London Insider Guide: Nightlife & Konzerte

Im Abschluss ihres ganz persönlichen London Reiseführers stürzt sich Bloggerin Maria in das verrückte Nachtleben der Stadt -Teil 3: FOMO, Kirchen-Rock & eiskalte Drinks.

London Skyline an der Themse in der Nacht

Ein Blick in die Time-Out, den Evening Standard oder ein anderes Eventprogramm des Vertrauens offenbart das Dilemma: schier unüberschaubare Kategorien und Ausgehmöglichkeiten, an praktisch jeder Ecke der Stadt, fast rund um die Uhr! Wem die moderne Großstadtkrankheit FOMO (Fear of missing out) bisher noch kein Begriff war, der hüte sich während des London-Aufenthalts vor zu viel Information.

Tanzen bis zum Morgengrauen

Eine Möglichkeit: Einfach das Programm oder die Website auf einer wahllosen Seite aufschlagen/anklicken und dann blind auf einen Ort tippen. Idealerweise besucht man sowieso jemanden, der sich hier „auskennt“ (falls so etwas möglich ist) und einem die Hot Spots am Silbertablett serviert. Womöglich kann auch ich als Exil-Immer-wieder-Londonerin ein wenig aushelfen, wenngleich sich hier Freizeitangebote und Trend-Lokale quasi im Minutentakt verändern…

Shake it out! – Live-Music und Clubbing in LDN

Während meines gesamten Aufenthalts in London habe ich vor allem eines oft und gerne getan: Konzerte besuchen. Jedes zweite Pub der Musikmetropole wartet mit (fast) kostenlosen Konzerten auf, häufig mit mehreren Musikern pro Abend.

Kostüme, wohin das Auge blickt - nicht nur auf der Bühne

Ein Ort, der mir persönlich ans Herz gewachsen ist: das Old Blue Last im nordöstlichen Shoreditch, betrieben vom auch hierzulande vertretenen VICE-Magazine. Der (Indie) Rock’n’Roll regiert hier – ein Party-Pub mit ausgelassener Stimmung, vielen gutaussehenden Menschen und vor allem wilden Konzerten von Bands, die ziemlich sicher in den nächsten Jahren internationale Bekanntschaft erlangen.

The Maccabees in der Buffalo Bar, London

Wer ebenso auf der Suche nach Newcomer-Musikern ist, dem rate ich, die Londoner Institutionen Barfly (in Camden) und Notting Hill Arts Club aufzusuchen. Ein garantiert emotionales Musikerlebnis erwartet einen in der Union Chapel, einer umfunktionierten, wunderschönen Kirche, die neben der sonntäglichen Messe auch Veranstaltungsort für Konzerte verschiedener Genres ist.

Konzert-Magie in der Union Chapel, London

Eines sei dem Mitteleuropäer an dieser Stelle gesagt: In England beginnen Konzerte auch tatsächlich zu dem Zeitpunkt, an dem sie angeschrieben sind. Der Großteil der Pubs schließt bereits um 23 Uhr, manche ein wenig später. Hier besteht ein großer Unterschied zwischen Pubs und Clubs, die wesentlich länger aufhaben dürfen, jedoch variieren die Öffnungszeiten je nach Lokal. Viele der bekannten Tanzclubs verlangen deswegen auch horrende Eintrittspreise (z.B. das überschätze Fabric), mit ein paar Ausnahmen.

Schon allein wegen seiner imposanten Architektur, einem mehrstöckigen Operntheater mit der wohl größten Discokugel der Welt an der Kuppel-Decke, ist das Koko im nördlichen Camden sehenswert. Neben regulären Konzerten international bekannter Musiker findet Freitags die legendäre Indie-Veranstaltung Club NME statt, inklusive Live-Bands und Djs, welche die neuesten Tanznummern durch die riesigen Bassboxen schicken. Nicht zuletzt gleicht die immer sehr gut gefüllte Tanzfläche, neben den vielen Lounge-Bereichen, stets einer Modenschau … Und das alles für nur fünf Pfund Eintritt! (Was ich fast vergessen hätte: hier durfte ich vor ein paar Jahren auch ein Konzert der noch wenig bekannten Lady Gaga miterleben, die ich damals ein wenig seltsam fand.)

Überdimensionale Discokugel im Koko London

Night Fever im East End Londons

Auch unterhalb der Woche kann man im Madame Jojo’s in Soho das Tanzbein schwingen bzw. in den Genuss von Live-Musik (sowie besonderen Tanzshows…) kommen. Der Cabaret- und Burlesque-Club veranstaltet an Dienstagen den alternativen Musikabend White Heat, der Dresscode ist hier ein wenig eleganter und eine Prominenten-Begegnung durchaus möglich.

Das ,andere‘ London: Alternative Nightlife

Das Londoner Nachtleben ist so bunt wie seine Bewohner, vor allem eines will die Stadt niemals sein: langweilig oder vorhersehbar. Deswegen überlegen sich die Veranstalter immer neue Wege, um die Event-verwöhnten Städter aus der Reserve zu locken.

Wilde Party inklusive Live Car Wash in East London

Während meiner Zeit hier war ich etwa auf unzähligen Kostüm- und Themenparties, nichts scheint der Londoner lieber zu tun, als sich zu verkleiden. Interaktivität wird ebenfalls groß geschrieben – vom Pub-Quiz über Open-Mic-Nights bis zu Veranstaltungen, bei denen Gäste live Filme nachstellen.

Unter die Kategorie „Alternative Nightlife“ fallen auch folgende beiden Orte. Zum einen wurde ich einmal in die Icebar Belowzero eingeladen – der Name verrät bereits: hier geht es eiskalt zu! In spezielle Eskimo-Anzüge gehüllt darf man maximal 40 Minuten lang Drinks aus (überdimensionalen) Eis-Würfeln schlürfen und die außerirdisch beleuchtete Umgebung betrachten. Außerhalb der Eiskammer erwarten einen übrigens angenehme Zimmertemperaturen und Essensmöglichkeiten.

Trinken wie ein Eskimo in der Icebar Belowzero, London

Wer lieber einen bodenständigen, spielerischen Abend mit Freunden verbringt, sollte bei Bloomsbury Bowling Lanes vorbeischauen. Ja, hier kann man, wenn man will, bowlen. Der Veranstaltungsort im amerikanischen Retro-Stil bietet aber ebenso Club-Nächte, Karaoke und Live-Konzerte, zu denen man eine ruhige Kugel schieben kann.

15_Bloomsbury Bowling Lanes_Dani Lurie


Out & About in London Town:


Keep calm & travel on…

So much to do, so little time. Das dachte ich fast jeden Tag, den ich in dieser abwechslungsreichen Metropole verbracht habe. Aber wie heißt es so schön auf den braunen Kuverts, die an Wochenenden vor den Clubs verteilt werden:

Don’t Panic! 

(Diese Kuverts enthalten übrigens Flyer zu aktuellen Lokalen und Events sowie Gratis-Gimmicks – also nicht gleich wegwerfen!)


Und hier geht’s zum Rest des London Insider Guides:

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