Amsterdam Insider: Traumstadt der Trendsetter

Amsterdam steht in vielen Köpfen vor allem für Coffeeshops und Prostitution. Als mein Freund und ich Ende Juli 2014 nach Amsterdam zogen, waren wir uns sicher, dieses Klischees widerlegen zu können. Vorab haben wir uns Dokumentationen angesehen und von Spaziergängen an den Grachten oder Fahrradfahrten durch die Gassen der Backsteinhäuser geträumt.

Bloggerin Marlies mit einer feinen Auswahl holländischen Käse

Typischer Kanal in Amsterdam mit Kunstwerk aus Schlössern

Nun, einige Wochen nach unserem Umzug, kann ich mit Gewissheit sagen, dass Amsterdam für mich eine absolute Traumstadt ist. Die Leute sind so offen und zufrieden, es gibt unzählige Märkte für frisches Obst, Gemüse sowie allerhand Kram, neue coole Bars sprießen nur so aus dem Boden und man entdeckt jeden Tag etwas Neues. 

Der Norden – Amsterdam abseits des Tourismus und mittendrin im „Hipsterland“

Wer Amsterdam abseits der Touristenpfade kennenlernen möchte, sollte auf jeden Fall einen Ausflug in den Norden machen. Mit der Fähre hinter der Amsterdam Centraal Station fährt man gratis in 3 Minuten auf die andere Uferseite, wo sich das beeindruckende Filmmuseum The Eye befindet. Ein architektonischer Traum für Filmbegeisterte mit vielen technischen Spielerein. Das Eye ist aber auch der perfekte Platz um im dazugehörigen Café am Ufer zu entspannen.

Filmmuseum The Eye in Amsterdam

Eingang des Lokals Noorderlicht in Amsterdam

Neben dem Filmmuseum bietet der Norden alternative Bars und Clubs, wie zum Beispiel das Noorderlicht. Eine Cafébar in einem Glashaus mit dazugehöriger Feuerstelle und DJ Pult im Freien, direkt am Wasser gelegen.

Restaurant Pllek in Amsterdam

Das Lokal Pllek in Amsterdam besitzt einen eigenen Kiesstrand

Falls sich hier kein Sitzplatz bietet, befindet sich das ebenso tolle Pllek mit Kiesstrand und gemütlichen Sofas gleich nebenan. Hier lässt sich ein für Amsterdam typischer „Fresh Mint Tea“ stilecht genießen.

De Ceuvel – Upcycling im ganz großen Stil

Das verschmutzte Industriegebiet De Ceuvel im Norden wird gereinigt und zu einem Hafen der Entspannung umgebaut. Alte Hausboote und Schiffe werden umfunktioniert und bilden selbstversorgte, energieeffiziente Einheiten. Ein Projekt voller kreativer Ideen und ambitionierter Helfer, die aus Müll etwas Beeindruckendes schaffen.

Cafe de Ceuvel, alternatives Veranstaltungslokal in Amsterdam

Die einzigartige Idee und einige der Beteiligten seht ihr in folgendem Video:

Herz des Projektes bildet das Café de Ceuvel. Hier trifft sich die alternative Szene im Norden auf eine Rhabarber Limonade um sich anschließend die Hände an der Feuertonne zu wärmen. Swingtanz-Abende und Singer-Songwriter Konzerte runden die Atmosphäre gekonnt ab.

Frisch und köstlich – Amsterdams Märkte & Restaurantempfehlungen

Amsterdams Küche ist relativ teuer, darum würde ich dazu raten nach Möglichkeit selbst zu kochen. Die günstigsten und frischesten Zutaten findet man auf den Märkten, wie z.B. Ten Katemarkt oder Dappermarkt. 500 g Kabelau gebacken („Kibbeling“) mit Sauce um nur 5,50 € – der leckere, typische Snack für Zwischendurch.

Typischer Markt mit frischen Waren in Amsterdam

Leckeres Pad Thai bei Cook Kai, Amsterdam

Wer die thailändische Küche liebt, sollte dem authentischen Restaurant Cook Kai einen Besuch abstatten. Mit 10,50 € für eine große Portion Pad Thai durchaus leistbar.

Bislang kannte ich nur Schokoriegel und Co. aus dem Automaten. In Amsterdam gibt es außerdem Automaten, die mit Fastfood gefüllt sind. Gegen etwas Kleingeld bekommt man hier die traditionellen Rindfleischkroketten, aber auch Burger aus dem Kasten.

Fast Food Automat in Amsterdam

Marlies mit einer niederländischen Krokette, frisch aus dem Automaten

Richtig gute Burger werden im Butcher, einer Burgerbude inklusive geheimer Cocktailbar, serviert. Mein Favorit ist der „BABAGANOUSH“ Burger mit gegrillten Melanzani. Wer lieber trinkt muss telefonisch reservieren und bekommt anschließend Zugang zu einer versteckten Cocktailbar.

Das ungewöhnliche Nachtleben in einer der berühmtesten Partystädte

Habt ihr schon einmal in einer Kirche getanzt? Ich bislang nicht. In Amsterdam ist dies jedoch vollkommen normal, da hier Kirchen z.B. zu Clubs umgebaut werden – wie etwa das Paradiso. Hier gibt es Live Musik und DJs vom Feinsten zu hören und bunte Kirchenfenster zu bewundern.

Der Club Paradiso in Amsterdam war früher einmal eine Kirche

Schöne Abendstunden kann man im 5&33 verbringen, einer Cocktailbar mit Restaurant und Ausstellungsbereich. Auf bunt gemischten Designermöbeln lassen sich hier stilvoll Cocktails genießen.

Das Café Brecht ist einem Berliner Wohnzimmer nachempfunden und besticht durch alte Möbel, bunte Tapeten und deutsches sowie tschechisches Bier oder auch englische Drinks. Ich habe mir hier ein Pimm’s, ein typisch englisches Likör mit Tonic, Orange und Gurke, genehmigt

.Außenbereich des Roest, eines der Amsterdamer Lieblingslokale

Auch nett bei Tag und Nacht: das RoestLagerhallenstil trifft Strandfeeling. Hier gibt es Essen zum selbst zusammenstellen wie bei einem Buffet sowie von einem Stand im Freien, zum Trinken wird Ausgefallenes wie WOSTOK Limonade oder Gingerbeer gereicht. Das abwechslungsreiche Programm der Lokalität, die gemütliche Atmosphäre und gute Musik sind nur einige Gründe für weitere Besuche im Roest.

Einzigartig und günstig – das Paradies für Schnäppchenjäger

Amsterdam ist aber auch ein Paradies für Schnäppchenjägerinnen wie mich. Jeden Monat findet zwei Tage lang der IJ Hallen Markt statt. Es handelt sich hierbei um den größten Flohmarkt Europas, welcher größtenteils in zwei alten Schiffwerfthallen stattfindet.

IJ Hallen, der größte Flohmarkt Europas in Amsterdam

Feine Schnäppchenware am Ij Hallen Flohmarkt

Wer nicht auf den nächsten Termin warten möchte kann täglich beim berühmten Waterlooplein Flohmarkt nach Schnäppchen und Raritäten stöbern oder jeden Montagvormittag den Noordermarkt mit allerhand Vintagemode besuchen.

Fietsen – Radfahren auf Niederländisch

Als frisch gebackene Amsterdamerin habe ich mir natürlich auch ein Hollandrad besorgt und dieses, um in der Masse nicht unterzugehen, selbst bemalt. Jetzt nenne ich dieses schöne „Zebrafiets“ mein eigen. An die Rücktrittbremse muss man sich erst gewöhnen, aber dann braust man majestätisch durch die Straßen Amsterdams und fühlt sich großartig.

Marlies beim Dekorieren ihres echten Hollandrads

Marlies mit ihrem original Hollandrand

Amsterdamer Ausflüge: Life is a Beach

Amsterdam bietet als Erholungsgebiet natürlich noch die Strände. Im Osten von Amsterdam (30 min von Amsterdam Centraal) befindet sich der gemütliche Blijburg Strand mit asiatisch anmutender Strandbar. Hier finden auch regelmäßig Festivals und Partys statt.

Etwas weiter entfernt (1 h von Amsterdam Centraal), dafür mit extra breitem Sandstrand: Ijmuiden aan Zee. Ein Nordseestrand mit vielen Muscheln und grünem Naturschutzgebiet nebenan. Hier kann man Segeln, Windsurfen, Eisschlecken und einfach relaxen.

Rund um Amsterdam kann man erholsame Ausflüge ans Meer unternehmen

Dies ist erst der Anfang unserer Zeit in Amsterdam und doch haben wir so viel erlebt und gesehen. Wer schon einmal hier war, sollte wieder kommen und tiefer in die Stadt eintauchen als es die meisten Touristen tun – es lohnt sich, versprochen!

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