Ostern: Ab in den Süden!

Als ich 2003 zum ersten Mal in Südeuropa Ostern gefeiert habe, überraschte mich zunächst einmal das milde Klima. Nach dem langen Winter konnte ich Anfang April endlich wieder ein bisschen Frühlingsluft schnuppern.

Ostern in der berühmten Filmfestspielstadt Cannes

Am ersten April lag an der Côte d’Azur tatsächlich der Frühling in der Luft, gemischt mit einer Brise Mittelmeersalz. Es war Mitternacht und außer den angestrahlten Pinien auf dem Boulevard Carnot hatte ich noch nicht viel von der berühmten Filmfestspielstadt kennengelernt, war aber schon restlos begeistert. Als ich am nächsten Morgen das Hotel verließ und über die weltberühmte Croisette flanierte, präsentierten sich mir die herrlichen Jugendstilhotels, das pittoreske Museum Malmaison und der trutzige Filmfestspielpalast vor strahlend blauem Himmel. Auf den wunderbaren Sandstränden sonnten sich vor Palmen und Pinien die ersten Sonnenhungrigen wie einst Grace Kelly und Cary Grant für den Film „Über den Dächern von Nizza“, denn die Strandszenen wurden in Cannes gedreht. 2007 zog an ähnlicher Stelle eine Karfreitagsprozession vor dem Rathaus vorbei und in Richtung des farbenfrohen Cinema de Cannes mit seinem schwelgerischem Hollywoodgraffiti.

Ostern an der Côte d’Azur – Heidi’s Bookshop und die Grimaldiburg in Antibes

Tatsächlich kann man an der Côte d’Azur zu Ostern schon schwimmen gehen und am Boulevard du Midi zwischen Cannes la Bocca und Mandelieu sind die weiten Sandstrände noch kaum besucht. Das Gleiche gilt für die Promenade des Anglais in Nizza. Zudem kann man in Südeuropa am Karfreitag einkaufen wie an jedem anderen Tag und auch am Ostersonntag hat so manches Geschäft geöffnet. Leider gehört Heidi’s Bookshop in Antibes nicht dazu, doch im gut sortierten Buchladen im Herzen der Altstadt kann Karfreitag und Karsamstag gestöbert werden und auch ich habe mir beim letzten Besuch einen literarischen Reiseführer über die Französische Riviera gegönnt. Außerdem habe ich mich über einen interessanten Antiquitätenmarkt treiben lassen, der auch allerlei nautische Instrumente als Accessoires anzubieten hatte. Hier erwirbt man also mal ein ganz anderes Souvenir von der Côte d’Azur. Kunstbegeisterte sollten unbedingt die Grimaldiburg mit dem Picasso-Museum besuchen. Die Bilder durften nach Willen des Künstlers die Ausstellungsräume eigentlich niemals verlassen, dennoch wurden mehrere Exponate vor ein paar Jahren im Picasso-Museum in Münster ausgestellt.

Über die „Semana Santa“ nach Mallorca

Als ich das erste Mal nach Mallorca reiste, waren meine Erwartungen an den Urlaub relativ gering, hatte ich doch die vielen Deutschen im Kopf, die es jedes Jahr an den Ballermann verschlägt. Umso überraschter war ich, dass überall der Duft der wunderschönen Mandelbäume in der Luft lag und sich die ganze Gegend blühend und grün präsentierte. Dank der milden Temperaturen wagte ich mich sogar in das kühle Nass und unternahm einen wunderschönen Spaziergang den verlassenen Strand entlang.
In Spanien wird Ostern besonders feierlich begangen, daher sollte man unbedingt einer der schön gestalteten Prozessionen oder der Weihe der Palmen- und Olivenzweige beiwohnen. Besonders toll fand ich die „Crist de la Sang“-Prozession am Abend des Gründonnerstag. Burschenschaften wanderten in mittelalterlichen Kostümen durch die Straßen und trugen die prächtigen Heiligenstatuen. Am Karfreitag fand die Kreuzabnahme-Prozession statt. Dazu wurden Hunderte von Kerzen angezündet die zu einer traumhaft feierlichen Stimmung beitrugen.
Die Osterfeiertage auf Mallorca waren für mich die perfekte Mischung um die Osterfeiertage zu feiern und gleichzeitig den Frühling in vollen Zügen zu genießen.

Zu Ostern in die Toskana – Florenz, Siena, Prato

2004 verbrachte ich die Osterfeiertage hingegen in Florenz und im Chianti. Während am Ostersonntag in Florenz beim traditionellen Scopia-del-Carro-Festival ein Feuerwerk direkt auf einem Karren vor dem Dom Santa Maria del Fiore entzündet wird, wirkt das Chianti beinahe menschenleer. Malerisch schlängeln sich die Straßen vorbei an Weinbergen, dem friedlichen Kloster Badia a Coltibuono, dem Fotomotiv Chiesa di Spaltenna und den Castelli di Meleto und Brolio hinunter nach Siena. Am Ostermontag besuchte ich die Stadt Prato, die unter anderem für ihre Wollmanufakturen bekannt ist. Berühmt ist aber vor allem der Dom mit seiner Außenkanzel, selbst in Italien eine Besonderheit. Hier habe ich ein gemütliches Café entdeckt, das gleichzeitig Bücher, meine Leidenschaft, zum Verkauf anbietet.

Die Haflingerparade und das Café Darling in Meran

Am Ostermontag ziehen in Meran in Südtirol ab 10 Uhr morgens die langmähnigen, kleinen aber kräftigen Haflingerpferde in einem Umzug durch die Stadt zum Hippodrome. Die Straßen Merans werden dann von Schaulustigen gesäumt. Für einen Drink gefällt mir das Café Darling auf der Winterpromenade am Fluss Passer am besten. Auf der Getränkekarte findet sich jeder Aperitif, der in Italien bekannt ist. Mein Favorit ist jedoch der blassrosa Rosenwasser-Aperitif. Über die Gilfschlucht begebe ich mich gerne auf den Tappeinerweg, einem botanischen Panoramawanderweg über der Stadt. Von da geht es in die bis über 2.700 m hohen Berge der Texelgruppe, deren Gipfel auch ohne alpine Ausrüstung zu erreichen sind.

Die Feiertage in den Vogesen verbringen

In dem pittoresken Ort Ribeauvillée in den Vogesen haben die Geschäfte in den gemütlichen Fachwerkhäuschen auch am Ostersonntag geöffnet. Aber nicht nur zum Einkaufsbummel locken die Vogesen. Rund um Thannenkirch und Saint Hippolyte wird jedes Jahr an Ostern der dreitägige Osterlauf organisiert, an dem auch Urlauber willkommen sind und sportlich die Gegend erkunden können.

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