man hier so richtig abschalten. Und sogar das Hotel Welcome direkt am Hafen bietet dann moderate Tarife an. Ein Spaziergang durch den Ort lohnt sich auf alle Fälle. Zu sehen gibt es vieles, neben einer Zitadelle samt wunderbarer Gartenanlage auch die Chapelle Saint-Pierre direkt am Hafen, deren Wände von Jean Cocteau höchstpersönlich bemalt wurden.

Monte Carlo Casino

Ebenfalls einen Ausflug wert ist Monaco. In weniger als einer Stunde gelangt man mit der Bahn ins Fürstentum. Dort gibt es teure Riesenyachten zu bestaunen. Wer Glück im Spiel hat, kann einen Ausflug in eines der Casinos wagen.

Daneben gibt es noch jede Menge weitere Ziele, die man in der Urlaubsplanung berücksichtigen kann. Grasse zum Beispiel ist bekannt für seine Parfumproduktion, Cannes oder Antibes sind auch nicht weit entfernt. Auch Marseille, das etwas weiter im Westen liegt, sollte man irgendwann gesehen haben.

Die Füße im Meer, was braucht man mehr... © Susanne Zöhrer

Nizza bietet so gut wie alles, was man sich von einer Urlaubsdestination wünscht: Strand, Stadtleben, gutes Essen, herrliche Umgebung.

Wer bei den vielen Möglichkeiten Panik bekommt, nicht alles während eines Trips bewältigen zu können, dem empfehle ich aus eigener Erfahrung: In den Flieger steigen, nach Nizza fliegen und drei bis vier Tage einfach am Strand vertrödeln. Monaco und den Rest kann man sich immer beim nächsten Mal ansehen.

Bon voyage!

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