Marrakesch: 1001 Nacht in Marokko

In Marrakesch atmet man zwischen prächtigen Moscheen und belebten Basaren die Luft historischer Königsstädte oder beobachtet das bunte Treiben in den Gassen bei selbstgemachtem Couscous und Minztee. Wer noch tiefer in die marokkanische Geschichte und Lebensweise eintauchen möchte, besucht die nahegelegenen Dörfer im Atlasgebirge.

Marokkanische Kasbah in den Atlas Bergen

Marrakesch – eine Stadt voller Gegensätze & Überraschungen

Trotz französisch-europäischen Einflüssen ist Marokko der islamischen Religion & Kultur verpflichtet, zwar laufen viele Urlauberinnen in knapper Sommerkleidung umher, es gilt jedoch als respektvoll, als Frau Arme und Beine größenteils zu verdecken. Außerdem sollte man sich informieren, ob es für Nichtmuslime erlaubt ist, bestimmte Moscheen von innen zu besichtigen.

Blick auf Marrakesch mit historischer Stadtmauer

Marktstände in der alten Medina von Marrakesch, Marokko

Für viele Urlauber verkörpert Marrakesch die Essenz marokkanischer Lebensfreude und Kultur. Dies bedeutet nicht nur fremdartige Architektur, bunte Märkte und würzige Küche, sondern auch lautes Menschengetümmel, Trickbetrüger und islamische Bräuche. Wer bereit ist, Marrakesch als das zu erleben, was es ist – eine Stadt voller Überraschungen – wird hier eine unvergessliche Zeit verbringen.

Gewürze im Souk von Marrakesch, Marokko

Auf den ersten Blick fällt die rötliche Steinfarbe auf, welche die Gebäude in Marrakesch dominiert – vorbei an der imposanten Stadtmauer geht es in die Medina, eine Altstadt wie aus den Geschichten von 1001 Nacht. Durch ein Labyrinth von Gässchen flaniert man an Märkten und feilschenden Händlern vorbei, in den Souks kann man von exotischen Gewürzen bis zu arabischen Lampen und Schmuck so ziemlich alles erwerben. Außerdem sollte man auf die zahlreichen Straßenkatzen achten, die in Marrakesch das Äquivalent zur europäischen Taubenplage darstellen.

Eintauchen in die islamische Kultur von Marrakesch

Innenhof der Madrassa Ben Youssef in Marrakesch

Wer genug vom Trubel der Basare hat, kann entspannt das Wahrzeichen von Marrakesch besichtigen: die Koutoubia Moschee. Das beeindruckende Gebäude ragt mit seinem 77 Meter hohem Minarett in den Himmel und wurde 1162 erbaut. In einem schlichten Baustil gehalten, stellt die Moschee das älteste Gotteshaus Marokkos dar. Das Innere des Gebäudes sowie der große Innenhof mit Pfeilerarkaden und Gärten können von Nichtmuslimen leider nicht besichtigt werden.

Die Koutoubia Moschee ist das Wahrzeichen von Marrakesch und das älteste Gotteshaus Marokkos

Auch die Ben Youssef Moschee ist nur für Anhänger des Islam von innen zugänglich, jedoch werden in der benachbarten Madrassa Ben Youssef Führungen angeboten. Diese Gebetsschule besticht mit ihrer eindrucksvollen Architektur, die eine Balance zwischen kunstvollen Mosaiken und Stuck sowie einer glatten Oberfläche hält. In diesem faszinierenden Gebäude, das zudem einige marokkanische Kunstwerke enthält, können Urlauber eine Ruhepause vom städtischen Geschehen einlegen und dabei mehr über die lokalen religiösen Bräuche erfahren.

Couscous & Schlangenbeschwörer: Die Magie des Djemaa el Fna

Der unbestrittene Höhepunkt einer Reise nach Marrakesch und zugleich Zentrum des Geschehens ist der Djemaa el Fna, übersetzt Platz der Toten. Hier kann man sich von Schlangenbeschwörern, Gauklern und Musikern unterhalten oder an einem der Essensstände bekochen lassen.

Essensstände am Djemaa el Fna Platz in Marrakesch

Getrocknete Früchte eines Marktstands auf dem Djemaa el Fna Platz in Marrakesch

Schlangenbeschwörer am Djemaa el Fna Platz in Marrakesch

Vor allem zur späteren Stunde erblüht der Platz zu vollem Leben, wenn die Kochdämpfe, orientalischen Klänge und würzigen Düfte sich im rötlichen Abendlicht vermischen und den Anschein erwecken, als würde der Djemaa el Fna in Flammen stehen. Neben frisch gepressten Orangensäften kann man hier zu sehr günstigen Preisen die authentische nordafrikanische Küche genießen, meist werden die Gerichte appetitlich als Buffet präsentiert und vor den eigenen Augen zubereitet.

Bahia Palast: Ein königliches Erlebnis

Innenhof des Bahia Palasts in Marrakesch

Der Bahia Palast am Rande der Altstadt gilt als eines der schönsten Bauwerke Marokkos. Die Anlage, die von dem maurischen und andalusischen Baustil geprägt wird, bietet mehr als 160 Räume zur Besichtigung. Die ehemalige Residenz großer Herrscher vermittelt einen faszinierenden Eindruck von der Lebensweise der gehobenen Klassen Marokkos im 19. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind die prachtvollen Gärten der Palastanlage, außerdem diente das luxuriöse Areal schon als Kulisse von Hollywood-Filmen wie z.B. „Lawrence von Arabien“.

Wie durch ein Ölgemälde spazieren: Botanischer Garten Jardin Majorelle

Brunnen des Jardin Majorelle in Marrakesch

Zu den meist besuchten und beliebten Attraktionen in der Stadt Marrakesch gehört der botanische Garten Jardin Majorelle. Der farbenprächtige Garten erinnert mit seinen kobaltblauen Fassaden und der Vielfalt verschiedener Pflanzenarten an ein Ölgemälde. So verwundert es nicht, dass die Gartenarchitektur aus Säulen, Teichen, Brunnen und Pflanzeninseln mit Kakteen, Farnen oder Bambusbäumen von Jacques Majorelle, einem französischen Maler, konzipiert wurde.

Abenteuer & Tradition in den Bergen: Ourika Tal

Berber Dorf in den Bergen Marokkos

Ein Kamel ruht sich aus im Ourika Tal bei Marrakesch

Zu den ganz besonderen Geheimtipps für Ausflüge von Marrakesch aus gehört das Ourika Tal. Dieses Tal liegt südöstlich der Stadt und ist umgeben von gemütlichen Dörfern, Palmen, Obstbaumplantagen, malerischen Gärten und Restaurants. Gerade in den Sommermonaten ist das Tal sehr beliebt, da die Temperaturen hier etwas niedriger sind als in der Stadt.

Pavillon im Jardin de la Ménara in Marrakesch

Die eindrucksvolle, grüne und üppige Landschaft lädt zum Wandern und Erkunden ein. Wer vom Dorf Setti aus dem Verlauf des Flusses folgt, kommt an herrlichen Wasserfällen vorbei. Auch die Tierwelt vor Ort sorgt für Unterhaltung, so kann man unter anderem Geckos, Falken und Finken entdecken. Kletterfreunde kommen im Ourika Tal ebenso auf ihre Kosten, die zerklüftete Gegend eignet sich hervorragend zum Bergsteigen, ganz Mutige wagen sich entlang der Wasserfälle ans Canyoning.

Wer Lust bekommen hat, das Wunderreich Marrakesch zu entdecken, ist in den Herbst- und Wintermonaten genau richtig. Da die Sommer sehr heiß werden können, herrschen gegen Ende des Jahre ideale Bedingungen, um die Stadt und Wüstenumgebung bei milden Temperaturen zu besichtigen. Ein Erlebnis für alle Sinne!

Ein Gedanke zu „Marrakesch: 1001 Nacht in Marokko“

  1. Ein wunderschöner Bericht über eine farbenfrohe, lebendige Stadt 🙂 Danke dafür, dass Sie die richtigen worte finden & diese mit uns teilen…

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